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Maskenmann-Prozess unterbrochen

Indizienprozess in Frankfurt (Oder) verzögert sich erneut Maskenmann-Prozess unterbrochen

Schlechte Karten für den mutmaßlichen Maskenmann: Trotz Ungereimtheiten wird es keine neue Beweisaufnahme in dem spektakulären Prozess geben. Der Vorsitzende Richter hat heute alle Anträge der Verteidigung abgelehnt. Die Plädoyers der Anwälte stehen weiterhin aus. Der Indizienprozess wurde unterbrochen.

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Mario K. vor Gericht in Frankfurt (Oder).

Quelle: dpa

Frankfurt (Oder). Im Maskenmann-Prozess bleibt zunächst offen, wann ein Urteil gesprochen werden könnte. Eigentlich sollten die Plädoyers der Verteidigung vor dem Landgericht in Frankfurt (Oder) am 56. Verhandlungstag gesprochen werden. Doch Rechtsanwalt Axel Weimann beantragte eine erneute Beweisaufnahme. Der Vorsitzende Richter im Maskenmann-Prozess, Matthias Fuchs, hat jedoch sämtliche Beweisanträge der Verteidigung nach mehr als zweistündiger Unterbrechung der Sitzung abgelehnt. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Ex-Polizist Andreas K. der Täter sei. Die Opferanwälte hatten der Verteidigung zuvor vorgeworfen, das Verfahren verschleppen zu wollen. Nun wurde der Indizienprozess unterbrochen. Er soll am 4. Juni fortgesetzt werden. Ob die Verteidigung dann plädiert, ist aber noch nicht sicher.

Weitere Zeugen und Beweise werden nicht zugelassen

Der Anwalt des unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagten Mario K. wollte mit der Beweisaufnahme weitere Zeugen hören, um nachzuweisen, dass gegen den möglichen verdächtigen Ex-Polizisten nicht ordentlich ermittelt wurde und dieser als Täter in Frage komme. Unter anderem wollte Anwalt Axel Weimann die Ex-Frau eines früheren Polizisten hören, die dessen Alibi für die spektakuläre Entführung eines Bankers im Oktober 2012 in Storkow gegenüber der Presse erschüttert hatte. Der frühere Polizist erstattete inzwischen Anzeige gegen seine Frau.

Auch DNA-Proben des seinerzeit von der Verdächtigenliste gestrichenen Polizisten sollten beigezogen werden, forderte die Verteidigung.

Die Nebenklage sprach hingegen von einer Schmutzkampagne, die vom Angeklagten ablenken solle. Dieser sei der Maskenmann, so die Opferanwälte.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslangen Haft

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft für den 47-Jährigen gefordert. Sie ist überzeugt, dass der frühere Dachdecker aus Berlin in den Jahren 2011 und 2012 dreimal Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen und bei einem der Vorfälle einen Manager entführt haben soll, um Lösegeld zu erpressen.

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte bestreitet die Taten. Ihm werden unter anderem versuchter Mord und versuchter Totschlag vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft sah bereits im Vorfeld keinen Grund, die Beweisaufnahme wieder aufzunehmen. Die Behörde überprüfte bei ihren Ermittlungen auch den Ex-Polizisten und hält sein Alibi für glaubhaft.

Von Marion Kaufmann

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