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Brandenburg „Jemand, der auf die Menschen hört“: Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck wird 65
Brandenburg „Jemand, der auf die Menschen hört“: Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck wird 65
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21:22 29.12.2018
Der frühere Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD). Quelle: dpa
Potsdam

Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) feiert an diesem Samstag seinen 65. Geburtstag. Seine großen politischen Ämter hatte Platzeck 2013 aus gesundheitlichen Gründen zwar abgegeben. Im Ruhestand ist der gebürtige Potsdamer aber nicht: Er ist Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Russischen Forums und ist auf Vorschlag Brandenburgs einer von vier Vorsitzenden der Kohlekommission des Bundes, deren Abschlussbericht im Februar erwartet wird.

Ministerpräsident Dietmar Woidke dankte seinem Amtsvorgänger laut Staatskanzlei für dessen langjährige, engagierte „und immer von großer Menschlichkeit geprägten Arbeit für das Land Brandenburg“. 

Woidke: „politische Weitsicht und gutes Gespür“

Sowohl in der Kohlekommission als auch als Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums bringe Platzeck „politische Weitsicht und gutes Gespür für notwendige Entwicklungen ganz im Sinne Brandenburgs ein“, schrieb Woidke. Seine Stimme, sein Auftreten hätten „Gewicht und sind gut für unser Brandenburg“.

Auch der Berlin-Brandenburger Landesbischof Markus Dröge gratulierte Platzeck zum 65. Er sei jemand, der auf die Menschen höre und sich mit all seinen Kräften für konstruktive Lösungen einsetze. „Auch in den nachfolgenden Funktionen sind Sie sich in diesem Punkt treu geblieben“, so Dröge in seinem Glückwunschschreiben.

Vom Deichgraf zum Ministerpräsidenten

Platzeck im OB-Wahlkampf 1998. Quelle: MAZ/Christel Köster

Platzeck engagiert sich in der Umweltbewegung der DDR und war Mitbegründer der Grünen Liga. 1990 zog er in die DDR-Volkskammer ein und holte später ein Mandat für den ersten Brandenburger Landtag. Im November 1990 wurde er als Mitglied der Grünen unter Ministerpräsident Stolpe Umweltminister. 1995 trat er unter der SPD-Alleinregierung in die SPD ein.

Zu dieser Zeit erlangte Platzeck bundesweite Beachtung: Der Boulevard verlieh ihm während der prekären Jahrhundertflut an der Oder den Titel „Deichgraf. Mit dieser Popularität im Rücken kandidierte er 1998 erfolgreich für das Amt des Oberbürgermeisters von Potsdam, ehe er im Sommer 2002 zum Nachfolger Manfred Stolpes als Ministerpräsident gewählt wurde. Er regierte zunächst mit der CDU, ging nach der Landtagswahl 2009 aber eine Koalition mit der Linken ein, was ihm einige Kritik aus dem konservativen Lager einbrachte. Nicht wenige sprachen damals von einem Tabubruch.

Kritik von Umweltverbünden für Kohle-Engagement

2005 bis 2006 war er für kurze Zeit Bundesvorsitzender der SPD. Doch dieses Amt musste er aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben. Im Sommer 2013 erlitt Platzeck einen leichten Schlaganfall. Er trat deswegen als Ministerpräsident zurück. Dietmar Woidke übernahm seine Nachfolge.

Schon als Ministerpräsident hatte sich Platzeck für den Erhalt der Arbeitsplätze in der Braunkohle-Region stark gemacht. Als Interessenvertreter der Brandenburger Wirtschaft wurde er von der Staatskanzlei in die Kohlekommission des Bundes entsandt. Umweltorganisationen wie Greenpeace kritisierten ihn dafür.

Von Torsten Gellner

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