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Brandenburg Mehr Anträge auf Pflegeleistungen in Brandenburg
Brandenburg Mehr Anträge auf Pflegeleistungen in Brandenburg
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11:40 30.06.2018
Pflege für Angehörige: Immer mehr Brandenburger hoffen dabei auf Unterstützung vom Staat. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Potsdam

Nach der Pflegereform bemühen sich mehr Brandenburger um Geld aus der Pflegekasse. Seit im Januar 2017 die neuen Pflegegrade eingeführt wurden, ist die Zahl der Anträge deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr waren es 81.076 Erst- und Änderungsanträge, rund 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus einer Auswertung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Mehrere Pflegekassen führen die höhere Nachfrage darauf zurück, dass seit 2017 immer öfter Demenzkranke auch in geringem Umfang Leistungen erhalten können.

Neue Kriterien für die Einteilung

Besonders stark war die Zunahme der Leistungsanträge direkt nach Inkrafttreten der gesetzlichen Neuerungen. So verzeichnete die Techniker Krankenkasse (TK) in Brandenburg im vergangenen Jahr für das erste Quartal 64 Prozent mehr Anträge je 100.000 Versicherte als im Vorjahreszeitraum. Brandenburg lag damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandsweit stieg die Zahl der Pflegeanträge bei der TK im selben Zeitraum um 69 Prozent.

Die Brandenburger Niederlassungen der AOK, TK und Barmer erklären sich das Antragsplus damit, dass durch die neuen Pflegestärkungsgesetze viel mehr Menschen mit kognitiven Einschränkungen Pflegeleistungen erhalten können – zu dieser Patientengruppe zählen zum Beispiel Demenzkranke.

Frust nach anfänglicher Euphorie

Die Bundesregierung hat zu diesem Zweck neue Kriterien entwickelt, nach denen die Pflegebedürftigkeit festgelegt wird. Statt in drei Pflegestufen werden Patienten seit 2017 in fünf Pflegegrade eingeteilt. Je höher der Pflegegrad ist, desto höher fällt die Unterstützung aus. Demenzkranke erhalten aber meist nur den Pflegegrad 1.

Laut Pflegekassen treffen die neuen Angebote nach anfänglicher Euphorie häufig auf Ablehnung. „Bei den Rückmeldungen der Versicherten überwiegt die Frustration, da der Pflegegrad 1 ihnen nicht viel bringt“, erklärte eine Sprecherin der Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin. Das Geld (125 Euro monatlich) werde nicht ausgezahlt, sondern könne nur für Betreuungsleistungen verwendet werden. „Vermehrt kommt es deshalb zu Widersprüchen bei Versicherten mit Einstufung in den Pflegegrad 1“, teilte ein Sprecher der Barmer Pflegekasse mit.

Pflegegeld reicht kaum zum Leben

Dass sich Patienten und Angehörige eher Geld- als Betreuungsleistungen wünschen, könnte damit zusammenhängen, dass fast die Hälfte der Pflegebedürftigen in Brandenburg von Familie und Freunden gepflegt wird. Gerade in ländlichen Regionen, in denen die Versorgung mit Pflegediensten und Pflegeheimen schlechter ist als anderswo, bleibt vielen keine Alternative. Pflegende Angehörige wiederum haben kaum Chancen, zusätzlich einem Job nachzugehen. Und das sogenannte Pflegegeld reicht kaum zum Leben: Je nach Pflegegrad beträgt es 316 Euro bis 901 Euro.

„Die Pflege ist für Angehörige und Freunde nicht selten ein Fulltime-Job“, sagte Susanne Hertzer, Chefin der TK in Berlin und Brandenburg. „Die Pflegenden leisten einen bedeutenden Beitrag für die Versorgung.“ Daher sei es wichtig, bessere Bedingungen für die Pflege in den eigenen vier Wänden zu schaffen.

Aber auch Pflegebedürftige, die in Heimen wohnen, haben nicht nur Vorteile durch die Reform. Denn neben den Leistungen der Pflegeversicherung sind auch die Heimkosten weiter gestiegen. Ursache sei neben anderen Faktoren ausgerechnet „die Einführung der neuen Pflegegrade und die damit verbundene Anpassung der Personalschlüssel“, erklärte der Barmer-Sprecher. „Die Pflegebedürftigen spüren die höheren Kosten.“ In Brandenburg liege der Eigenanteil für die Pflege im Heim bei durchschnittlich 463 Euro und in Berlin bei 841 Euro.

Von dpa/MAZOnline

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