Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Messerstecher in Psychiatrie gebracht

Prozess gegen Wahntäter Messerstecher in Psychiatrie gebracht

Ein 54-Jähriger hat seinen Nachbarn mit einem Messer getötet. Er tat es im Wahn – und die Tragödie hätte vermieden werden können.

Voriger Artikel
Jeder 3. Grundschulklasse hat zu viele Kinder
Nächster Artikel
Promi-Kandidaten bei Bürgermeisterwahl

Polizisten am Tatort

Quelle: dpa

Brieskow-Finkenheerd. Ein 54-Jähriger aus Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree), der seinen Nachbarn im Wahn umgebracht hat, wird in der Psychiatrie behandelt. Das Landgericht Frankfurt (Oder) wies den Beschuldigten am Montag in ein Krankenhaus ein. Das Gericht folgte damit in dem sogenannten Sicherungsverfahren den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Laut Gutachten ist der Mann schuldunfähig – und die Verurteilung zu einer Haftstrafe nicht möglich.

Der Mann hatte im Frühjahr seinen Nachbarn erstochen, da er sich von dem 66-Jährigen bedroht fühlte. Mal verschwand Wäsche von der Leine, mal wechselte das Auto seinen Parkplatz, mal klafften große Lücken in der Kellerwand. Nach Auffassung des Gerichts sind die Dinge, die der Beschuldigte dem 66-jährigen Opfer vorwarf, jedoch nie passiert. Es habe sich vielmehr um ein „Wahngebilde“ – verstärkt durch Depression während der Tatzeit – gehandelt, erklärte der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs. „Der gesunde Intellekt konnte ihn nicht abhalten, die Tat zu begehen.“ Der Mann sei steuerungsunfähig gewesen. „Er hat schuldlos gehandelt“, sagte Fuchs.

Die Staatsanwältin erinnerte im Plädoyer an die Schilderung des 54-Jährigen vor Gericht: „Ich war wie ein Terrier im Blutrausch, es ist einfach über mich gekommen.“ Nach der Tat wollte sich der 54-Jährige mit Messerstichen umbringen – was jedoch misslang.

Der Vorsitzende Richter sagte, die wahnhafte Störung dauere an, erneut könne eine Straftat passieren. Der Beschuldigte glaube weiterhin an eine Bedrohung. Wie lange er in der Psychiatrie bleiben müsse, sei von der Entscheidung der Ärzte abhängig.

Die Wahnvorstellung hatte schleichend von dem 54-Jährigen Besitz ergriffen. Auf Rat seiner Frau wandte sich der Mann einen Monat vor der Tat an seine Hausärztin, die ihn an einen Fachmann überwies. Dort erhielt der Patient einen Termin für Januar 2016. Die Hausärztin intervenierte ohne Erfolg. Der Verteidiger betonte in seinem Plädoyer: „Da liegt die Tragik in diesem Verfahren.“

Von MAZ-Online

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg