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Mehr Badetote, weniger Retter in Brandenburg

25 Jahre DLRG Brandenburg Mehr Badetote, weniger Retter in Brandenburg

Der heiße Sommer hat den Lebensrettern auf dem Wasser viele Einsätze gebracht. Traurige Bilanz bisher: 19 tödliche Badeunfälle allein in Brandenburg. Nicht nur das bereitet dem Landesverband der DLRG in seinem 25. Jahr Sorgen. Den Lebensrettern fehlt es außerdem an Nachwuchs und an Geld.

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Bei einer Schiffsbergung auf dem Glindower See im Juni waren die Freiwilligen der DLRG im Dauereinsatz.
 

Quelle: Julian Stähle

Potsdam.  Die vielen heißen Sommertage haben die Märker in Scharen an die Badestellen gelockt. Für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bedeutete das vier Monate Schwerstarbeit. Am Sonnabend feiert der Brandenburger Landesverband sein 25-jähriges Bestehen mit einer Veranstaltung in Brandenburg an der Havel. Kurz vor Ende der Einsatzsaison zieht der Verband eine erste Sommerbilanz.

Bereits bis Mitte August gab es in Brandenburg 15 Badetote. Aktuell rechnet die DLRG mit mindestens 19 Ertrunkenen. Eine detaillierte Einsatzstatistik werde erst Ende des Jahres erhoben, sagte Robert Büschel, Leiter der Verbandskommunikation in Potsdam. Im vergangenen Jahr starben 17 Menschen beim Baden in Brandenburger Gewässern, bundesweit waren es sogar knapp 400. In diesem Jahr seien erneut zahlreiche ältere Menschen ertrunken. „Mindestens elf Badetote gehören der Altersgruppe Ü 50 an“, so Büschel. Die Ursache für die meisten Unfälle seien Herz-Kreislauf-Probleme. Oft führten aber auch Selbstüberschätzung und riskantes Verhalten wie Schwimmen unter Alkoholeinfluss zu tödlichen Badeunfällen, erklärte DLRG-Einsatzleiter Jens Serbser.

Schwimmkurse ausgebucht

Beunruhigender Trend: Die Zahl der Nichtschwimmer steigt weiter an. Nach Angaben des Bildungsministeriums waren im vergangenen Schuljahr unter 18 899 Fünftklässlern 1438 Kinder, die nicht schwimmen konnten. Das ergibt einen Anstieg um fast zwei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Idealerweise sollten Kinder im Alter von fünf oder sechs Jahren schwimmen lernen. Die Nachfrage bei den Schwimmkursen ist aber kaum zu decken.„Bei uns im Verein sind die meisten Seepferdchenkurse und Nichtschwimmergruppen komplett gefüllt“, sagte Büschel. Das Problem bestehe darin, dass die DLRG gänzlich von Ehrenämtlern lebt. „Daher sind unsere Möglichkeiten begrenzt, denn unsere Trainer können nicht jeden Tag am Beckenrand stehen“, erklärte Büschel. Auch Flüchtlinge sollen künftig Schwimmen lernen. Erste Kurse seien bereits in Planung. Der Stadtverband Brandenburg/Havel erarbeite derzeit ein Konzept, das im kommenden Jahr starten soll.

Der Landesverband

Der DLRG Landesverband Brandenburg wurde 1990 gegründet und umfasst 29 Kreis- und Ortsverbände.

3300
 
  der Landesverband. Gemeinsam leisteten sie 2014 über 80 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Das sind umgerechnet neun Jahre.

 
Das Land Brandenburg
 verfügt über insgesamt 700 Quadratkilometern Wasserfläche. Es gibt 3087 Seen und 33 000 Kilometer Fließgewässer. 251 Badestellen sind registriert.

Finanziell steht der Verband immer wieder vor großen Hürden. Gerade im Bereich der Wasserrettung ist der Verein eigentlich auf die Hilfe der Landkreise angewiesen. Zum Großteil leben die Gruppen von Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen, so Büschel. „Die wenigen Zuschüsse reichen bei Weitem nicht aus, um die Kosten für die Stationen, Boote sowie für die Ausbildung und Ausstattung der Kameraden zu stemmen.“ Ohne den ehrenamtlichen Einsatz der DLRG und der anderen beiden Rettungsorganisationen gäbe es in Brandenburg aber kein einziges bewachtes Gewässer mehr.

Zusätzlich plagen den Landesverband Nachwuchssorgen. „Auch in den nächsten 25 Jahren brauchen wir jede helfende Hand“, so Büschel. Im Kinder- und Jugendbereich sei man zwar gut aufgestellt. „Uns fehlen aber Mitglieder ab dem 20. Lebensjahr.“ Für die Arbeit bei der DLRG muss man keinesfalls ein „Superschwimmer“ sein, wichtiger sei der Spaß am Ehrenamt.

Von Luise Fröhlich

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