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Moderne Kameras warnen vor Waldbränden

"Fire Watch" jetzt flächendeckend in Brandenburg Moderne Kameras warnen vor Waldbränden

Wegen der ausgedehnten Kiefernwälder und der leichten Sandböden ist die Gefahr von Waldbränden in Brandenburg besonders hoch. Doch die alten Feuerwachtürme haben ausgedient. Im Land ist jetzt flächendeckend das moderne Früherkennungssystem "Fire Watch" installiert.

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Eine Kamera ist auf dem Dach eines Feuerwachturmes nahe Cottbus installiert.

Quelle: Patrick Pleul

Potsdam. Die Waldbrandgefahr in Deutschland steigt mit der andauernden Trockenphase in vielen Regionen. Besonders betroffen ist Brandenburg mit seinen ausgedehnten Kiefernwäldern und leichten Sandböden. "Meist löst fahrlässige Brandstiftung das Feuer aus", sagt Brandenburgs Waldbrandschutz-Beauftragter Raimund Engel.

Ob unerlaubtes Grillen in Waldnähe oder weggeworfene Zigarette - das Kamera-System "Fire Watch" soll die Gefahr schnell erkennen. Die Überwachungstechnik mit optischen Sensoren ersetzt die herkömmlichen Feuerwachtürme.

Das System, das seinen Ursprung in der Raumfahrt hat, ist laut Engel auch in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt installiert. Darüber hinaus gebe es weltweit großes Interesse und eine Reihe von Ländern mit Pilotprojekten.

Seit 2002 hat Fire Watch die alten Feuerwachtürme nach und nach abgelöst. Jedes System, montiert auf einem Feuerwachturm oder Mobilfunkmast, überwacht eine Fläche von bis zu 70.000 Hektar. Es sind 108 optische Sensoren installiert.

So funktioniert Fire Watch

Die Sensoren erkennen die typischen Grauwerte einer Rauchwolke in der Frühphase eines Waldbrandes. Fire Watch detektiert automatisch eine kritische Situation und sendet online über eine Breitband-Anbindung per Funk oder ISDN einen Alarm an die nächste Waldbrandzentrale. Dort erfolgt eine erneute Prüfung durch Forstmitarbeiter, bevor die Meldung an die Leitstellen der Feuerwehren weitergeleitet wird. Das System beobachtet permanent  (360° in 6 Minuten) die Umgebung. Bei einem Radius von 15-20 km können mehr als 700 km 2 überwacht werden. Auf einem Arbeitsplatz in den Zentralen werden bis zu fünf Systeme überwacht und ausgewertet.

Für Brandenburg herrscht bislang keine außergewöhnliche Waldbrandgefahr. Allerdings wurden den Behörden zufolge bereits 69 Brände gemeldet, die 72 Hektar Wald zerstörten. Im vergangenen Jahr - einem Regenjahr - gab es insgesamt 117 Brände mit 27,4 Hektar zerstörtem Wald. In "Jahrhundertsommer" 2003 lagen die Zahlen laut Waldbrandschutz-Beauftragtem deutlich höher: Damals gab es 679 Brände, bei denen 600 Hektar Wald zerstört wurde.

Brandenburg ist mit 1,1 Millionen Hektar von Wald bedeckt. dpa

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