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Brandenburg Milch und Obst sind Ladenhüter an Schulen
Brandenburg Milch und Obst sind Ladenhüter an Schulen
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15:56 26.12.2017
Die EU subventioniert Milchpäckchen für Schulen – aber das wird von Brandenburgs Schulen immer seltener genutzt. Quelle: dpa
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Potsdam

Milch gilt als wichtiger Baustein einer gesunden Ernährung – und soll zu einer „ausgewogenen Grundversorgung“ der Kinder beitragen – von der Kita bis zum Abitur. So fordert es das Bundeslandwirtschaftsministerium auf seiner Internetseite. Doch drei Jahre nach dem Start ist die Teilnahme am EU-Schulmilchprogramm in Brandenburg deutlich zurückgegangen. Im laufenden Schuljahr gibt es nach bislang nicht veröffentlichten vorläufigen Zahlen des Landesamtes für Ländliche Entwicklung nur noch an 204 Schulen und 337 Kitas kostenlose Milch. Im vorangegangenen Schuljahr 2016/2017 waren es noch 216 Schulen und 386 Kitas, ein Jahr zuvor sogar noch 228 Schulen und 409 Kitas. Auch das Schulobstprogramm, das immer wieder Gegenstand parlamentarischer Debatten war, erfüllte nicht die Erwartungen. 

Die Ursachen des abnehmenden Milchkonsums sind vielschichtig. Ein Händler, der in mehrere Bundesländer liefert, nannte als Hauptgrund die Personalknappheit an Schulen und Kitas. „Was Sekretärinnen und Hausmeister früher gemacht haben, macht heute keiner mehr.“ Sekretärinnen arbeiteten nur noch halbtags, Hausmeister seien „outgesourced“. Und die Lehrer seien überfordert. Auch sei die EU-Beihilferegelung zu bürokratisch. Zudem sinke die Verdienstspanne der Lieferanten seit Jahren. Er befürchte, dass die Teilnahme an dem Programm weiter zurückgehen werde.

Der zuständige Referent im Brandenburger Landwirtschaftsministerium, Axel Gaertner, sieht auch in veränderten Ernährungsgewohnheiten eine der Ursachen. „Wir können den Schülern nicht vorschreiben, was sie trinken sollen“, sagt er. Er wolle aber nicht ausschließen, dass es auch Schulen gibt, die den Lehrern den zusätzlichen Arbeitsaufwand ersparen wollten.

Auch das Brandenburger Schulobstprogramm, das in diesem Jahr erstmals aufgelegt worden war, brachte nicht den erhofften Erfolg. Eingerichtet war es für 200 Grund- und Förderschulen, die kostenlos Äpfel aus märkischer Erzeugung bekommen sollten. Im Landeshaushalt waren dafür 100 000 Euro vorgesehen. Bis zu 500 Euro konnte jede Schule dafür ausgeben. Von 125 Schulen, die sich bewarben, waren nur 88 erfolgreich. Das am 1. September dieses Jahres gestartete Programm endete bereits am 20. Oktober. Dadurch erhielten rund 19 000 Schüler Gratisäpfel.  

Teilnahmebedingung war auch, dass die Schulen das Programm im Rahmen des Fachunterrichts pädagogisch begleiten. Dazu gehörten die Vermittlung von Wissen über gesunde Ernährung, Essgewohnheiten, nachhaltige Landwirtschaft, integrierten Landbau und der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln.  

Einige Schulen hatten die Bewerbung zurückgezogen, etwa weil sie die Ausgaben für den Obstkauf nicht vorfinanzieren konnten. Andere legten keine überprüfbaren Rechnungen vor, wie Gaertner sagte. Zudem sei die Vorlaufzeit dieses Landesprogramms sehr kurz gewesen. Gaertner rechnet damit, dass sich die guten Erfahrungen herumsprechen und sich im kommenden Jahr mehr Schulen an dem Programm beteiligen. Auch werde geprüft, ob 2018 neben Äpfeln auch anderes Obst an die Schüler kostenlos verteilt werden könne. 

Von Manfred Rey

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