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Brandenburg Millionenschäden durch verregneten Sommer
Brandenburg Millionenschäden durch verregneten Sommer
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00:20 14.09.2017
Dieser Abschnitt der A14 wischen Groß Warnow und Grabow musste gesperrt werden. Quelle: Ralf Drefin
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Potsdam

Der verregnete Sommer wird für Brandenburgs Steuerzahler teuer: Unterspülte Straßen, beschädigte Grünanlagen und ein ausufernder Kampf gegen Unkraut werden etliche Millionen Euro kosten. Wetterbedingte Straßenschäden in Höhe von rund drei Millionen Euro hat der Landesbetrieb Straßenbau (LSB) zu beheben – so jedenfalls die vorläufige Schätzung des LSB-Vorstands für Bau und Betrieb, Thomas Heyne. Die Arbeiten könnten sich laut Heyne noch bis ins nächste Jahr hinziehen, denn: „Der Markt ist total dicht – wir finden keine Firmen, kein Gerät und keine Bauarbeiter, um die Reparaturen auszuführen“, so der LSB-Vorstand. Die allgemeine Nachfrage nach Reparaturtrupps treibe die Preise in die Höhe. „Eine Arbeit, die bislang 150.000 Euro kostete, liegt jetzt bei 200.000 Euro“, sagt Heyne.

Rund 20 bis 30 größere wetterbedingte Böschungsabbrüche an den Autobahnen und Landesstraßen in Brandenburg hat der Landesbetrieb registriert. Besonders betroffen ist die Bundesautobahn 14 bei Karstädt (Prignitz), wo Anfang Juli drei Kilometer Fahrbahn gesperrt werden mussten, nachdem die Böschung unterspült worden war. Eine ähnliche Situation gibt es an der B 96, wo die Auffahrt Oranienburg-Nord in Richtung Berlin dichtgemacht werden musste. Der außerordentliche Finanzbedarf werde sich auch an anderer Stelle auswirken, so Thomas Heyne: „Man wird andere planmäßige Straßenreparaturen aufschieben müssen.“

Fachkräftemangel schlägt sich in Baupreisen nieder

„Die Schäden müssen unbedingt vor dem Wintereinbruch behoben werden“, fordert Reinhold Dellmann, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. Er verspricht: „Unsere Unternehmen, die derzeit gut ausgelastet sind, bemühen sich um eine Anpassung ihrer Kapazitäten.“ Für den Preisanstieg gebe es mehrere Gründe, so Dellmann. Der Fachkräftemangel erlaube es Angestellten, höhere Löhne zu verlangen – das schlage sich in den Baupreisen nieder. Vor allem sei aber Material teurer geworden wegen der hohen Nachfrage.

Hartmut Dorgerloh. Quelle: Friedrich Bungert

Auch in den Potsdamer Parkanlagen haben die überdurchschnittlich hohen Niederschlagsmengen und Unwetter in diesem Sommer große Schäden angerichtet. Allein die Wiederherstellung der Wege am Ruinenberg hinter dem Schloss Sanssouci wird laut Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, etwa 25.000 Euro kosten. Die notwendigen Ausgaben für die Reparaturen am Pfingstberg und Park Babelsberg seien noch gar nicht beziffert. Der Regen hat besonders in den Hanglagen Erdreich ausgewaschen.

„In diesem Jahr wächst sehr viel Unkraut“

„Die Auswirkungen dieses Wetters sind stark negativ“, sagt Kallensee. „Die Pflanzen in den Blumenbeeten leiden infolge der feuchtwarmen Witterung vermehrt unter Pilzbefall und werden unter Umständen nicht wie gewohnt bis zum Saisonende am 31. Oktober durchhalten.“

Stiftungs-Chef Hartmut Dorgerloh erwartet, dass auch die Gartenpflege durch die Wetterextreme, die sich vor dem Hintergrund des Klimawandels häuften, teurer wird. „Der Pflegeaufwand wird steigen. In diesem Jahr wächst zum Beispiel sehr viel Unkraut.“ Da es manuell entfernt werden muss, sei mit Mehrausgaben zu rechnen. Dauerhaft sei deshalb mehr Personal für den Erhalt der Unesco-Anlagen in Brandenburg nötig.

Von Ulrich Wangemann und Josefine Kühnel

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