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Brandenburg Silvio S. ab Mai wieder vor Gericht
Brandenburg Silvio S. ab Mai wieder vor Gericht
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12:27 11.02.2019
Im Mordfall Elias und Mohamed steht Silvio S. ab Mai zum zweiten Mal in Potsdam vor Gericht. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Der Mörder der Kinder Elias (6) und Mohamed (4), Silvio S. (36), wird ab Mai wieder in Potsdam vor Gericht stehen. Das dortige Landgericht wird den Fall erneut behandeln, weil der Bundesgerichtshof das Urteil vom Juli 2016 im Jahr 2017 in Teilen aufgehoben hatte. Bei der Verhandlung wird es vor allem um die Frage gehen, ob gegen den Doppelmörder Sicherheitsverwahrung verhängt wird. Als Termine sind bislang der 10., 17. und 24. Mai angesetzt.

Ist Silvio S. ein „Hangtäter“?

Das Landgericht hatte 2016 die Sicherungsverwahrung verweigert, weil ein Gutachter in Silvio S. keinen „Hangtäter“ sah. Im Urteilstext heißt es, eine „Gefährlichkeit für die Allgemeinheit“ könne „nicht festgestellt werden“. Bei Silvio S. sei trotz aller begangenen Grausamkeiten kein „verfestigter und eingeschliffener Zustand“ zu erkennen, der „ihn zukünftig immer neue Straftaten begehen lässt“. Silvio S. erwecke den Eindruck, er könnte therapierbar sein, befand der Gutachter – das Potsdamer Gericht übernahm diese Einschätzung.

BGH verwies Fall zurück nach Potsdam

Das fanden die Richter am Bundesgerichtshof in Leipzig kritikwürdig, die Bundesanwaltschaft bezeichnete diese Einschätzung sogar als „befremdlich“. Die rasche Folge der Straftaten sei nicht ausreichend beachtet worden, befanden die Bundesrichter. Die Bundesanwaltschaft hatte argumentiert, die sexuellen Motive für die Taten seien in dem Potsdamer Urteil nicht genügend berücksichtigt worden. Die Taten wiesen deutlich darauf hin, dass Silvio S. im Jahr 2015 aus einem Hang heraus gehandelt habe und deshalb nach seiner Strafhaft in Sicherungsverwahrung genommen werden müsse.

25 Jahre oder lebenslang?

Bislang hat das Gericht für die beiden Morde lebenslange Haft verhängt und dazu die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Bleibt es dabei, könnte Silvio S. nach schätzungsweise 23 bis 25 Jahren wieder auf freien Fuß kommen. Sicherungsverwahrung, wie sie die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, schließt sich an die Haftstrafe an und bedeutet in vielen Fällen, dass Täter nie wieder in Freiheit kommen.

Silvio S. hatte im Sommer 2015 in Potsdam den Erstklässler Elias von einem Spielplatz vor der elterlichen Wohnung des Jungen entführt und später getötet. Das Flüchtlingskind Mohamed lockte Silvio S. im Oktober 2015 von der zentralen Flüchtlingsaufnahmestelle in Berlin (Lageso) mit Hilfe eines Spielzeugs weg und entführte ihn. Silvio S. tötete den Jungen bei sich zu Hause in Kaltenborn (Teltow-Fläming).

Der erste Prozess fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Von Ulrich Wangemann

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