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Mehr Fälle von Krebs in Brandenburg

Krankheit Mehr Fälle von Krebs in Brandenburg

Die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen in Brandenburg ist gestiegen. Die Betroffenen leben heute aber deutlich länger als noch vor zehn Jahren. Das geht aus dem umfangreichen Krebs-Bericht des Robert-Koch-Instituts bevor. Demnach sind Männer in Brandenburg besonders betroffen.

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Tumorforscher bei der Arbeit.

Quelle: Bernd Wüstneck

Berlin. Obwohl die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen gestiegen ist, leben die Betroffenen heute deutlich länger als noch vor zehn Jahren. Diejenigen, die an Krebs sterben, werden heute im Durchschnitt 74 Jahre alt und damit vier Jahre älter als noch vor 35 Jahren. Das geht aus dem ersten Bericht zum Krebsgeschehen hervor, den das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag in Berlin vorgestellt haben.

Hauptgrund für die Zunahme ist die älter werdende Gesellschaft. Bei vielen Krebsarten steigt das Erkrankungsrisiko im Alter. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, erklärte: „Die Erfolge bei der Krebsbekämpfung haben inzwischen auch zum Anstieg der Lebenserwartung beigetragen.“ Sobald man den Altersaspekt heraus rechnet, sei bei einigen Krebsarten sogar eine Trendwende zu beobachten, also ein Rückgang der Neuerkrankungen. Rückläufig sei zum Beispiel Lungenkrebs bei Männern. Laut Wieler ein Erfolg von Aufklärungskampagnen und dem Rückgang des Rauchens.

7800 Brandenburger sterben jedes Jahr an Krebs

Seit 1970 hat sich die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen fast verdoppelt – auf 482 500 Menschen im Jahr 2013. In Brandenburg erkranken jährlich rund 15 400 Menschen neu an Krebs, etwa 7 800 sterben jedes Jahr an den Krankheitsfolgen.

Trotz der besseren Therapiechancen sind Brandenburger Männer weiterhin besonders gefährdet. Die Zahl der Neuerkrankungen ist bei ihnen seit 1970 um das zweieinhalbfache, bei den Brandenburgerinnen dagegen nur um das 1,7-fache gestiegen. Bei den Männern aus Brandenburg treten Tumore am häufigsten in der Prostata, Lunge und im Darm auf. Bei den Brandenburgerinnen ist Brustkrebs am häufigsten, gefolgt von Darm- und Lungenkrebs.

Hoffnungen ruhen auf Krebsregister

Viel versprechen sich die Wissenschaftler von klinischen Krebsregistern, die sämtliche Daten zur Behandlung von Krebspatienten zusammentragen. Die Länder sind per Gesetz verpflichtet, bis Ende 2017 ein funktionierendes Krebsregister aufzubauen. Das Land Brandenburg sieht sich dabei als Vorreiter. Die Mark hat bereits seit 1995 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister. Darin werden Daten zu Therapie und Nachsorge von Krebserkrankungen gebündelt.

Ein Vierteljahr nach Inkrafttreten des gemeinsamen Registers von Brandenburg und Berlin sind Interesse und Meldebereitschaft für dieses bundesweit einzige länderübergreifende Krebsregister hoch. Die breite Datenbasis sei ein Grund, warum die Behandlung von Krebskranken in Brandenburg so erfolgreich ist, so ein Sprecher des Landes-Gesundheitsministeriums.

Für einige wenige Krebsarten bestehen nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern: So liegen Erkrankungs- und Sterberaten für Brustkrebs sowie Lungenkrebs bei Frauen im Westen deutlich höher als im Osten. Umgekehrt sind Krebserkrankungen des Magens, der Gebärmutter und bei Männern auch bösartige Tumore im Mund/Rachenbereich in den neuen Bundesländern häufiger.

Von Diana Bade

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