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Mehr Züge und neue Linien für Brandenburg

Landesnahverkehrsplan Brandenburg Mehr Züge und neue Linien für Brandenburg

Brandenburg will den Schienennahverkehr im Land bis 2022 mit neuen Linien und mehr Zügen ausbauen. Überfüllte Pendlerzüge sollen dann der Vergangenheit angehören. Die wichtigsten Vorhaben im Überblick.

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Neue Züge und Strecken sollen bis 2022 die stark nachgefragten Strecken entlasten.

Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburg will den Schienennahverkehr im Land bis 2022 mit neuen Linien und mehr Zügen ausbauen. „Wir werden das Angebot an vielen Stellen im Netz ausweiten“, sagte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) am Montag in Potsdam.

Anlass war die Vorstellung des Entwurfs der Landesregierung für den neuen Landesnahverkehrsplan. Bis 2022 sollen mit rund 34 Millionen Zugkilometern etwa acht Prozent mehr Leistung im Regionalverkehr bestellt werden. Profitieren würden vor allem Strecken von und nach Berlin sowie im Umfeld der Hauptstadt. Zugleich versprach Schneider, dass das Angebot nirgendwo im Land reduziert werde.

Diese Strecken will Brandenburg ausbauen:

Nauen – Berlin: vier Züge pro Stunde

Frankfurt (Oder) – Brandenburg/Havel: drei Züge pro Stunde in der Hauptverkehrszeit

Lübbenau – Berlin: drei Züge pro Stunde in der Hauptverkehrszeit

Bad Belzig – Berlin: Zwei Züge pro Stunde

Neue Linienführung: Potsdam – Golm – Elstal (neuer Bahnsteig) – Spandau – Gesundbrunnen

Neue Linien Flughafen BER – Oranienburg und Flughafen BER – Ludwigsfelde

Verlängerung der Ostbahn RB 26 bis Berlin-Ostkreuz

Stundentakt RB 36 Eberswalde-Frankfurt (Oder)

Direktverbindung Finsterwalde – Berlin

Neuer IC Dresden-Rostock: Schnellere Verbindung Elsterwerda-Doberlug-Kirchhain -Flughafen BER-Berlin

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Anbindung des Flughafens BER

Zur Eröffnung des BER soll der Flughafen alle 20 Minuten per S-Bahn (S49 und S9) erreicht werden. Alle 30 Minuten fährt der Flughafenexpress (FEX) zunächst noch über Ostkreuz bis Hauptbahnhof. Nach Inbetriebnahme der Dresdner Bahn (2025 nach jetzigem Stand) fährt der FEX dann direkt über Südkreuz nach Berlin alle 15 Minuten bei einer Fahrtdauer von 20 Minuten.

Erreichbar ist der Airport auch über die Strecke Dessau – Berlin – BER – Wünsdorf; Nauen – Berlin – BER; Potsdam – Golm – BER – Königs Wusterhausen.

Die S-Bahn-Verlängerungen etwa nach Velten, der Ausbau des Prignitz-Expresses, die Heidekrautbahn und die Potsdamer Stammbahn werden im Rahmen der vor drei Wochen unterzeichneten Rahmenvereinbarung mit der DB Netz diskutiert. Konkrete Beschlüsse gibt es hierzu noch nicht. Die eingesetzte Arbeitsgruppe trifft sich erstmals im November. Die Planungen könnten Jahre dauern – das Konzept trägt den Namen i2030.

Nachfragesteigerung trotz Bevölkerungsrückgang

Momentan liegt die bestellte Verkehrsleistung im Regionalverkehr bei 31,5 Millionen Kilometern im Jahr. Bis 2022 soll sie um etwa acht Prozent auf 34 Millionen Kilometer steigen. Die Mehrkosten bezifferte Schneider nach einer ersten Schätzung auf 25 Millionen Euro im Jahr. Profitieren würden vor allem Strecken von und nach Berlin sowie im Speckgürtel. Doch nicht nur hier sei der Bedarf groß, wie Schneider erklärte. „Die Pendlerzahlen steigen.. Selbst in Gebieten, wo die Bevölkerungszahlen zurückgehen, steigt die Nachfrage.“ Der Passagieranstieg im Verkehrsverbund Berlin- Brandenburg lag zuletzt bei plus fünf Prozent – das ist die bundesweit höchste Nachfragesteigerung.

Entscheidung über S-Bahn und Stammbahn vertagt

Die Wiederbelebung der Potsdamer Stammbahn über Kleinmachnow nach Berlin soll ebenso wie der Ausbau des Prignitz-Expresses sowie der möglichen S-Bahn-Verlängerungen nach Velten oder Rangsdorf gemeinsam mit der DB Netz diskutiert werden. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob ein Streckenausbau parallel zu einer S-Bahn-Verlängerung räumlich überhaupt möglich ist. Klären soll das ein Lenkungsausschuss, der sich Ende November erstmals trifft. Dazu hat Brandenburg mit Berlin und der Bahn eine Rahmenvereinbarung zum Ausbau der Infrastruktur bis 2030 geschlossen.

Gibt es genügend Züge?

Ein großes Fragezeichen stellt jedoch die Beschaffung neuer Züge dar. Auf stark nachgefragten Strecken sollen künftig verstärkt Doppelstöcker eingesetzt werden. Die Bestellung der Züge ist Sache der Verkehrsunternehmen, die letztlich den Zuschlag der neu ausgeschriebenen Strecken erhalten. Doch der Markt ist stark nachgefragt; schon jetzt fehlen auf einigen Verbindungen Züge, die eigentlich längst hätten geliefert werden müsse, wie Schneider einräumte.

Susanne Henckel vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg kündigte außerdem an, dass sich die Fahrgastinformationen und Qualität an Bord der Züge verbessern sollen. So soll es an den Wochenenden mehr Platz für Fahrräder geben. Passagiere sollen schon am Bahnsteig Hinweise darauf erhalten, welche Waggons noch freie Stellplätze haben. Außerdem soll der Einsatz von freiem WLan in Zügen ausgebaut werden.

Von Torsten Gellner

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