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Mehr Abschiebungen in Brandenburg

Flüchtlingsaufnahme im Osten Mehr Abschiebungen in Brandenburg

Brandenburgs Kommunen arbeiten an der Kapazitätsgrenze in Sachen Aufnahmefähigkeit für Flüchtlinge, meint Dietmar Woidke. Baden-Würrtembergs Regierungschef hatte am Wochenende erneut gefordert, mehr Flüchtlinge im Osten unterzubringen. Doch es gibt auch eine ganz andere Entwicklung in der Mark. Dort wurden erheblich mehr Asylsuchende abgeschoben.

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Dietmar Woidke (SPD) glaubt, Brandenburgs Kommunen haben keine Kapazitäten mehr, um noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Die Zahl der Abschiebungen aus Brandenburg ist in diesem Jahr stark gestiegen. Von Januar bis Juni wurden insgesamt 100 abgelehnte Asylbewerber in ihre Heimatländer zurückgebracht. Das sind in etwa so viele wie im gesamten vergangenen Jahr (112), wie das Innenministerium am Montag in Potsdam mitteilte.

Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich demnach im Bereich der freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückgekehrten Flüchtlinge ab. Ihre Zahl gibt die Behörde im Zeitraum zwischen Januar und April mit 263 an. Im gesamten Jahr 2014 waren es 414 Personen.

Das Ministerium bestätigte damit für Brandenburg einen Bericht der „Welt am Sonntag“ über einen bundesweiten Trend. Demnach seien deutschlandweit im ersten Halbjahr bereits 8178 abgelehnte Asylbewerber zurückgebracht worden - ein Anstieg um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mehr als 12 600 Personen hätten Deutschland bis Ende Juni freiwillig verlassen.

Brandenburgs Kommunen haben keine Kapazitäten mehr

Gleichzeitig nimmt Brandenburg immer mehr Flüchtlinge auf. Auf diese Zahlen hatte man sich im Ministerium lange nicht vorbereitet. Deshalb gibt es inzwischen sogar Zeltstädte in der Mark, die Asylsuchenden vorübergehend Unterschlupf bieten sollen. Dietmar Woidke (SPD) sieht die Grenzen der Brandenburger Kommunen erreicht.

In der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt gibt es keine Kapazitäten mehr

In der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt gibt es keine Kapazitäten mehr. Deshalb stehen Zelte als Übergangslösung zur Verfügung.

Quelle: dpa-Zentralbild

Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) hatte am Wochenende erneut gefordert, mehr Flüchtlinge im Osten Deutschlands unterzubringen. Dort gebe es leerstehende Gebäude. „Der Vorschlag wird auch durch permanente Wiederholung nicht besser“, sagte Woidke. Es mute eigentümlich an, wenn gerade ein grüner Politiker Flüchtlinge als Handelsware etikettiere.

„Der Vorschlag geht im Übrigen an den Realitäten vorbei“, betonte er. Die Menschen in den aufnehmenden Orten dürften nicht mit unrealistischen Vorschlägen demotiviert werden.

Von MAZonline

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