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Mega-Wels sorgt für Debatte unter MAZ-Lesern

Zwischen „Petri Heil“ und Unverständnis Mega-Wels sorgt für Debatte unter MAZ-Lesern

So mancher kann den Mega-Fang in Rathenow kaum glauben. Guido Lang aus Nauen im Havelland hat kürzlich einen 70-Kilo-Wels aus der Havel gezogen. Doch während die einen gratulieren, sind andere skeptisch und zeigen wenig Verständnis. Mehr noch: Von Tierquälerei ist die Rede. Eine Debatte ist entfacht.

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Guido Lang sorgt mit seinem Mega-Fang für eine Diskussion auf Facebook.

Quelle: privat

Rathenow/Potsdam. Als Angler Guido Lang seinen Mega-Fang, einen 70-Kilo-Wels aus der Havel zog, staunte er nicht schlecht – und mit ihm staunen auch viele MAZ-Leser. „Ist ja krass“, „alter, was das“ oder „das nenne ich mal einen Wels“, finden sich unter dem Facebookbeitrag der MAZ. Doch schnell wird klar: Zwischen allen Glückwünschen und „Ich-fass-es-kaum“-Beiträgen schlägt das Thema hohe Wellen. Der Mega-Fang hat eine kritische Debatte ausgelöst, viele Menschen zeigen Unverständnis.

„Tierquälerei“, schreibt Kerstin Schenk kurz und knapp. Ähnlich sieht es auch Anke Lechner. „Man kann ja jeden, der das hier beklatscht mal mit einem Haken im Rachen eine dreiviertel Stunde über die Wiese zerren, nur um ihn dann zu wiegen und zu messen. Ist sicher ein riesen Spaß“, schreibt die junge Frau, während ein anderer User fragt, warum die großen Fische eigentlich gefangen werden – nur für die Statistik und einen möglichen Rekord? Schließlich würden die riesigen Welse gar nicht schmecken. 45 Minuten Todeskampf unter Schmerzen, davon geht Facebook-User Martin Kaiser aus.

„Wo liegt der tiefere Sinn?“

Was folgt ist eine lange Diskussion, etwa darüber ob wissenschaftlich belegt sei, dass Fische Schmerzen spüren oder nicht. Und darüber, ob das Angeln sinnvoll ist, wenn das Tier unter derartigen Stress gesetzt wird – lediglich zum Messen und Wiegen. „Wo liegt der tiefere Sinn einer solchen Aktion“, fragt Jen Ja. Sue werde diese Art von „Sport“ nie verstehen, fügt sie hinzu.

Das Maßband zeigt, dass der Wels mehr als 2 Meter lang ist

Das Maßband zeigt, dass der Wels mehr als 2 Meter lang ist.

Quelle: privat

Achmet Özgu ist offenbar selbst Angler. Er beteiligt sich sehr sachlich an der Diskussion und ist bemüht, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. „Es gibt auch Angler, die ihre gefangenen Fische zubereiten und essen“, schreibt er auf der MAZ-Facebookseite. Er fordert, dass nicht alle Angler über einen Kamm geschert werden sollten. Gleichzeitig klärt er auf. Etwa, dass das „Zerren“ eigentlich „Drill“ heißt und der unerlässlich sei, um den Fisch sicher zu landen. „Würde hierbei der Angler zu schnell und unvorsichtig vorgehen, würde die Gefahr bestehen, dass der Fisch ausschlitzt oder er den Fisch durch einen Bruch der Angelschnur verliert“, so der Kenner. Erst dann würde es seiner Ansicht nach zu einem „qualvollem Verenden“ kommen.

„Lasst doch den Leuten ihre Hobbys“

Einen anderen Angler regen so manche kritische Kommentare auf. Ihn ärgert, dass viele keine „Ahnung“ von dem Sport hätten, sich aber gleichwohl ein Urteil bilden. „Die Fische die wir fangen [...] werden zum größten Teil zurückgesetzt, empfinden keine Schmerzen und können entspannt weiterleben, ohne, dass ihnen etwas passiert ist“, schreibt er. Ganz abgesehen davon würde man daraus zudem keinen Profit schlagen. Im Gegenteil: Es sei ein teures Hobby.

Einer, der selbst kaum Ahnung vom Thema hat, ist Stefan Weiß. Er plädiert ebenfalls dafür, dass man sich zuvor erst einmal umfassend mit Angeln beschäftigten sollte, „bevor hier pauschal auf Angler eingeprügelt wird.“ Auch Diana Otto ist das „Motzen“ irgendwann zu viel. Sie schreibt: „Lasst doch einfach mal den Leuten ihre Hobbys“. Sie zeigt Bewunderung für die „Geduld, Ausdauer, den Elan und Mut“ der Angler.

Ein Ungeheuer „wie bei Loch Ness“

Die Diskussion geht auf Facebook unterdessen weiter. Unser MAZ-Redakteur und Hobby-Angler Michael Hübner hat ebenfalls eine Meinung. Er angelt selbst seit mehr als 40 Jahren. Fangen, Vermessen und die Fische wieder ins Wasser setzen: Das sei eben Teil des Angelsports. Hier mehr dazu lesen>>

Fernab von der Diskussion um die (Un)Nützlichlichkeit dieses Fangs oder die Art und Weise dessen bleibt allerdings auch ein kurzer Moment zum Schmunzeln, wenn Andrea Prüfert-Beez feststellt: „Schaurig wie bei Loch Ness, jetzt geh’ ich da noch nicht einmal mehr mit den Füßen ins Wasser.“ Und sicher ist sie nicht die Einzige, der bei dem Anblick des riesigen Fisches etwas mulmig zumute wird.

Von MAZonline

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