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Brandenburg Mini-Inflation: Wem sie nutzt, wem sie schadet
Brandenburg Mini-Inflation: Wem sie nutzt, wem sie schadet
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19:36 11.12.2015
Niedrige Inflation, gestiegene Löhne – da sitzt das Geld locker. Quelle: dpa
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Frankfurt am Main

Der Sinkflug der Ölpreise hält die Inflation in Deutschland niedrig. Die Bundesbank erwartet für das laufende Jahr eine Teuerungsrate von 0,2 Prozent und 2016 dann 1,1 Prozent.

Die Vorteile

Verbraucher: Zu den großen Gewinnern gehören die Konsumenten. Denn Hauptauslöser der Entwicklung ist das Absacken der Ölpreise. So sparen Verbraucher im Vorjahresvergleich beim Tanken und Heizen Geld. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erklärt: „Dadurch werden finanzielle Mittel frei, die anderweitig, zum Beispiel für Konsum- und Investitionszwecke oder zur Reduzierung des Schuldenüberhangs, eingesetzt werden können.“

Arbeitnehmer und Rentner: Auch wenn die Teuerung 2016 anziehen dürfte, rechnet Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erneut mit steigenden Realeinkommen: „Die Löhne legen um deutliche drei Prozent zu, die Inflation ist niedrig und die Konsumenten geben ihr Geld auch wegen der niedrigen Zinsen bereitwillig aus.“ Renten dürften 2016 stärker steigen als Löhne.

Unternehmen: Wie die Verbraucher profitieren Unternehmen von der günstigen Energie. Das drückt die Produktionskosten. Zugleich steigt die Nachfrage nach Konsumgütern, wenn eine niedrige Inflationsrate mit sehr niedrigen Sparzinsen zusammenfällt.

Konjunktur: Die Talfahrt der Ölpreise schiebt die deutsche Wirtschaft an. 2015 war der Konsum wichtigster Impulsgeber für den Aufschwung. Das dürfte 2016 nach Commerzbank-Einschätzung anhalten: „Dass wir für die deutsche Wirtschaft trotz der Probleme der Schwellenländer noch ein Plus von 1,3 Prozent prognostizieren, liegt in erster Linie am privaten Verbrauch.“ Die Kauflust veranlasse Unternehmen zu Einstellungen. Das lasse den Konsum steigen.


Kreditnehmer: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins fast auf null Prozent gesenkt. Das drückt die Zinsen. Baugeld ist derzeit extrem günstig. Laut FMH Finanzberatung sind Hypotheken mit zehn Jahren Laufzeit aktuell im Schnitt für 1,54 Prozent zu haben, vor fünf Jahren waren es 3,59.

Die Nachteile


Deflationsgefahr: Notenbanker warnen vor Deflation. Sie ist ein Teufelskreis aus sinkenden Preisen, niedrigeren Gewinnen und schrumpfender Nachfrage, weil Verbraucher und Unternehmen Anschaffungen und Investitionen aufschieben. Denn es könnte ja bald noch billiger werden.


Sparer: Seit Herbst 2014 liegt der Leitzins im Euroraum bei 0,05 Prozent. Das wirkt sich auch auf Einlagenzinsen bei der Bank aus: Tagesgeld und Sparkonto werfen fast nichts mehr ab. Wer Abstriche bei der Altersvorsorge vermeiden will, muss also mehr Geld zurücklegen – oder in Aktien investieren und damit größere Risiken eingehen.


Schuldner: Inflation knabbert bestehende Schulden weg, weil der reale Wert der Schuld durch die Teuerung sinkt. Ohne Preisauftrieb wird der Schuldenabbau also schwerer, wie EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio erklärt. Und das könnte die Gefahr von Pleiten erhöhen – für Privatleute, Unternehmen und Staaten.

Inflation zieht leicht an

Die Inflation in Deutschland zieht aufgrund schneller steigender Preise für Nahrungsmittel auf niedrigem Niveau etwas an. Die Jahresteuerung stieg im November auf 0,4 Prozent nach 0,3 Prozent im Oktober, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Der Preisrückgang bei Energie hat sich von 9,3 Prozent im September auf 7,5 Prozent abgeschwächt.

Von Harald Schmidt

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