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Brandenburg „Die Zeitung ist nicht weg“
Brandenburg „Die Zeitung ist nicht weg“
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00:20 08.11.2018
Im Jahr 2018 bedienen sich Schüler der Medienvielfalt - mit allen Vor- und Nachteilen. Quelle: steveriot1/Symbolbild/Pixabay
Potsdam

Für Schülerinnen und Schüler sind Onlinemedien häufig die erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, Informationen zu bekommen. Die Bildungsforscherin Ilka Goetz erklärt, wie diese Medien konsumieren und was das Nutzungsverhalten für Konsequenzen hat.

Die meisten Schüler haben heutzutage keinen Kontakt mehr zur Zeitung, heißt es. Wie informieren sich Jugendliche dann?

Ilka Goetz: Die Jugendlichen nutzen unterschiedliche Quellen, um sich zu informieren. Eine große Rolle spielen dabei die Schule, Freunde und Familie, aber auch Medien wie das Fernsehen, News-Apps und soziale Netzwerke. Die Zeitung als Informationsquelle ist nicht weg, aber sie spielt keine alleinige und führende Rolle mehr.

Welche Medien nutzen Kinder und Jugendliche bevorzugt, um Informationen zu bekommen?

Online-Angebote, auch die der Zeitungen, sind für die jungen Leute wichtiger geworden. Bei Jugendlichen sind vor allem News-Apps wie Spiegel Online oder Tagesschau beliebt. Sie nutzen aber auch die sozialen Netzwerke, um sich zu informieren. Doch auch wenn die sozialen Medien in ihrer Relevanz eine große Rolle spielen, ist den Jugendlichen bewusst, dass traditionelle Medien wie Zeitungen und Rundfunk glaubwürdiger sind. Sie wissen auch, dass das Internet aktueller ist.

Eltern sind häufig selbst unsicher bei Informationen im Internet

Sind Jugendliche ausreichend informiert über sogenannte Fake News, also den Wahrheitsgehalt von Informationen, und über den Datenschutz?

Da muss man differenzieren. Für einen Teil trifft das sicherlich zu. Jugendliche, die in ihren Familien einen kritischen Umgang mit verschiedenen Informationsquellen erleben, entwickeln auf dieser Basis entsprechende eigene Nutzungsweisen. Wird vor allem Wert auf Unterhaltung gelegt, ist es zumindest für Kinder und Jugendliche schwieriger, das Internet als Informationsraum zu erschließen und dabei Strategien im Erkennen von Fake News zu entwickeln. Hierzu wie auch in Fragen des Umgangs mit den eigenen Daten benötigen Kinder und Jugendliche auch Beratung durch die Eltern. Die wiederum sind allerdings häufig selbst unsicher.

Je höher Bildung und Einkommen, desto höher der Anteil der Internet- und Zeitungsnutzer. Wie können sogenannte bildungsferne Gruppen für Print- und Online-Nachrichten gewonnen werden?

Indem zum Beispiel solche Projekte wie „MADS“ angeregt werden, das ich für sehr sinnvoll halte. Denn Schule ist prädestiniert dafür, mit Jugendlichen das Spektrum der Informationsquellen zu erweitern und ihr Interesse an verschiedenen Medienangeboten zu entwickeln. Dabei ist es wichtig, dass die Nutzungsweise des Einzelnen nicht verteufelt wird. Vielmehr geht es darum, das Wissen der Schüler zu erweitern: Wie arbeitet eine Redaktion? Wie kann man Nachrichten erstellen? Merken die Mitschüler, wenn ich eine Fake-News verfasse? Es ist gut, wenn Schüler das gemeinsam mit ihren Lehrern herausfinden können.

Akademische MitarbeiterinMedienbildung und Digitalisierung Universität PotsdamZentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZeLB) Quelle: privat

Zur Person: Ilka Goetz

Dr. Ilka Goetzarbeitet als Referentin für Medienbildung und Digitalisierung am Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung an der Universität Potsdam. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört die Kompetenzentwicklung der künftigen Lehrkräfte in Bezug auf die Berücksichtigung digitaler Medien im Unterricht und als Teil von Schulentwicklung.

Mediennutzung bei Jugendlichen: „Vor allem Lehrer sind gefordert“

Cybermobbing und -grooming sind Probleme, die auch bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger vorkommen. Wie sollten Schulen und Eltern darauf reagieren?

Man kann sich nicht vor allem schützen, aber es ist Aufgabe von Schule und Eltern, Kinder und Jugendliche zu befähigen, mit solchen Risiken umzugehen. Dafür muss es ein Bewusstsein geben, das sich nicht auf eine Klassenstufe oder auf ein Fach beschränkt. Alle Lehrerinnen und Lehrer sind gefordert, kontinuierlich mit den Schülern solche Szenarien zu besprechen und Strategien zu entwickeln.

Sehen Sie neben den Risiken auch Chancen in den sozialen Netzwerken?

Für die Jugendlichen sind soziale Netzwerke ein toller Raum, um sich mit Freunden zu treffen, eigenen Interessen und ihren Hobbys nachzugehen. Aber sie können auch als Producer Kompetenzen entwickeln, etwa, wenn sie selbst Youtube-Videos erstellen. Während ihre Eltern eher auf Facebook unterwegs sind, haben die Jugendlichen mit Whats App, Instagram, Snapchat und Youtube einen Raum gefunden, indem sie sich ausprobieren können – fern ab von den Erwachsenen. Auch das ist ein Kennzeichen von Jugend.

Von Diana Bade

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