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Brandenburg Brandenburg hinkt bei Digitalisierung hinterher
Brandenburg Brandenburg hinkt bei Digitalisierung hinterher
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18:49 17.06.2016
In der Digitalisierung ihrer Prozesse haben Brandenburgs Mittelständler Nachholbedarf. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburgs Mittelstand hinkt beim Thema Digitalisierung hinterher. Bislang setzt lediglich jedes zehnte größere Unternehmen überdurchschnittlich stark auf die Digitalisierung, wie eine Studie der Commerzbank ergab. Mit einem Anteil von zehn Prozent an „digitalen Transformatoren“ landet Brandenburg in der Gruppe der Bundesländer mit dem größten Nachholbedarf. Schlechter schneiden allein Thüringen (neun Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (acht Prozent) ab. Spitze sind Berlin, Baden-Württemberg und Bayern: Dort ist jeder fünfte Mittelständler digital vorbildlich aufgestellt.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist die Innovationsbereitschaft bei Brandenburger Unternehmen schwächer ausgeprägt. Während im Bundesdurchschnitt 77 Prozent der Manager in der Mitarbeiterführung mehr auf Koordination und weniger auf Kontrolle setzen wollen, sind es in Brandenburg lediglich 63 Prozent. Auch unter den Beschäftigten sind Widerstände gegen den digitalen Wandel hierzulande stärker ausgeprägt. 42 Prozent der Manager gaben an, ihre Mitarbeiter würden „aktiv um den Erhalt alter Arbeitsstrukturen kämpfen“ – sieben Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt.

Entgegen landläufiger Befürchtungen blicken die märkischen Unternehmer überwiegend positiv auf die Beschäftigungsentwicklung unter der voranschreitenden Digitalisierung. Trotz möglicher Einsparungen durch Automatisierungsprozesse erwarten 30 Prozent der Firmen für die kommenden fünf Jahre einen zunehmenden Personalbedarf, während 60 Prozent von einem konstanten Bestand an Mitarbeitern ausgehen. Lediglich acht Prozent prognostizieren einen Personalabbau.

„Die Unternehmen erwarten eine positive Beschäftigungsentwicklung, weil sie sich durch die Digitalisierung mehr Effizienz und neue Absatzmärkte erhoffen“, sagte Thomas Gillmeister. Der Chef der Mittelstandsbank Ost der Commerzbank in Potsdam mahnt einen Kulturwandel in den Führungsetagen an. „Hier gilt: mehr Kooperation statt Kontrolle, mehr Moderation statt Expertentum, mehr Kompetenz statt Hierarchie“, erklärte Gillmeister. Für Firmen gewinne die Vernetzung mit externen Experten, Bildungsträgern und auch mit Wettbewerbern zunehmend an Bedeutung. „Wer klein und allein ist, wird es nicht schaffen, Maßstäbe zu setzen.“

Der Studie zufolge ermöglichen Unternehmen mit besonders hoher Digitalisierungs-Affinität ihren Beschäftigten mehr Flexibilität als herkömmliche Mitbewerber, beispielsweise bei der individuellen Planung des Arbeitstages, in Bezug auf Lebensarbeitszeitmodelle und betriebliche Auszeiten.

Daten von 95 Unternehmen

Als „digitale Transformatoren“ definiert die Commerzbank-Studie Unternehmen, die schon heute in Produktentwicklung, Vernetzung der Wertschöpfung und Vertrieb besonders stark auf Digitalisierung setzen.

Für die Studie wurden deutschlandweit 4000 Mittelständler mit mindestens 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz befragt, darunter 95 in Brandenburg.

Die Wirtschaftsstruktur Brandenburgs ist geprägt durch viele kleine und mittlere Unternehmen. Im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam haben 90 Prozent der 80 000 Firmen maximal zehn Beschäftigte.

Von Bastian Pauly

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