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Minister warnt DHL-Erpresser – mehrere Fehlalarme

Paketbomben Minister warnt DHL-Erpresser – mehrere Fehlalarme

Ein unbekannter Krimineller verschickt Paketbomben und will vom Paketdienst DHL Millionen erpressen. Noch meldet die Sonderkommission der Brandenburger Polizei keine heiße Spur. Unterdessen löst ein Paket in Bremen einen Großalarm aus.

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Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat an den DHL-Erpresser appelliert, seine kriminellen Aktionen sofort zu stoppen. „In dem Wissen, dass wir ihn kriegen werden, sollte er aufhören, bevor es Verletzte gibt“, sagte Schröter der Zeitung „Welt am Sonntag“. Die Polizei werte derzeit mehrere Spuren aus. „Wir sind optimistischer geworden“, sagte der Minister. Er gehe davon aus, dass der Fall bald aufgeklärt werden könnte.

Nach Angaben von Ministeriumssprecher Ingo Decker sind bei der Sonderkommission „Quer“ bislang rund 170 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Weiter wollte sich Decker dazu am Samstag mit Verweis auf die Ermittlungen nicht äußern. Der Sprecher bestätigte, dass die Brandenburger Soko auch mit Ermittlern in Nordrhein-Westfalen, dem Hauptsitz des Paketdienstleisters DHL, und in Berlin zusammenarbeite.

Bombenalarm in Bremen

In Bremen wurde am Samstag nach dem Fund eines verdächtigen Pakets Bombenalarm ausgelöst. Die Polizei sperrte am Vormittag die unmittelbare Umgebung und auch einen Abschnitt der Autobahn 270. Nach etwa dreieinhalb Stunden gaben Polizei und Feuerwehr Entwarnung. Zuvor hatten Sprengstoff-Spezialisten der Bundespolizei den Fund im Bremer Stadtteil Schönebeck untersucht. „Von dem Paket ging keine Gefahr aus“, sagte eine Polizeisprecherin.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Sonntag geht die Polizei davon aus, dass es in diesem Fall keinen Zusammenhang mit dem DHL-Erpresser gibt. Die Sprecherin der Bremer Polizei hatte am Samstag erklärt: „Wir kommentieren derzeit einen möglichen Zusammenhang mit der Erpressung nicht.“ Auch Informationen von Radio Bremen, dass das Paket der Potsdamer Paketbombe ähnele und Erde, Sand sowie eine brennbare Flüssigkeit enthielt, kommentierte die Polizei nicht.

Erpresser fordert 10 Millionen Euro in Bitcoin

In Berlin war Anfang November eine Paketbombe des Erpressers an einen Onlinehändler in Frankfurt (Oder) aufgegeben worden. Eine zweite Paketbombe wurde Anfang Dezember in einer Potsdamer Apotheke am Rande des Weihnachtsmarkts entdeckt und unschädlich gemacht. In einem Erpresserschreiben wurden von dem Paketdienstleister mehrere Millionen Euro in der digitalen Währung Bitcoin gefordert. „Wir gehen weiter von einer regionalen Betroffenheit aus“, sagte Decker.

Brandenburgs Innenminister Schröter bei einer Pressekonferenz zum Thema DHL-Erpressung

Brandenburgs Innenminister Schröter bei einer Pressekonferenz zum Thema DHL-Erpressung.

Quelle: Julian Stähle

Seit dem Fund der Paketbombe in Potsdam verursachten acht verdächtige Pakete in Baden-Württemberg einen Polizeieinsatz. Die Sendungen seien von den Empfängern wegen fehlender Absender, auffälliger Verfärbungen oder abstehender Drähte und Kabel gemeldet worden, sagte Sprecher Renato Gigliotti vom Innenministerium in Stuttgart auf Anfrage der Zeitungen „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Samstag).

Das Landeskriminalamt ist nach Angaben eines Sprechers in allen acht Fällen mit sogenannten Entschärfern ausgerückt. Bei keinem der Pakete handelte es sich um eine Bombe. Unter anderem sei in Herrenberg wegen eines Pakets ohne Absender das Rathaus geräumt worden - und in Ulm gab es eine Straßensperrung. Gigliotti zufolge geht das Innenministerium davon aus, dass nach dem Potsdamer Fall die Bevölkerung sensibilisiert ist „und sich bei Verdachtsfällen eher bei der Polizei meldet“.

Von Klaus Peters (dpa)

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