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Mehr Sicherheitspersonal in Zügen gefordert

Nach Überfall in Regionalbahn Mehr Sicherheitspersonal in Zügen gefordert

Nach dem brutalen Angriff auf eine Familie in einer Regionalbahn bei Strausberg (Märkisch-Oderland) werden die Rufe nach mehr Sicherheit in Zügen lauter. Eisenbahngewerkschaft, Polizei und Fahrgastverband fordern zusätzliche Kräfte auch auf Bahnsteigen.

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Polizei und Fahrgastverband fordern zusätzliche Kräfte auch auf Bahnsteigen.

Quelle: Marius Becker

Potsdam. Nach dem Angriff auf eine Familie in einer Regionalbahn bei Strausberg (Märkisch-Oderland) werden die Rufe nach mehr Sicherheit in Zügen lauter. Der Fahrgastverband Pro Bahn, die Polizei und die Eisenbahngewerkschaft forderten am Freitag mehr Personal in Zügen und an Bahnsteigen. "Es liegt auf der Hand, dass die Sicherheit in Zügen durch mehr Zugpersonal erhöht werden kann", sagte Peter Neumann, Landeschef der Polizeigewerkschaft DpolG, der MAZ. Es reiche nicht aus, wie von manchen gefordert, Zugbegleiter nur zu bestimmten Stoßzeiten einzusetzen: "Die Übergriffe sind nicht tages- und zeitabhängig. Das kann immer vorkommen", betonte der Landesvorsitzende.

Insbesondere unter Jugendlichen habe das Gewaltpotenzial in den vergangenen Jahren zugenommen. Bei Übergriffen spiele oft auch Alkohol eine Rolle. Von einem Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln, das es in einigen Städten Deutschlands schon gibt, hält Neumann jedoch nichts: "Was verboten ist, reizt die Leute noch mehr."

Der Fahrgastverband Pro Bahn sieht die Politik in der Pflicht, bei der Bestellung von Zügen auf genügend Personal zu achten. "In den Ausschreibungen wird festgelegt, wie viel Begleitpersonal im Zug ist. Mit einer 100-prozentigen Begleitquote kann man natürlich auch mehr Sicherheit garantieren", sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Ähnlich die Einschätzung der Eisenbahngewerkschaft EVG: "Wir fordern, dass die Zugbegleitung bei Ausschreibungen grundsätzlich zur Pflicht wird", sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz der MAZ.

Angriff auf Familie war Auslöser

  • Auslöser der Debatte war der tätliche Angriff auf eine Familie am vergangenen Samstag. Auf einen Familienvater, der drei junge Männer in einem Regionalzug nach Strausberg um etwas mehr Ruhe bat, wurde mit Fäusten eingeschlagen. Auch dessen Frau und der gemeinsame Sohn bekamen Schläge ab. Alle drei mussten im Krankenhaus behandelt werden.
  • Nachdem mit Fotos einer Überwachungskamera nach den mutmaßlichen Angreifern gefahndet wurde, stellten sich die Drei am Mittwoch der Polizei.
  • Die Männer im Alter von 17, 26 und 27 Jahren machten der Polizei zufolge jedoch widersprüchliche Angaben über den Tathergang.

Laut einer aktuellen Studie finden die meisten Übergriffe in Berlin statt. Im ersten Quartal 2014 hat es in der Bundeshauptstadt mehr als 60 Übergriffe gegeben, erklärte Reitz. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Viele Vorkommnisse würden nicht gemeldet. "Hier muss ein Bewusstseinswandel stattfinden", forderte Reitz. Gewalt dürfe nicht einfach hingenommen werden. Besonders oft richteten sich die Aggressionen an Zugbegleiter, und zwar dann, wenn diese schlicht nach einem Fahrausweis fragen. Beleidigungen, Tritte, Anspucken, Stöße und das Werfen von Flaschen nach den Bediensteten sind der Statistik zufolge keine Seltenheit.

Nötig ist laut Pro Bahn-Sprecher Naumann allerdings nicht nur mehr Zugpersonal, sondern auch eine vernünftige Ausstattung der Bundespolizei. Sie müsse in der Lage sein, eingreifen zu können. "Es nützt nichts, wenn Sie eine Notrufmeldung absetzen und der nächste Bundespolizist 50 Kilometer entfernt ist", sagte er. Naumann wies auch darauf hin, die statistische Gefahr, Opfer von Gewalt zu werden, sei im Bahnbereich wesentlich geringer als außerhalb – und in den Zügen geringer als auf Bahnsteigen.

Von Anne-Kathrin Fischer

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