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Brandenburg Mildes Wetter: Handel zieht Schlussverkauf vor
Brandenburg Mildes Wetter: Handel zieht Schlussverkauf vor
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21:10 29.12.2015
Der milde Winter lässt Händler auf warmen Sachen sitzen. Quelle: dpa
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Potsdam

Das Weihnachtsgeschäft 2015 ist in Brandenburg trotz extrem milden Dezember-Wetters und Terrorängsten in der Bevölkerung gut ausgefallen. „Die Händler sind nicht unzufrieden und die meisten Branchen werden die hohen Umsätze des Vorjahres wieder erreichen“, sagt Günter Päts, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg.

Winterbekleidung schon jetzt sehr günstig

Was die Freude trübt: Die Textilbranche verbucht im Vergleich zu 2014 einen Umsatzrückgang von 10 bis 20 Prozent. Weil es zu warm ist, kaufen die Bürger weniger Mäntel, Pullover, Schals und Handschuhe. Viele Geschäfte haben jetzt schon Preise herabgesetzt. „Die Händler sagen sich: Besser jetzt die Sachen 20 Prozent günstiger verkaufen als zur Hälfte des Preises dann im Schlussverkauf“, erläutert Päts.

Für die Bekleidungsbranche sei dieses Weihnachtsgeschäft sicher eins der schlechtesten. Schlitten und Ski bleiben ebenfalls bei den Händlern liegen, doch sei die Wintersportsaison noch lange nicht vorbei, sagt der Vize-Chef des Handelsverbands. Und: Viele Geschenkgutscheine seien noch gar nicht eingelöst.

Elektronische Geräte und Spielwaren gingen gut

Besonders gut gingen in diesem Jahr elektronische Geräte und Spielwaren, behaupten konnten sich Bücher und CDs – trotz der Konkurrenz von Streaming-Diensten und E-Readern. Nicht zuletzt als „Zugabe zu Geldgeschenken oder in Verbindung mit Gutscheinen“ seien Schmöker und Tonträger immer noch gefragt.

Online-Handel legt weiter zu

Der Online-Handel hat laut Päts im Jahresvergleich um 12 bis 13 Prozent zugelegt, doch sei dies nicht gleichbedeutend mit Verlusten für die Einzelhändler zu Gunsten von Amazon und Zalando. Die Fachgeschäfte hätten oft selbst einen Vertriebsweg übers Internet aufgebaut.

Weihnachtsmärkte gut besucht

Auf den Weihnachtsmärkten litt zwar der Absatz von Alpaka-Mützen und Glühwein unter den Frühlingstemperaturen, doch klagen die Betreiber nicht. „Es ist gut gelaufen – die Stände bieten ja nicht nur Glühwein an“, sagt Michael Kilian vom Gewerbeverein Brandenburg/Havel, Organisator des dortigen Weihnachtsmarkts. 60 000 Gäste seien gekommen. Auf die veränderte Sicherheitslage nach den Terroranschlägen von Paris haben die Brandenburger reagiert: Sie stellten einen Wachmann an.

Den besucherstärksten Weihnachtsmarkt hatte Potsdam mit mehr als 800 000 Besuchern, wie Wolfgang Cornelius sagt, Vorsitzender der AG Innenstadt. Sein Resümee: „Fünf Wochen Hochbetrieb, selbst nach Weihnachten noch – die Verlängerung über die Feiertage hinaus ist gut angenommen worden.“

Von Ulrich Wangemann

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