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Missbrauchsverdacht: Haftentscheidung kann dauern

Verdacht in Glöwen Missbrauchsverdacht: Haftentscheidung kann dauern

Der Fall eines 16-Jährigen, der in Glöwen in der Prignitz zwei Jungen missbraucht haben soll, erhitzt weiter die Gemüter. Die Staatsanwaltschaft will den Verdächtigen in Untersuchungshaft sehen, das Gericht ließ ihn unter Auflagen bis zum Prozessbeginn frei. Bis über die erneute Beschwerde der Ankläger entschieden ist, kann es dauern.

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In Glöwen marschierten Rechtsextreme wegen des Missbrauchsfalls auf – viele Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen. .

Quelle: MAZ

Neuruppin. Die Entscheidung über die Inhaftierung eines mutmaßlichen 16-jährigen Vergewaltigers kann mehrere Wochen dauern. Zunächst muss die Beschwerdekammer des Landgerichts Neuruppin noch einmal über den Fall entscheiden, ehe das Oberlandesgericht Berlin-Brandenburg sich der Sache annimmt, hieß es auf Anfrage.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin will mit ihrer Beschwerde erreichen, dass der tatverdächtige Asylbewerber aus Afghanistan bis zum Prozessbeginn in Untersuchungshaft kommt. Er soll in Glöwen (Prignitz) zwei Jungen missbraucht haben. Das Amtsgericht Neuruppin hatte ihn unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt, weil das Jugendstrafrecht „Untersuchungshaft nur als allerletztes Mittel“ zulasse, wie eine Gerichtssprecherin erklärt hatte. Der junge Mann mus sich täglich bei der Polizei melden, hat ein Kontaktverbot zu Jugendlichen.

Beschwerde schon einmal abgelehnt

Bereits eine erste Beschwerde der Staatsanwaltschaft war vom Landgericht abgelehnt worden. Es gilt deswegen als Formsache, dass die Neuruppiner Kammer die erneute Beschwerde gegen die „Außervollzugsetzung des Haftbefehls“ wieder abweist. Erst dann wäre das Oberlandesgericht zuständig.

Die Staatsanwaltschaft sieht bei dem Tatverdächtigen eine hohe Wiederholungsgefahr. Derzeit befindet sich der Flüchtling an einem geheimen Ort – zu seiner eigenen Sicherheit. Denn nachdem die Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden waren, hatten Rechtsextreme in Glöwen demonstriert. Das hatte zu Gegendemonstrationen geführt.

Von MAZOnline

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