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Brandenburg Modellflieger fürchten neues Drohnen-Gesetz
Brandenburg Modellflieger fürchten neues Drohnen-Gesetz
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12:28 24.06.2016
Beliebter, aber auch gefährlicher Freizeitspaß: Ein Junge steuert eine Drohne in Sieversdorf Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Beliebtes Spielzeug mit Gefahrenpotenzial: Die zunehmende Verbreitung von Drohnen hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) auf den Plan gerufen. DFS-Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheuerle fordert eine Registrierungspflicht und den Einsatz von Chipkarten für die ferngesteuerten Multicopter. „Zum einen lässt sich bei einem Unfall oder Missbrauch schnell nachvollziehen, wer die Drohne gesteuert hat. Damit wird das Verantwortungsbewusstsein der Piloten gestärkt“, sagte er.

„Zum anderen ermöglichen diese Chipkarten Mehrwertdienste der Flugsicherung, zum Beispiel die Versorgung mit Karteninformationen und anderen wichtigen Daten.“ Ähnlich wie bei der SIM-Karte fürs Mobiltelefon müsste jeder Drohnenpilot die Karte in seinem Fluggerät aktivieren, bevor ein Start möglich ist.

Wer in Deutschland Drohnen steigen lassen will, braucht dafür eine spezielle private Haftpflichtversicherung. In der normalen Police sind Drohnenschäden meist nicht abgedeckt.

Videos oder Fotos von Personen ohne deren Erlaubnis dürfen Kameradrohnen nicht schießen.

Drohnenflüge über Menschenansammlungen, militärischen Objekten, Krankenhäusern, Kraftwerken oder Gefängnissen sind ebenfalls tabu.

Flüge in der Nähe von Flughäfen (unter 1,5 Kilometer) sind ohne Freigabe der örtlichen Flugplatzkontrolle nicht erlaubt.

Immer in Sichtweite ihres Piloten muss eine Drohne in Deutschland sein. Hilfsmittel wie Videobrillen oder Nachtsichtgeräte sind verboten.

Hobbypiloten fürchten „Tod des Modellflugsports“

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geht noch weiter. Er will den Gebrauch von Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 500 Gramm neu regeln. Privatflüge sollen nur noch bis zu 100 Meter erlaubt sein. Für gewerbliche Einsätze soll es eine Art Führerscheinpflicht geben.

Das wäre der Tod des Modellflugsports in Deutschland“, sagt Jens Freidank, Vorsitzender des Brandenburger Modellflugvereins. Die Höhengrenze würde auch für andere Fluggeräte gelten, befürchtet er, und damit 80 bis 90 Prozent der bei den Hobbyfliegern verbreiteten Geräte betreffen. „Wir werden reglementiert und kaputt gemacht.“ Im Internet hat der Verband deswegen eine Petition gegen Dobrindts Drohnen-Gesetz initiiert. Unter www.pro-modellflug.de haben bereits mehr als 94 000 Menschen unterschrieben.

Schwarze Schafe bringen Sportler in Misskredit

Freidank sind aber auch die „schwarzen Schafe“ unter den Drohnenpiloten, die sich nicht an bestehende Regeln halten, ein Dorn im Auge. „Sie bringen unsere seriösen Modellflieger in Verruf“, sagt er. Die bestehenden Regeln seien ausreichend. „Und jene, die sich heute nicht daran halten, werden es auch in Zukunft nicht tun“, so Freidank. Deswegen kann er die Forderung der DFS nachvollziehen. „Wer es wirklich ernst meint mit dem Sport, der wird sich registrieren“, so Freidank.

In Brandenburg sind nach Auskunft des Polizeipräsidiums noch keine nennenwerten Zwischenfälle mit Drohnen aktenkundig geworden. Allerdings melden Piloten immer wieder gefährliche Flugmanöver von Modellfliegern in Flughafennähe. Seit Januar 2015 haben nach DFS-Angaben Flugzeugpiloten im deutschen Luftraum 18-mal Drohnen gesichtet und diese Vorfälle gemeldet.

Zwei Abstürze: Flugverbot über Sanssouci

Über Sanssouci und sämtlichen anderen Anlagen der Schlösserstiftung herrscht seit vergangenen Herbst ein Drohnenverbot. „Anlass waren zwei Beinahe-Unfälle in unseren Anlagen, zwei Drohnen sind abgestürzt“, erklärt Stiftungssprecher Frank Kallensee. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden. Nicht nur das Wohl der Besucher, auch die Unversehrtheit der Kulturgüter will die Stiftung durch das Verbot gewährleisten. Ausnahmen vom Flugverbot gibt es auf Antrag nur für Profipiloten.

Von Torsten Gellner

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