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Brandenburg Mehr Gäste in Brandenburg: Tourismus boomt wie nie
Brandenburg Mehr Gäste in Brandenburg: Tourismus boomt wie nie
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18:40 14.09.2018
Fläming-Skate zwischen Kolzenburg und Jänickendorf Quelle: Lorenz Reck
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Potsdam

Ein Anstieg bei Gästezahlen, mehr Übernachtungen und ein Plus bei den Umsätzen – der Tourismus in Brandenburg ist auch in diesem Jahr weiter im Wachsen. In den ersten sechs Monaten stieg die Zahl der Gästeübernachtungen gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 um 4,9 Prozent auf mehr als sechs Millionen. Das geht aus dem neuen Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) hervor, der am Freitag in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) vorgestellt wurde. Die Zahl der Gäste stieg danach um 4,2 Prozent auf 2,3 Millionen.

Trotz der günstigen Zahlen raten die Tourismusexperten den Firmen dazu, die vorhandenen Potenziale vor Ort noch besser zu nutzen. Gäste würden sich eine klare Positionierung und authentische Erlebnisse wünschen. Anbieter sollten ihre Angebote auf die besonderen Wünsche von Zielgruppen ausrichten, wie Radfahrer oder Familien mit Kindern. „Hier gibt es Nachholbedarf“, stellen die Autoren der Untersuchung fest. Nur etwa ein Drittel aller Betriebe in Brandenburg würden ein klares Profil vermarkten.

Gute Marktchancen für kleine Betriebe

OSV-Präsident Michael Ermrich sagte: „Erfolg im Tourismus braucht eine konsequente Qualitätsorientierung und kundennahe Ausrichtung.“ Gute Marktchancen werden in der Studie vor allem kleinen Betrieben eingeräumt, „wenn sie in die Inszenierung des Themas sowie in die feste Verankerung und Vernetzung im jeweiligen Tourismusgebiet investieren“. Sie prägen laut OSV zu zwei Dritteln den ostdeutschen Beherbergungsmarkt.

Brandenburg-Besucher würden besonders die märkischen Seen schätzen und auf naturnahe Outdoor-Aktivitäten und Camping setzen. Im Trend lägen moderne Angebote zum niedrigen Preis, aber auch Luxus-Offerten. Dazu zählten kleinere, exklusive Boutique-Hotels, private Ferienhäuser oder glamouröses Camping („Glamping“).

Havelland mit zweistelligen Zuwächsen

Eine der touristischen Boom-Regionen in Brandenburg ist das Havelland. Betriebe können sich dort im ersten Halbjahr 2018 über ein Plus von über 12 Prozent bei Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum freuen. Das seien überdurchschnittliche Zuwächse, hieß es. Zuwächse von vier Prozent verzeichnet der Fläming. Dafür hat Catharina Weisser vom Tourismusverband Fläming eine Erklärung: Die Feierlichkeiten zu 500 Jahre Reformation im vorigen Jahr wirken nach und ziehen weiter Gäste an. Ein großer Erfolg seien beispielsweise in Jüterbog, einem Kerngebiet der Reformation, die Stadtführungen. „Diese laufen auch dieses Jahr sehr gut“, sagte Weisser.

Der Fläming werde überdies immer stärker als Wanderregion entdeckt. Besonders beliebt seien die Strecken auf und rund um den Flämingskate. „Da hatten Gäste besonders während der Ferien Schwierigkeiten, ohne längere Vorbuchung noch spontan eine Unterkunft zu finden“, so Weisser.

Zum Besucher-Aufschwung trugen auch Ausstellungen und Freilichtmuseen dar. Nach Angaben der Geschäftsführerin von Kulturland Brandenburg, Brigitte Faber, ist besonders das Kloster Neuzelle im Oderbruch nachgefragt, das im Mai neu eröffnet wurde. „Wir hatten am Tag der Eröffnung über 500 Besucher.“ Auch der Fürst-Pückler-Park Branitz bei Cottbus werde derzeit von Besuchern sehr gut angenommen.

Spitzenreiter Havelland

Im Havelland gab es laut Tourismusbarometer bei den Übernachtungen die größten Zuwächse (plus 12,1 Prozent), gefolgt von der Uckermark (+ 8,2 Prozent), Prignitz (+ 7,5 Pro- zent) und Lausitzer Seenland (+ 7,2 Prozent), Potsdam (+ 6,9 Prozent) und Spreewald (+ 6,6 Prozent).

Elbe-Elster-Land (+ 0,5 Prozent), Niederlausitz (+ 0,4 Prozent) und Ruppiner Seenland (0 Prozent) bildeten die Schlusslichter in der Halbjahresbilanz.

 

Von Igor Göldner und Rüdiger Braun

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