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Brandenburg Michael Schierack ist neuer CDU-Fraktionschef
Brandenburg Michael Schierack ist neuer CDU-Fraktionschef
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11:49 18.02.2014
Die Wahl zum Fraktionsvorsitzenden ist ein erster Stimmungstest für den neuen CDU-Spitzenkandidaten Michael Schierack. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Michael Schierack, ist zum neuen Vorsitzenden der Fraktion im Potsdamer Landtag gewählt worden. Damit setzt die oppositionelle Brandenburger CDU im Wahlkampf allein auf das Gesicht ihres Landeschefs. Wie die Fraktion am Dienstag mitteilte, erhielt der 47-jährige Schierack 16 von 17 gültigen Stimmen. Zwei Abgeordnete fehlten entschuldigt. Mit Spannung war erwartet worden, ob die in der Vergangenheit oft zerstrittene Fraktion Geschlossenheit zeigen würde. Die SPD hatte bereits weitere personelle Wechsel bis zur Wahl vorausgesehen.

Der bisherige Fraktionschef Dieter Dombrowski hatte vergangene Woche seinen Rückzug bekanntgegeben, um personelle Klarheit für das Superwahljahr mit Europa-, Kommunal- und Landtagswahl zu schaffen. Vorbei die bisher beschworene Arbeitsteilung: Schierack lenkt die Partei, Dombrowski die Fraktion. Mit Schierack als neuem Fraktionsvorsitzenden konzentriert die Partei alle Spitzenämter in einer Hand. Schierack war der einzige Kandidat für die Nachfolge des 62-Jährigen.

Dombrowski wurde mit 15 von 17 gültigen Stimmen zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. Er hatte im September 2012 in einer knappen Abstimmung den Vorsitz übernommen und war damals auf Saskia Ludwig gefolgt, die zuvor Fraktions- und Landeschefin gewesen war. Ihr war nach internen Querelen das Vertrauen entzogen worden. Danach hatte es eine Trennung der Ämter gegeben.

Offen für Bündnisse in fast alle Richtungen 

Schierack will auf einen sachlichen Wahlkampf setzen und damit die rot-rote Landesregierung ablösen. Umfragen zufolge wäre eine Koalition mit der SPD die einzige Machtperspektive für die CDU. Von der europakritischen Alternative für Deutschland (AfD) will sich Schierack nicht generell abgrenzen. Seine Partei werde die Debatte über die AfD führen. „Ich bin dagegen, von vornherein alles abzulehnen“, sagte Schierack der MAZ. Er gehe aber davon aus, dass die AfD nicht den Sprung in den Potsdamer Landtag schafft. Generell sei er für Bündnisse nach der Landtagswahl in alle Richtungen offen – außer mit der Linkspartei.

SPD bei MAZ-Umfrage vom Januar 2014 vorn

Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr war die CDU in Brandenburg deutlich vor der SPD gelandet. Jüngste Umfragen für das Land fielen dagegen ganz anders aus. Danach würden die Christdemokraten nur drittstärkste Kraft nach SPD und Linken werden. Der neue Landtag wird in Brandenburg am 14. September gewählt. Am 25. Mai sind zudem Kommunalwahlen und die Europawahl.

Bei der Wahl zum Landesvorsitzenden hatte Schierack im November 2012 nur knapp 70 Prozent der Stimmen erhalten. Damals hatten Grabenkämpfe in der Landtagsfraktion, aber auch Streit um die Nominierung von Bundestagskandidatinnen für reichlich Schlagzeilen gesorgt.

Neuer starker Mann der CDU: Michael Schierack

  • Brandenburgs CDU-Chef Michael Schierack ist mit Leib und Seele Arzt, aber auch gern Politiker. Nun soll der der 47-Jährige auch die Fraktion im Landtag anführen - und die Partei als starker Mann durch das Superwahljahr 2014 führen.
  • Der CDU-Spitzenkandidat gilt als ausgleichend, kann gut zuhören und setzt auf Einsicht beim Gegenüber. Für Entscheidungen nutzt der Wander- und Basketballfan gern die Erfahrungen eines ganzen Teams, Alleingänge sind ihm eher fremd.
  • Schierack konnte sich schon länger in Führungsämtern bewähren. So ist der gebürtige Lausitzer seit zwölf Jahren CDU-Kreischef in Cottbus. Im brandenburgischen Landtag war er bislang Stellvertreter von Fraktionschef Dieter Dombrowski. Im November 2012 wurde er zum CDU-Landesvorsitzenden gewählt, nachdem seine Vorgängerin Saskia Ludwig Saskia nach heftiger innerparteilicher Kritik zurückgetreten war.
  • Der verheiratete Vater zweier Kinder und gläubige Katholik sitzt seit 2009 im Landtag. Er beschäftigt sich gern mit gesundheits- und wissenschaftspolitischen Themen. An der Fachhochschule Lausitz hat er seit 2008 eine Honorarprofessur für Rehabilitationsmedizin.
  • Trotz politischer Arbeit würden seine Patienten in der Gemeinschaftspraxis weiter versorgt, versichert Schierack. Seine Arbeit als Orthopäde und Unfallchirurg ist ihm wichtig. In den kommenden Monaten stehe allerdings der Wahlkampf im Fokus, so der Mediziner. Seine Arzttasche hat er nichtsdestotrotz immer dabei, um im Notfall schnell helfen zu können.

MAZonline

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