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Mathe ist vielen Schülern ein Rätsel

Bildungsstudie deckt Mängel auf Mathe ist vielen Schülern ein Rätsel

Erst vor zwei Wochen bescheinigte ein Ländervergleich Brandenburger Schülern gute Noten in Deutsch. Jetzt wurden heimlich die Ergebnisse des jährlichen Achtklässler-Vergleichs ins Internet gestellt. Die Ergebnisse sind zum Teil erschreckend. Viele Ober- und Gesamtschüler scheitern demnach am Mindeststandard.

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Mathe-Unterricht ist für viele Brandenburger Schüler ein Rätsel.

Quelle: dpa

Potsdam. Achtklässler in Brandenburg zeigen besonders auf Ober- und Gesamtschulen vielfach eklatante Schwächen in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Dagegen schneiden Altersgenossen auf Gymnasien im Bildungsvergleich „Vera 8“ des Instituts für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg (ISQ) im Schuljahr 2015/16 deutlich besser ab. Das geht aus dem Länderbericht hervor, den das ISQ vergangene Woche auf seine Internetseite gestellt hat. Ob und wann die Testergebnisse veröffentlicht werden würden, war unklar. Das Bildungsministerium verzichtete darauf, die Öffentlichkeit über die Publikation der Ergebnisse zu informieren. Zuvor hatten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ darüber berichtet.

40 Prozent erreichen nicht den Mindeststandard

In den Vergleichstests nahmen mehr als 15 000 Schüler aus gut 240 Schulen teil – und die Ergebnisse sind nicht eben überzeugend. 43 bis 46 Mathe-Aufgaben mussten die Schüler innerhalb von 80 Minuten lösen. Dabei erreichten 60 Prozent der Oberschüler und 40 Prozent der Gesamtschüler nicht einmal den Mindeststandard.

Wie hätten Sie abgeschnitten?

Einen Eindruck von den Aufgaben, die die Schüler lösen mussten, können Sie hier bekommen. Der Aufgabenbrowser stellt auch ohne Anmeldung Beispielaufgaben aus dem Vera-Universum vor.

Laut der Studie fehlen ihnen damit „basale Kenntnisse, um ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben bestreiten zu können“. Und das zwei Jahre vor den Prüfungen in der 10. Klasse. An den Gymnasien sieht es dagegen deutlich besser aus. Hier bleiben nur vier Prozent der Schüler unter den Mindestanforderungen.

Auch in Deutsch und Englisch gibt es Probleme

Schwächen zeigen viele Schüler auch in Deutsch: 39 Prozent der Oberschüler und 25 Prozent der Gesamtschüler können nicht richtig schreiben und liegen in Orthografie „unter Mindeststandard“. Beim Lesen schaffen 26 Prozent der Oberschüler und 17 Prozent der Gesamtschüler nicht die Minimalanforderungen. Beim Verstehen englicher Texte schneiden 38 Prozent der Oberschüler und 17 Prozent der Gesamtschüler „unter Mindeststandard“ ab.

Gordon Hoffmann, Bildungsexperte der CDU-Fraktion, wirft der rot-roten Landesregierung „Realitätsverweigerung“ vor. Erst in der vergangenen Landtagssitzung habe das Regierungslager die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems gepriesen. Dagegen würden von Jahr zu Jahr weniger Achtklässler die Minimalstandards erreichen. „Es hilft Brandenburger Schülern und Lehrern nicht, wenn SPD und Linke die wenigen Erfolgsmeldungen mit größtmöglicher Öffentlichkeitswirksamkeit abfeiern, während sie kritische Befunde verschämt zurückhalten“, so Hoffmann. Er forderte von Bildungsminister Günter Baaske (SPD) ein „Qualitätspaket Oberschule“.

Vera ist ein Frühwarnsystem

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Marie Luise von Halem, forderte, die Fortbildungsangebote für Lehrkräfte deutlich auszubauen. Es gebe zu denken, dass der Anteil derjenigen Schüler, die nur die unterste Kompetenzstufe erreichen, gegenüber dem Vorjahr in den drei Fächern gestiegen sei. Auch der enorme Niveauunterschied zwischen Gymnasien und Oberschulen zwinge zum Handeln.

Mit „Vera“ soll ermittelt werden, was für eine Ausbildungsreife der Schüler in den kommenden zwei Schuljahren noch getan werden muss. Frühzeitig soll auf Stärken und Schwächen der Schüler reagiert werden. Die Vergleichsarbeiten in der Jahrgangsstufe 8 dienen laut ISQ der Überprüfung der Fähigkeiten in Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache zwei Jahre vor dem Mittleren Schulabschluss (MSA/Jahrgangsstufe 10).

» Die Antwort zu der Beispielaufgabe lautet: 60.

Von Torsten Gellner und Gudrun Janicke

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