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Brandenburg Merkel in Finsterwalde mit Hitler-Gruß begrüßt
Brandenburg Merkel in Finsterwalde mit Hitler-Gruß begrüßt
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22:07 06.09.2017
Am Mittwoch trat Angela Merkel in Finsterwalde auf. Gegendemonstranten zeigten ihr die Rote Karte. Quelle: dpa
Finsterwalde

Mit vielen lauten Pfiffen ist Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend auch bei ihrem Wahlkampfauftritt in Finsterwalde (Elbe-Elster) empfangen worden. Schon zuvor war die CDU-Chefin im nordsächsischen Torgau von Anhänger der rechtsextremen NPD und der AfD niedergebrüllt worden.

In Finsterwalde grölten Störer „Merkel muss weg“ und „Hau ab!“, jede Menge Trillerpfeifen waren zu hören. Auf Plakaten standen Aufschriften wie „Schnauze voll“, „Grenzen dicht“, „Bananenrepublik“ oder „Merkel wählen heißt Deutschland weiter quälen“. Gleichzeitig applaudierten aber auch Hunderte Besucher der Kanzlerin zu, als sie auf die Bühne auf dem Marktplatz ging. Das Pfeifkonzert ebbte nicht ab, Merkel blieb unbeeindruckt.

Quelle: dpa

Hitler-Gruß und Körperverletzungen

Während der Veranstaltung zeigten ein 36-Jähriger aus Finsterwalde und ein 39-Jähriger aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz den Hitlergruß. Dies teilte die Polizei am späten Abend mit. Gegen die beiden Männer wurden Verfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein.

Gegen zwei weitere Männer im Alter von 21 und 39 Jahren aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz wird wegen Körperverletzung ermittelt. Sie schlugen mit den Fäusten gegen andere Versammlungsteilnehmer.

Bereits Merkels Auftritt in Brandenburg an der Havel Ende August war von Protesten begleitet worden. Auch in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt war die CDU-Vorsitzende ausgepfiffen worden.

Zuvor in Torgau von NPD und AfD niedergebrüllt

Schon bevor Angela Merkel am Mittwoch auf dem Marktplatz im nordsächsischen Torgau ankommt, grölen Anhänger von NPD und AfD - dann brüllen sie die Kanzlerin während ihrer gesamten Rede nieder. Für die CDU war es am Mittwoch einer der schlimmsten Auftritte der bisherigen Wahlkampftour. Merkel zog ihre gut 30-minütige Rede unter anderem über Steuerpolitik, Anti-Terrorkampf und Bildungschancen aber unbeirrt durch - trotz „Buh“- und „Volksverräter“-Rufen. Auch „Abwählen“ und „Hau ab“ wurde geschrien.

Gleich zu Beginn richtete Merkel in Torgau indirekt das Wort an die wütenden Protestierer: Andere Länder würden sich freuen, „wenn sie unter so demokratischen Bedingungen demonstrieren könnten“.

Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ging ungewöhnlich deutlich und ohne Umschweife auf die Hasstiraden der schreienden Menge ein. Diese Menschen seien nicht in der Lage, sich einer Debatte zu stellen, sondern machten „nur Radau und Krawall“. Tillich: „Diese Republik wird nicht durch Brüllerei vorwärtskommen.“

Schätzungen zufolge waren mehrere Hundert Merkel-Gegner dort. Sie hupten, pfiffen und schrien rund um den Veranstaltungsplatz - auch in unmittelbarer Nähe zur Bühne. Insgesamt waren drei Gegendemonstrationen angemeldet. Die Alternative für Deutschland kam mit einem Bus in die Stadt an der Elbe, NPD-Anhänger hielten Plakate hoch. Auch die rechtsradikale Thügida aus Thüringen war mit einem Lautsprecherwagen vor Ort.

Merkel warb eindringlich dafür, zur Bundestagswahl zu gehen. „Sie spüren ja hier auf diesem Platz: Es wird am 24. September darauf ankommen.“ Alle müssten sich genau überlegen, mit wem sie „gut und gerne in Deutschland leben können“. Die CDU mache nicht immer alles richtig, aber sie könne Politik für die Menschen machen.

Von Anna Ringle

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