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Mehr Geld vom Staat für Katholiken

Katholische Kirche unterstützt „Bündnis für Brandenburg“ Mehr Geld vom Staat für Katholiken

Die Katholische Kirche hat der Fremdenfeindlichkeit eine klare Absage erteilt und unterstützt künftig das brandenburgische Bündnis zur Integration von Flüchtlingen. Die Verträge dazu sind unterzeichnet. Für die Katholiken gibt es unterdessen noch eine weitere gute Nachricht, denn sie bekommen künftig mehr Landeszuschüsse.

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Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, m.) am Dienstag in Potsdam zwischen Erzbischof Heiner Koch (r.) und Bischof Wolfgang Ipolt (l.).

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Die Katholische Kirche erhält mehr Geld vom Land Brandenburg. Der Betrag steigt um 200 000 auf 1,2 Millionen Euro pro Jahr, wie Regierungssprecher Andreas Beese am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte sich das rot-rote Kabinett darauf geeinigt, die Zuwendungen rückwirkend zum 1. Januar 2015 zu erhöhen. Die Zahlungen sind eine Entschädigung für die Enteignung von Klöstern und Ländereien in der Zeit der Säkularisierung. Die Katholische Kirche verzeichnet durch Zuwächse im Berliner Umland und an der Grenze zu Polen steigende Mitgliedszahlen. Ende 2013 lebten 80 000 Katholiken im Land, etwa 3,3 Prozent der Bevölkerung.

Katholische Kirche unterstützt „Bündnis für Brandenburg“

Die Katholische Kirche hat sich unterdessen dem neuen brandenburgischen Bündnis zur Integration von Flüchtlingen und gegen Rassismus angeschlossen.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch und der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt unterzeichneten am Dienstag in Potsdam nach dem ersten gemeinsamen Treffen mit der Landesregierung den Gründungsaufruf. Das „Bündnis für Brandenburg“ von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kirchen, von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Wohlfahrtsverbänden war in der vergangenen Woche gegründet worden.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), der selbst evangelisch ist, würdigte das gesellschaftliche Engagement der katholischen Kirche im Bundesland und unterstrich dabei besonders den Einsatz für Flüchtlinge. Die Kirche trage damit zu einer Kultur der Offenheit, Toleranz und Menschlichkeit bei, betonte Woidke. Dafür sei er „sehr, sehr dankbar“. Die Integration der Flüchtlinge sei eine große Herausforderung, die nur gemeinsam bewältigt werden könne.

Klare Absage an Fremdenfeindlichkeit

Erzbischof Koch stellte dem Bundesland ein vergleichsweise gutes Zeugnis bei der Unterbringung von Flüchtlingen aus. Brandenburg habe diese Aufgabe deutlich besser im Griff als Berlin, betonte der Theologe. Integration sei zudem auch eine Frage persönlicher Beziehungen, unterstrich Koch und rief die Brandenburger dazu auf, besonders in der Advents- und Weihnachtszeit Flüchtlinge einzuladen.

In der Flüchtlingsfrage gebe es mit dem Bekenntnis zur Menschenwürde für die Kirche eine Linie, die sie nicht überschreiten werde, sagte Koch und erteilte Positionen wie denen der AfD eine klare Absage. Die katholische Kirche habe dazu eine „inhaltlich deutlich kritische Sicht“, sagte der Erzbischof. In Dresden, wo er zuvor Bischof war, habe er die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die sich auf der Straße angeblich für den Erhalt der abendländischen Kultur einsetzen, meistens nicht einmal die ersten Strophen der Weihnachtslieder kennen, sagte Koch. Die Kirche bleibe jedoch gesprächsbereit auch für Menschen mit Ängsten und anderen Auffassungen.

 

Von MAZonline / Bastian Pauly / dpa

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