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Mobiles Laden in der Havelstadt

Advertorial Mobiles Laden in der Havelstadt

Matthias Fischer-Kallenberg ist mit dem E-Golf in der Stadt unterwegs und möchte ihm an einer öffentlichen Ladestation neuen Saft geben. Der SOS Kinderdorf-Leiter ist gespannt darauf zu erfahren, wie viele Kilometer er in einer halben Stunde Ladezeit hinzugewinnt – in dieser Zeit wird er einen Kaffee trinken gehen. Wie reagiert das Umfeld auf den E-Golf?

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SOS Kinderdorf-Leiter Matthias Fischer-Kallenberg beim Laden des E-Golf am Brandenburger Hauptbahnhof.

Quelle: Fotos: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Wie lässt sich ein Stopp an einer öffentlichen Ladestation in den Nutzungsalltag des E-Golf integrieren? Das möchte der Leiter des SOS Kinderdorfes Matthias Fischer-Kallenberg herausfinden. „Bisher haben wir das Auto immer an der Haushaltssteckdose mit 220 Volt zwischen neun und zwölf Stunden aufgeladen und es war nie komplett voll“, sagt er.

Auf dem Bordcomputer klickt er den Menüpunkt Navigation und wählt die Rubrik „Ladestationen“ aus – nach wenigen Sekunden werden ihm 60 Möglichkeiten in ganz Brandenburg angezeigt, in der Havelstadt jedoch keine einzige – die nächsten Optionen sind erst in Rathenow, Wustermark, Linthe, Nauen oder Michendorf. Doch von Kollegen weiß er, dass die Stadtwerke Ladestationen am Hauptbahnhof und auf dem Packhof installiert haben. Zur Zeit sind diese beiden Stationen kostenlos, denn zunächst soll deren Nutzung erprobt werden. Geplant sind sieben weitere Säulen in der Stadt – diese dann allerdings nicht mehr kostenfrei, sagt Beate Dabbagh, Sprecherin der Stadtwerke.

Mit 70 Kilometern Rest-Reichweite möchte Matthias Fischer-Kallenberg dem E-Golf an der Schnellladestation am Hauptbahnhof neuen Saft geben. „Für eine Vollladung müsste ich dreieinhalb Stunden hier bleiben, das dauert mir aber zu lange“, sagt er. „Ich werde das Auto eine halbe Stunde an die Ladestation hängen und einen Kaffee hier in der Nähe trinken.“ Der Sozialpädagoge zieht das lange gelbe Kabel aus dem Kofferraum und steckt es an die Ladebuchse im E-Golf – nachdem er das andere Ende des Kabels an der Ladesäule angebracht hat, wartet er auf ein kleines grünes Lämpchen an der Buchse. Nach wenigen Sekunden signalisiert dieses ihm, dass die Ladung nun stattfindet. Über das Elektro-Management im Bordcomputer könnte er noch manuell einstellen, wann diese zu Ende sein soll.

Kurz vor Beginn des Ladens verriegelt sich der Wagen automatisch, so dass Matthias Fischer-Kallenberg sich sorglos vom Auto entfernen kann. Als er nach etwa dreißig Minuten zurückkehrt, hat er 35 Kilometer hinzugewonnen und damit nun eine Reichweite von 104 Kilometern. „Das ist erst einmal genug, um die kleinen Wege in der Stadt zu erledigen“, sagt er. Kurz darauf startet er den Wagen, weil er am Navigationssystem seinen nächsten Weg eingeben will, steigt aus und möchte die Ladekabel herausziehen – doch sie lassen sich nicht bewegen. Er realisiert, dass er das Auto nicht starten darf, wenn er den Ladevorgang beenden möchte: „Ich denke, das wurde aus Sicherheitsgründen so eingestellt, damit man beim Anfahren nicht die ganze Ladesäule mitreißt.“

Als er losfährt, denkt er darüber nach, wie praktikabel Schnellladestationen sind. „Alltagstauglicher wäre natürlich eine Vollladung, die so lange wie ein Tankvorgang dauert“, sagt er. „Aber mit den jetzigen Kilometern komme ich schon ein Stück voran.“ Als er auf einen großen Parkplatz in Innenstadtnähe fährt, zieht er einige Blicke von Passanten auf sich.

„Man hört keine Geräusche, nur ein leichtes Rauschen“, sagt Erna Heldt aus Nennhausen bei Rathenow. „Es ist faszinierend, dass es so leise ist.“ Die 75-Jährige ist begeistert vom Konzept der Elektroautos, weiß jedoch auch, warum einige Menschen zögerlich sind: „Leider ist der Preis für ein solches Fahrzeug noch zu hoch und die Reichweite müsste höher sein. In fünf Jahren wird sich sicherlich viel getan haben.“ Ein paar Meter weiter bemerkt Ingrid Hundeshagen aus der Havelstadt ebenfalls den E-Golf: „Ich habe definitiv wahrgenommen, dass das Auto leiser ist als ein Benzin- oder Dieselmotor“, sagt sie. Schnell entwickelt sich ein reges Gespräch unter den Passanten über Elektroautos: „Die Lautstärke war wunderbar, aber ich sehe die Gefahr, dass man diese Autos leicht überhören kann“, ist der 75-Jährige Eduard Sommerfeld aus Rathenow überzeugt. Ähnlich denkt Irena Nowack aus Barnewitz: „Ich habe zwei Enkelkinder und weiß, dass Kinder oft unkonzentriert sind und solche Fahrzeuge nicht bemerken“, sagt sie. „Wenn der E-Golf an mir vorbeifährt, höre ich trotz des künstlich eingestellten Motorengeräusches nur die Reifen rollen. Fahrer sollten rücksichtsvoll sein.“

Im Internet unter www.maz-online.de/ecar finden Sie Texte und Videos über unseren E-Auto-Test.

Von Melanie Höhn

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