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Brandenburg Mehr Züge und bessere Qualität – aber erst 2022
Brandenburg Mehr Züge und bessere Qualität – aber erst 2022
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20:59 30.08.2018
Der Nahverkehr soll besser werden – viele Veränderungen greifen aber erst in einigen Jahren. Quelle: Jörg Carstensen/dpa (Archiv)
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Potsdam

Mehr Züge mit mehr Plätzen, geringere Taktzeiten und mehr Komfort – das sieht der neue Landesnahverkehrsplan vor, der vor allem Pendlern in Brandenburg und Berlin Erleichterungen bringen soll. Deren Zahl steigt ständig. Aktuell pendeln täglich rund 300.000 Menschen aus Brandenburg nach Berlin und 180.000 in die andere Richtung. Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) sagte am Donnerstag bei der Vorstellung des Plans, auf vielen Linien müssten gerade in der Hauptverkehrszeit die Kapazitäten erhöht werden.

Schneider kündigte für die kommenden Jahre ein ganzes Paket an Verbesserungen an. So sollen Busse und Bahnen öfter fahren, es soll kostenloses Wlan in den Zügen geben, Echtzeit-Informationen auf Apps und bessere Barrierefreiheiten geben. Es soll sowohl die Zeit der Streckenstilllegungen als auch der Bahnhofsschließungen vorbei sein. „Wir stellen die Weichen für 10 Millionen mehr Zugkilometer in den kommenden zehn Jahren“, hob Schneider hervor.

Viele Verbesserungen erst ab 2022

Allerdings dürfte es mit einer deutlichen Verbesserung auf den am stärksten nachgefragten Strecken noch dauern. Etliche neue Linien und erhebliche Taktverdichtungen wird es den Plänen zufolge erst ab Ende 2022 geben. Der Grund: Die Ausschreibung für das Teilnetz Elbe-Spree ist erst im vergangenen Jahr gestartet worden und läuft noch. „Das ist der größere Schritt“, so Schneider. Es kommen mehr Fahrzeuge mit mehr als 500 Sitzplätzen. Das seien deutliche Kapazitätserweiterungen. Als Beispiele nannte die Ministerin die Strecke von Nauen nach Cottbus, wo es künftig vier statt bisher drei Linien geben soll. Zwischen Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel soll es drei statt zwei Fahrten pro Stunde in der Hauptverkehrszeit geben.

Gestartet werden soll demnächst die Ausschreibung für das Netz Lausitz. Geplant sei, dass es zwischen Cottbus und Senftenberg einen 30-Minuten-Takt künftig geben soll. Dieser Ausbau soll vor allem den Studenten an den beiden Hochschulstandorten zugutekommen. Überdies soll es auf der Strecke Cottbus nach Leipzig bessere Fernverkehrsanschlüsse geben. Für Brandenburg bedeuten die Pläne ein Plus an Zugkilometern von 3,5 Millionen.

Diskussionen um RB 21 im Havelland

Noch keine Lösung gibt es im Streit um die Anbindung des Bahnhofs Wustermark im Havelland. Dieser soll – anders als bislang – ab Dezember 2022 von der Linie RB21 nicht mehr angefahren werden. Dafür gebe es betriebstechnisch keine andere Möglichkeit, argumentiert Ministerin Schneider. Der Zug fahre nach jetziger Planung von Potsdam über Golm und Elstal nach Berlin-Gesundbrunnen.

Gegen diese Pläne gibt es massive Widerstände im Havelland. Schneider kündigte ein Moderationsverfahren an, das vom Bahn-Experten Hans Leister geleitet werden soll. Leister ist Chef einer Beratungsgesellschaft und war früher selbst Bahn-Manager. Anfang September soll es ein erstes Gespräch geben, an dem auch Schneider teilnehmen will. „Unser Ziel ist es, eine vernünftige Lösung zu finden“, so die Ministerin.

Die Opposition reagierte unterschiedlich. Grünen-Verkehrssprecher Michael Jungclaus sagte, der Nahverkehrsplan enthalte zwar eine Reihe von Verbesserungen im Schienenverkehr, ein Großteil davon werde allerdings erst in vier Jahren umgesetzt. „Das ist höchst unbefriedigend.“ Für die Pendler würden bis dahin volle Züge, ständige Verspätungen und Zugausfälle weiterhin den Alltag bestimmen.

IHK fordert Tempo beim Ausbau

Auch die CDU monierte, dass es frühestens ab 2022 nennenswerte Verbesserungen geben werde. Der verkehrspolitische Sprecher Rainer Genilke sagte, trotz vieler Hinweise habe die Landesregierung zu lange gewartet mit Planung und Ausbau neuer Infrastruktur und zusätzlichen Zugbestellungen.

Auf Tempo drängt der Präsident der Industrie- und Handelskammer Potsdam, Peter Heydenbluth. „Langwierige Planungsprozesse kann sich das Land nicht erlauben.“ Planung und Ausbau müssten so schnell wie möglich erfolgen. Wichtig sei die Anbindung der Städte und des ländlichen Raumes.

Der Entwurf zum Nahverkehrsplan lag von Oktober bis Ende 2017 im Land aus. Verbände, Kommunen, Verkehrsunternehmen und Bürger konnten dazu Stellung nehmen. Das Echo war groß.

 

Von Igor Göldner

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