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Brandenburg Messerstecher trotz Mordanklage teilnahmslos
Brandenburg Messerstecher trotz Mordanklage teilnahmslos
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18:16 24.08.2015
Daniel L. (l.) neben seinem Anwalt Peter Schmikale vor der Strafkammer im Landgericht in Frankfurt (Oder). Er muss sich wegen heimtückischen Mordes an seiner Ex-Freundin verantworten. Quelle: dpa-Zentralbild
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Frankfurt (Oder)

Er soll seine Ex-Freundin aus enttäuschter Liebe in einem Möbelhaus in Frankfurt (Oder) erstochen haben. Seit Montag steht der 35-Jährige wegen Mordes vor dem Landgericht Frankfurt (Oder). Täter und Opfer hatten eine zweimonatige Beziehung - der Mann soll die Trennung nicht akzeptiert haben. Laut Anklage stürmte er deshalb Mitte März diesen Jahres mit einem Messer und einer Pistole bewaffnet in den Möbelmarkt und stach zweimal mit einem Messer auf die Frau ein. Er traf Herz und Lunge. Obwohl das Opfer gleich medizinisch versorgt wurde und in ein Krankenhaus kam, überlebte es nicht.

Teilnahmslos selbst bei „Heimtücke“-Vorwurf

Die Polizei überwältigte den mutmaßlichen Täter am Tatort und nahm ihn fest. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun niedere Beweggründe und Heimtücke vor. Der Angeklagte schwieg vor Gericht, wirkte teilnahmslos.

Der Angeklagte Daniel L. schweigt bisher. Quelle: dpa-Zentralbild

Der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs zitierte aus den Ermittlungsakten. Danach haben sich Täter und Opfer im Sommer 2014 über das Internet kennengelernt. Die 35-jährige Frau fand den gelernten Elektriker nett, traf sich mit ihm ein paar Mal. Er sei zum Anfang immer sehr aufmerksam und fürsorglich gewesen, zitierte Richter Fuchs aus einer Strafanzeige des Opfers vom November 2014. Er könne gut kochen, bringe bei jedem Treffen Blumen mit. Als sie ihm von einem Kollegen erzählte, sei er sehr eifersüchtig geworden. Daraufhin habe sie sich sofort von ihm getrennt, hieß es.

Angeklagter bedrohte seine Ex-Freundin

Danach sei die Möbelmarkt-Disponentin von ihm bedroht und gestalkt worden. Zunächst sei sie per Messenger und SMS von ihm bedrängt worden. „Wenn ich Dich nicht kriegen kann, dann soll Dich kein anderer haben“, zitierte Fuchs aus einer SMS. „Dir schreckliche Schmerzen zuzufügen, ist meine größte Freude“, hieß es in einem anderen SMS-Text.

Daniel L. sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Quelle: dpa-Zentralbild

Dann soll der Angeklagte seinem Opfer im Internet nachgestellt und es diffamiert haben. Letztlich zeigte die Frau den 35-Jährigen wegen Stalkings an. Sie habe seitdem nur noch in Angst gelebt, sei sogar in psychologischer Behandlung gewesen, berichteten Kollegen des Opfers vor Gericht. Sie habe sogar den Marktleiter ins Vertrauen gezogen, sollte deshalb nach Berlin versetzt werden, berichtete ein weiterer Arbeitskollege.

Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt

„Die Schreie der jungen Frau höre ich noch heute“, berichtete ein Kollege vom Tattag. Der 57-Jährige hatte Rufe aus dem Lager vernommen, wollte mit einem Kollegen zur Hilfe eilen. Doch der Täter, der noch auf seinem Opfer kniete, zückte eine Pistole und gab ihnen zu verstehen, dass sie verschwinden sollten. Über Handy alarmierten die Männer die Polizei. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Das Urteil könnte Ende September gesprochen werden.

Von dpa

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