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„Mein Kampf“ in Brandenburgs Klassenzimmer

Neuauflage erscheint „Mein Kampf“ in Brandenburgs Klassenzimmer

Adolf Hitlers antisemitische Hetzschrift „Mein Kampf“ kann Schullektüre in Brandenburg werden. 70 Jahre war der Nachdruck des Buches nicht erlaubt. Am Freitag kommt eine wissenschaftlich kommentierte Neuauflage in den Handel. Aus Sicht von Bildungsminister Günter Baaske (SPD) steht der Behandlung der kommentierten Neuauflage im Unterricht nichts im Wege.

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Kommentierte Ausgabe von „Mein Kampf“.

Quelle: dpa

Potsdam. Adolf Hitlers antisemitische Hetzschrift „Mein Kampf“ kann Schullektüre in Brandenburg werden. 70 Jahre war der Nachdruck des Buches nicht erlaubt. Am Freitag, 8. Januar 2016, kommt die Hetzschrift in einer wissenschaftlich kommentierten Neuauflage wieder auf den Markt. Aus Sicht von Bildungsminister Günter Baaske (SPD) steht der Behandlung des Werks im Unterricht nichts im Wege.

„Selbstverständlich kann die vom Institut für Zeitgeschichte kommentierte Neuausgabe von Hitlers Machwerk und Machtwerkzeug ,Mein Kampf’ im Unterricht eingesetzt werden“, sagte Baaskes Sprecher Florian Engels. „Wichtig ist natürlich, dass die Lehrkräfte das Thema im historischen Kontext mit den Jugendlichen besprechen und dabei durchaus aktuelle Bezüge herstellen können.“ So eigne sich der Text gut, um über Extremismus, Demagogie, Ausgrenzung oder die Verführung durch Sprache zu diskutieren, so Engels.

Geschichtslehrer finden Neuauflage gut

Damit folgt Brandenburg der Linie von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU), die den Einsatz der kritisch-kommentierten Neuauflage, die allein mehr als 3500 Anmerkungen hat, im Unterricht empfohlen hat.

„Wenn es um die NS-Ideologie geht, kommt man um dieses größte Machwerk des Antisemitismus nicht herum“, sagt Günter Kolende, Vorsitzender des Brandenburger Geschichtslehrerverbands. Gefährlich hält er das Buch heute nicht mehr. „Es ist nicht lesenswert und unverständlich“, sagt er. Schon vor der Neuauflage, betont er, habe er das Buch im Unterricht behandelt – in Auszügen. Auch im Bildungsministerium weist man darauf hin, dass die Analyse zeitgenössischer Quellen – wie etwa Hitlers Reden oder Schriften – eine gängige Methode im Unterricht sei.

Erschienen am 8

Erschienen am 8. Januar 2016

Quelle: dpa

Lehrergewerkschaft GEW ist skeptisch

Günther Fuchs, Chef der Lehrergewerkschaft GEW, ist dagegen skeptisch. „Als Klassensatz hat das Buch im Unterricht nichts zu suchen“, sagte er. „Junge Menschen müssen sich mit der NS-Zeit auseinandersetzen, aber ich habe Zweifel, ob das mit diesem Buch geschehen muss.“ Wichtig sei vor allem, dass es genügend Zeit für Geschichtsunterricht und entsprechend ausgebildetes Personal gebe.

Die Nachfrage nach dem etwa 2000 Seiten umfassenden Werk, das für 59 Euro angeboten wird und mehr als 3500 Anmerkungen hat, scheint in Brandenburg eher verhalten. „Es gab einige Anfragen zu dem Buch, aber keine Vorbestellungen“, sagte Jana Kolar-Voigt von der Fontane-Buchhandlung in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin). „Wer es möchte, kann es bei uns bestellen.“ Auslegen werde sie die Hetzschrift aber nicht.

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„Mein Kampf“

Soll Hitlers „Mein Kampf“ im Schulunterricht gelesen werden?

Von Torsten Gellner

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