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Hightech-Polizeiautos für Brandenburg

Streifenwagen der Extraklasse Hightech-Polizeiautos für Brandenburg

Allein in diesem Jahr wurden 110 Streifenwagen der Brandenburger Polizei zur mobilen Dienststelle umgerüstet. Sie haben jetzt Multifunktionsrechner, mobilen Internetempfang und Netzwerkkamera an Bord. Vorerst soll die moderne Technik aber keine Polizisten ersetzen. Wir konnten einen Blick in den Wagen werfen.

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Der technisch hochgerüstete VW Golf Variant.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Wenn Kommissarin An­drea Willnow, 34, in ihren Dienstwagen einsteigt, muss sie sich ein bisschen so vorkommen wie auf der Brücke eines Raumschiffs. Rot, gelb und grün leuchten die Knöpfe in der Mittelkonsole über dem Automatikschalter, aus den Lüftungsschlitzen ist ein berührungsempfindlicher Bildschirm gewachsen, hinter dem gut und gerne eine Ermittlungsakte verschwinden könnte. Die Karte auf dem Display zeigt Position und Topografie, per Knopfdruck startet die Aufzeichnung durch Heck- und Frontkameras.

Unterwegs gibt’s auch Internet

Der technisch hochgerüstete VW Golf Variant ist einer von mittlerweile 144 Brandenburger Streifenwagen, die mit Multifunktionsrechner, mobilem Internetempfang und Netzwerkkamera ausgestattet sind – im Polizeijargon „interaktive Funkstreifenwagen“ genannt. Die Technik kommt von der Telekom-Tochter T-Systems. Der Dienstleister verspricht „ein maßgeschneidertes Funktionsset aus Navigation, Auftragsmanagement und Video für die Polizisten an deren Arbeitsplatz vor Ort“, eine „Dienststelle auf vier Rädern“.

Der Streifenwagen sei ständig und sicher mit der Leitzentrale verbunden, die alle Einsätze zentral koordinieren könne, heißt es auf der Firmenwebseite über den Referenzauftrag. Die Kameras zeigen Echtzeitbilder, die bei Bedarf über das Internet in die Leitstelle übermittelt werden können. Für die Kommunikation mit dem Polizeinetz stellt das Auto eine sichere, vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Datenverbindung her.

Flotte um 110 interaktive Streifenwagen gewachsen

Allein in diesem Jahr ist die Flotte um 110 interaktive Streifenwagen gewachsen. Zu Jahresbeginn waren es noch 34. Trotzdem ist nach wie vor der Großteil der insgesamt 480 in Landesbesitz befindlichen Fahrzeuge ohne interaktive Ausstattung. In diesen Autos müssen sich die Polizisten mit einem Laptop begnügen. Die technisch hochgerüstete Variante mit Rechner, Internet und Kamera kostet je nach Basisfahrzeug zwischen 40 000 und 65 000 Euro.

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So sieht die mobile Dienststelle der Zukunft aus: Die Brandenburger Polizei hat einen Teil ihrer Dienstwagen hochgerüstet. Die aufgewerteten VW Golf Variant sind ständig und sicher mit der Leitzentrale verbunden.

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Der Streifendienst ist eine der größten Baustellen für Brandenburgs Polizei, die infolge der einschneidenden Strukturreform 2011 entscheidend an Präsenz auf der Straße eingebüßt hat. Viele Bürger fühlen sich seither weniger sicher, weil besonders im Berliner Umland immer häufiger eingebrochen wird und auch die Kriminalität an der Grenze zu Polen beständig zunimmt – anders als vor der Polizeireform, die mit einem drastischen Personalabbau verbunden ist, prognostiziert.

Am Personal wird nicht gespart

Zwar hat die rot-rote Landesregierung die ursprünglich avisierte Zielzahl von 7000 Stellen unter Druck der Opposition auf 7800 korrigiert. Aber selbst das wird nicht reichen, genügend Streifenwagen auf die Straße zu bekommen. Wie das Innenministerium eingestehen muss, waren von Januar bis August 2015 wegen Personalmangels im Schnitt täglich nur 104 Autos im Einsatz, an ereignisreichen Tagen zwar erheblich mehr, an anderen aber deutlich weniger. Versprochen sind 124 – und im Fuhrpark stehen 144 in der modernsten Ausführung bereit.

Erlaubt es die kostspielige Neuanschaffung, in absehbarer Zeit sogar noch mehr beim Landespersonal zu sparen? Diesem Gedanken erteilt das Innenministerium eine entschiedene Absage. „Nein“, sagt Sprecher Wolfgang Brandt. „Durch eine bessere technische Ausstattung sollen insbesondere die Eigensicherung der Polizeibeamten verbessert und die Präsenzzeit in der Fläche erhöht werden.“ So könnten sich etwa viele Fahrten zum Revier erübrigen, weil die Informationen direkt vom Einsatzort aus digital in die Polizeidatenbank überliefert werden. Die interaktiven Funkstreifenwagen können also die Präsenz in der Fläche durchaus erhöhen – vorausgesetzt, es stehen genügend Polizisten im Dienstplan.

Von Bastian Pauly

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