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Mehr Hilfe für 55000 demenzkranke Märker

Bund reformiert Pflegeversicherung Mehr Hilfe für 55000 demenzkranke Märker

Es gibt immer mehr Demenzpatienten in Brandenburg. Bis 2030 werden es mehr als 87000 sein. Für sie und ihre Angehörigen gibt es jetzt eine gute Nachricht. Sie können auf bessere Hilfe hoffen. Doch das flexible System hat ein Manko: Für Angehörige wird der Leistungsdschungel immer undurchsichtiger.

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Immer mehr Brandenburger leiden an Demenz.

Quelle: DPA

Potsdam. Die 55 000 Demenzerkrankten in Brandenburg und ihre Angehörigen können auf eine bessere Unterstützung im Alltag hoffen. Die Hilfe soll mit der am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossenen Pflegereform früher einsetzen und dafür sorgen, dass die Betroffenen möglichst lange selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Bald 87 000 Betroffene in Brandenburg

„Über die Leistungshöhe entscheidet künftig, was jemand noch selbst kann und wo sie oder er Unterstützung braucht – unabhängig ob durch Demenz oder körperliche Einschränkung“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). In den kommenden 15 Jahren soll die Zahl der an Demenz leidenden Brandenburger auf mehr als 87 000 steigen.

Demenz-Beraterin: Angehörige werden entlastet

Die Demenz-Beraterin Antje Baselau von der Brandenburger Alzheimer-Gesellschaft begrüßt die Reform und spricht von einem Philosophiewechsel. „Bislang kam es darauf an, wie viele Minuten Unterstützung ein Mensch mit Demenz für bestimmte Tätigkeiten braucht. Jetzt wird geschaut, wie selbstständig man ist“, erklärte sie. Angehörige würden entlastet. „Sie können Leistungen der Pflegeversicherung flexibler nutzen“, so Baselau. Mit der Reform würden künftig auch Alltagshilfen finanziell unterstützt – etwa gemeinsames Kochen, Einkaufen oder Spazierengehen. Ein Manko sieht die Expertin jedoch: Der Beratungsbedarf für Angehörige steige ganz erheblich.

Flexibleres System, höherer Beratungsbedarf

Das sieht Brandenburgs Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt ähnlich. „Viele Pflegebedürftige und Angehörige sind schlicht überfordert, sich in dem Leistungsdschungel zurechtzufinden“, sagte sie, lobte jedoch den Reformansatz: „Wir begrüßen, dass nun endlich ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt wird. Das ist überfällig.“ Menschen mit Demenzerkrankungen könnten nun eine passgenauere Unterstützung erhalten.

Patientenschützer: Bald sind die Kassen leer

Doch die Stiftung Patientenschutz kritisiert, dass die Reform zu kurz greife. „Es fehlt ein Konzept, das die Pflege zukunftssicher und generationengerecht macht“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. „Die jüngeren Beitragszahler von heute wissen nicht, welche Leistungen sie später bekommen werden.“ In sieben Jahren gehe der Pflegeversicherung das Geld aus, neue Beitragserhöhungen würden nötig.

500 000 Menschen sollen zusätzlich von der Reform profitieren. Zum 1. Januar 2017 steigt der Beitragssatz um 0,2 Prozentpunkte an.

Aus drei mach fünf: Neue Pflegestufen

In einem ersten Schritt waren bereits zum Jahreswechsel zahlreiche Leistungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige verbessert worden. Bei der zweiten Reformstufe, die zum 1. Januar 2017 wirksam werden soll, geht es nun im Kern um eine Besserstellung von Demenzkranken im Pflegesystem. Bisher profitieren sie nicht in gleichem Maße von den Leistungen wie körperlich beeinträchtigte Menschen. Bei der Begutachtung sind sie künftig gleichrangig.

Die drei bisherigen Pflegestufen werden künftig durch fünf differenziertere Pflegegrade ersetzt. Bei der Einstufung wird zum Beispiel darauf geachtet, inwiefern sich der Pflegebedürftige noch selbst versorgen kann, wie mobil er ist und wie sein Sozialverhalten ist. Ein Bestandsschutz soll gewährleisten, dass niemand schlechter gestellt wird als bisher.

Von Torsten Gellner

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