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Brandenburg Ministerin: „Handys sind an Schulen erlaubt“
Brandenburg Ministerin: „Handys sind an Schulen erlaubt“
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11:00 13.09.2018
Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Quelle: Foto: bernd Settnik/dpa

MAZ: Sie haben angekündigt, die Nutzung privater Endgeräte nicht im Unterricht generell zu gestatten. Warum?

Britta Ernst: Nein, das habe ich nicht angekündigt. Grundsätzlich gibt es in Brandenburg kein generelles Handy-Verbot an Schulen wie etwa in Frankreich und wird es auch nicht geben. Juristen sind sich einig, dass dies gegen die Persönlichkeitsrechte von Schülern verstoßen würde. Generell gilt: Handys sind an Brandenburger Schulen erlaubt. Ihr Gebrauch im Unterricht muss aber durch ein Regelwerk auch der Schulen begleitet werden. Wir sind dafür, dass mobile Geräte eingesetzt werden, wollen den Schulen aber nicht einheitlich vorgeben, ob Handys, Tablets oder Notebooks und in welchen Formen und Anwendungen.

Die Datenschutzbeauftragte des Landes hält eine gesetzliche Regelung, die den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht regelt, für nötig. Richtlinien für den Gebrauch von Tablets und Smartphones sollten die Schulen selber regeln. Arbeiten Sie an einem Gesetzesentwurf zur Änderung des Schulgesetzes?

Ich bin noch nicht überzeugt davon, dass man eine gesetzliche Regelung braucht. Denn viele Schulen sind bereits auf dem richtigen Weg. An einigen Schulen nutzen Schüler eine Fremdsprachenapp im Unterricht, andere arbeiten mit Notebooks der Schule oder eigenen Geräten nach dem Prinzip „Bring your own device“. Wichtig ist, dass Schülerdaten geschützt werden. Und das gewährleisten viele Schulen.

Denken Sie, dass die oberste Datenschützerin sich damit zufrieden geben wird?

Da wo Lücken sind, verständigen wir uns natürlich auch mit der Landesdatenschutzbeauftragten über ein Regelwerk. Das ist uns sehr wichtig. Doch für den Fall, dass Schülerinnen und Schüler in der Pause mit ihren Eltern telefonieren, brauchen wir keine gesetzlichen Vorgaben.

Aber auch auf dem Pausenhof sollte es Regeln dazu geben, was die Kinder mit ihren Smartphones auf dem Schulhof dürfen und was nicht, etwa wenn es um Themen wie das Posten von Mitschüler-Fotos oder gar Cybermobbing geht.

Im Schulgesetz regeln wir vieles. Aber gerade wenn es um das Thema Mobbing geht, ist die Verständigung an den Schulen wichtig. Ein Regelwerk funktioniert am besten, wenn es in der Schule gelebt und gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern entwickelt wird.

Laut der Landesdatenschutzbeauftragten fehlen Schülern und Lehrern „grundlegende Kenntnisse über den Datenschutz“. Wie wollen Sie die Lehrer fit in Sachen Datensicherheit machen?

Wir sehen den Bedarf und bringen weiter gezielt Fortbildungen auf den Weg. Auch in unserem Programm „medienfit“ begleiten wir die Schulen eng.

Wofür werden Sie das Geld aus dem Digitalpakt einsetzen?

Ich hoffe, dass wir Schulen auch digitale Endgeräte in Aussicht stellen können. Aber auch der Ausbau von W-LAN hat höchste Priorität. Im Frühjahr kommenden Jahres werden wir an den Schulen eine Umfrage über den Ausstattungsstand machen. Sie wird für die Entscheidungen eine gute Grundlage sein.

Von Diana Bade

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