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Mehrheit erteilt Gauland die Rote Karte

Reaktionen aus Brandenburg Mehrheit erteilt Gauland die Rote Karte

Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland will seine rassistische Äußerung über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng gar nicht gesagt und ihn nicht beleidigt haben. Gedruckt ist es trotzdem und ruft in Brandenburg viele Reaktionen hervor – aus der Politik und bei Facebook.

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In Berlin geboren und aufgewachsen: Jérôme Boateng.

Quelle: dpa

Potsdam. Ungeachtet der Beteuerung von Alexander Gauland, die rassistische Äußerung gegen Jérôme Boateng so nicht gesagt und auch nicht für das Interview in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ freigegeben zu haben, gibt es zahlreiche Reaktionen auch aus Brandenburg.

Fußballfans zeigen vor Spielbeginn ein Plakat mit der Aufschrift „Jerome zieh neben uns ein“ am 29052016 beim Länderspiel Deutschland - Slo

Fußballfans zeigen vor Spielbeginn ein Plakat mit der Aufschrift „Jerome zieh neben uns ein“ am 29.05.2016 beim Länderspiel Deutschland - Slowakei in Augsburg .

Quelle: dpa

Politiker-Reaktionen aus Brandenburg:

Christian Görke , Linke-Chef in Brandenburg. „Gaulands Nachbarschaftspolitik ist klar völkisch.“

Ingo Senftleben , CDU-Chef in Brandenburg: „Gauland ist ein Wiederholungstäter. Die AfD rutscht zunehmend in offenen Rassismus ab. Gaulands Ausfall gegenüber einem verdienten Nationalspieler ist durch und durch unpatriotisch.“

Axel Vogel , Fraktionschef der Grünen im Landtag Brandenburg: „Mit seinen ständigen Tabu-Brüchen will er die AfD als Rechtsaußenpartei etablieren.“ Das sei gefährlich.

Sascha Krämer , Kreisvorsitzender Die Linke Potsdam: „Gauland lebt in einer Stadt, die maßgeblich von „Fremden“ beeinflusst wurde. Seien es die russischen Soldaten, die französischen Hugenotten, jüdische Kaufleute und Manufakturisten, belgischer Handwerker in der „Gewehrfabrique“, Schweizer Seidenbandweber und „Tobackspinner“ oder böhmischer Kattunweber in Nowawes - sie alle haben Potsdam zu dem Gemacht, was es heute ist. Herr Gauland macht sich keine Gedanke über die Wurzeln unserer Gesellschaft, die so vielfältig sind. Herr Gauland ist einfach nur ein Rassist, der mit menschenverachtenden Parolen versucht die Gesellschaft zu spalten. Die Vorurteile, mit denen er Boateng angeht, erinnert stark an die Kampagne der NPD zur WM 2006. In dieser rechten Ecke ist nun auch Herr Gauland gelandet.“

Martin Wandrey , Sprecher der Grünen Jugend Brandenburg: „Hass gegen einzelne Menschen zu verbreiten und ihnen aufgrund äußerer Merkmale die Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft abzusprechen sind überzeugende Eigenschaften eines Nazis. Wem es nicht gelingt mit Menschen klarzukommen, die nicht so homogen wie die schiefe Brandenburger Alterspyramide sind, ist ein Hindernis für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben in Brandenburg.“

Michael Müller (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister: „Spätestens jetzt müsste auch dem Letzten klar sein, welche Ziele Gauland und seine AfD verfolgen. Ihnen geht es ausschließlich um Spaltung und Ausgrenzung in der Gesellschaft und nicht um ihren Zusammenhalt.“

Frank Henkel , Berlins Innensenator (CDU): „Im Fußball gibt es nur eine Reaktion auf diesen Gauland-Ausfall, nämlich die Rote Karte!“

Reaktionen auf der Facebook-Seite von MAZonline (unredigiert):

Sebastian Völkel : „Der ist sicher mit der Zunge abgerutscht. Das Ganze hat doch Methode. Erst wird kräftig ausgeteilt, dann die Opferhaltung eingenommen. Und am Schluss liegt es für den Anhang wieder an der ,,Lügenpresse“. Dass selbiger Anhang hier bereits in der Zwischenzeit Menschen mit Eseln und Kühen verglichen hat und der Meinung ist, dass jemand mit ausländischen Wurzeln kein richtiger Deutscher sei, hat dann selbstverständlich nichts mit dem zu tun, was die AfD bezweckt.“

Marco da Silva : „man muß das doch nicht noch künstlich aufbauschen .... außer aber man hat befehl vom propagandaministerium immer drauf zu hauen und wenns noch so an den haaren herbeigezogen ist .... aber damit sorgt man eher für mehr zulauf bei und für die AfD statt sie zu diffamieren“

René Lachmann : „So, wie es dem Artikel in der FAZ zu entnehmen ist, beschreibt Gauland eine rassistische Gesellschaft, die eben mit zweierlei Maß mißt. Das Problem ist in meinen Augen also nicht, daß jemand diesen Mißstand feststellt (und evtl. ausnutzt), sondern daß er sich feststellen läßt und die Realität einigermaßen beschreibt. Dabei ist es fast gleich, ob Gauland das genau so hält oder nicht. Ehrlich betrachtet, läßt uns der Artikel auch darüber im Unklaren.“

Heike Baumann : „Wer ist Gauland ....für mich ist Boateng ein großartiger Sportler und ich denke es wird ihn kaum interessieren was der Kasper da von sich lässt“

Hartmut Engler : „Nationalmannschaft heißt für mich das deutsche Spieler für ihr Land spielen und nicht das nach Bedarf Menschen aus anderen Nationalitäten eingedeutscht werden.“

Ramona Streisel : „Ich glaube Herr Boateng ist deutscher als ein Herr Engler. Ich hoffe, er verkneift sich die Spiele der Nationalmannschaft, sonst bekommt er noch einen Kulturschock.“

Weitere Meinungen auf Facebook:

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Von MAZonline

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