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Brandenburg Modellversuch Moped mit 15 fordert erstes Todesopfer
Brandenburg Modellversuch Moped mit 15 fordert erstes Todesopfer
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20:44 12.06.2018
In Brandenburg können Jugendliche schon mit 15 den Moped-Führerschein machen. Das geht im Rahmen eines Modellprojekts, das bislang als sehr sicher galt. Quelle: dpa
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Luckenwalde

In Brandenburg ist ein junger Mensch auf schreckliche Art ums Leben gekommen: In Luckenwalde (Teltow-Fläming) verunglückte ein 15-Jähriger, der mit seinem Moped unterwegs war. Er übersah nach Polizeiangaben ein entgegenkommendes Auto, das die Vorfahrt hatte. Der junge Mann wurde tödlich verletzt. Er hatte einen Führerschein mit 15 und war damit berechtigt, die 50-Kubikzentimerer-Maschine zu fahren. Das ist derzeit im Rahmen eines Modellversuchs möglich.

Gegen 10.30 Uhr war de 15-Jährige auf der Frankenfelder Chaussee stadtauswärts unterwegs. Als er nach links in den Zapfholzweg abbiegen wollte, übersah er offenbar den entgegenkommenden Opel eines 77-Jährigen, der Vorfahrt hatte. Die Fahrzeuge stießen zusammen, alle Rettungsmaßnahmen für den 15-Jährigen waren vergeblich.

Modellversuch unter Jugendlichen beliebt

Der Modellversuch Moped mit 15 läuft seit Mai 2017. Knapp 466 Jugendliche in Brandenburg haben bisher daran teilgenommen. Das Projekt galt als erfolgreich. Die Durchfallquote in der praktischen Prüfung liegt bei den 15-Jährigen durchschnittlich zwölf Prozent unter dem Landesschnitt aller Prüflinge, hieß es beim Verkehrsministerium.

In Brandenburg lag die Unfallquote unter den Projektteilnehmern bis Ende 2017 im niedrigen einstelligen Bereich. Von den 344 neuen Mopedfahrern im Jahr 2017 waren sieben in einen Unfall verwickelt – zwei Prozent.

Unfallforscher sagt: Modellversuch ist „unverantwortlich“

Dagegen warnte der Leiter der Unfallforscher der Versicherer (UdV), Siegfried Brockmann, vor übertriebenen Erwartungen und vor unterschätzten Risiken. Aus der Verkehrssicherheitsforschung sei bekannt, dass Jugendliche, insbesondere heranwachsende Männer, besonders risikofreudig sind. Hinzu kommt laut UdV ein wenig ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein und eine bessere Selbstbewertung. Der Modellversuch sei „unverantwortlich“.

Ob der Führerschein mit 15 zur regulären Fahrerlaubnis wird, ist noch offen. Das Bundesverkehrsministerium hat das Modellprojekt um zwei Jahre verlängert, weil es noch keine ausreichende Datengrundlage sieht.

Von MAZOnline

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