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Mehr Fälle von Hepatitis-E in Brandenburg

Erreger in kontaminiertem Schweine- und Wildfleisch Mehr Fälle von Hepatitis-E in Brandenburg

In Brandenburg häufen sich die Fälle von Hepatitis-E-Erkrankungen. In diesem Jahr wurden schon 28 Fälle festgestellt. Manchmal wird die Krankheit gar nicht erst erkannt; es gibt eine Dunkelziffer. Wer glaubt die Erreger seien aus dem Ausland eingeschleppt, liegt falsch. Die hat es auch in der Mark schon immer gegeben.

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Hepatitis-E wird immer häufiger erkannt. Oft waren die Betroffenen gar nicht im Ausland, sondern sind durch kontaminiertes Fleisch krank geworden.

Quelle: dpa

Brandenburg. In Brandenburg werden immer mehr Fälle von Hepatitis-E-Erkrankungen festgestellt. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres wurden zwischen Elbe und Oder 28 Krankheitsfälle registriert, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Zuletzt wurde ein Fall in der Prignitz bekannt.

In der Prignitz ist es 2015 aber der erste Fall. Im ganzen Jahr 2014 waren es nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) 33 Fälle. Deutschlandweit wurden 2014 insgesamt 670 Erkrankungen gemeldet. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von mehr als 46 Prozent. Die Tendenz sei klar steigend, sagte RKI-Epidemiologe Mirko Faber.

Hintergrund ist in Deutschland und Europa allerdings nicht etwa eine rasant ansteigende Verbreitung der Erreger, sondern eine verbesserte Diagnostik sowie eine höhere Sensibilität der Mediziner. Hierzulande galt Hepatitis E lange Zeit als negatives Reisemitbringsel, als eine aus Asien und Afrika importierte Infektionskrankheit. Dort werden die Viren meist durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen. Wissenschaftler fanden erst vor einigen Jahren heraus, dass es diesen Erreger hier vermutlich aber auch schon immer gab. „Die Übertragung läuft hier aber nicht fäkal-oral über verunreinigtes Trinkwasser, sondern über den Verzehr von kontaminiertem Schweine- und Wildfleisch“, erklärte Faber.

„Viele Leute machen eine Hepatitis-E-Infektion durch, ohne es zu wissen“, so Faber. Oft verlaufe die Infektion mit nur leichten Beschwerden, die als Magen-Darm-Infekt gedeutet werden. Noch häufiger verläuft die Infektion sogar ganz ohne Krankheitszeichen. Eine akute Hepatitis-E-Infektion kann aber auch tödlich sein. Eine Gefahr besteht fast ausschließlich bei Immungeschwächten wie Krebspatienten in der Chemotherapie oder Frauen in der Schwangerschaft. Die Mehrzahl der in Europa auftretenden Hepatitis-E-Erkrankungen sind aber wohl nicht eingeschleppt, sondern hier erworben.

Von MAZ

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