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Brandenburg Mörder von Ulrike (12) im Knast verprügelt
Brandenburg Mörder von Ulrike (12) im Knast verprügelt
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16:40 17.11.2016
Der Prozess findet am Kriminalgericht Moabit statt. Quelle: Jens Kalaene
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Berlin

Ein verurteilter Kindermörder steht wegen einer Prügelei mit einem Mithäftling vor dem Landgericht Berlin. Die Staatsanwaltschaft strebe die Unterbringung des 27-Jährigen in der Sicherungsverwahrung an, hieß es zu Prozessbeginn am Donnerstag.

Angeklagter bestreitet gezielten Angriff

Der Gewalttäter, der 2005 einen siebenjährigen Jungen grausam umgebracht hatte, bestritt in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung einen gezielten Angriff im Gefängnis in Berlin-Tegel. Er und der Mithäftling, ebenfalls ein verurteilter Kindermörder, hätten die Prügelei gewollt. Es sei „einverständlich“ geschehen.

Angriff in der Dusche

Zu dem Vorfall war es im Juli 2015 in der sozialtherapeutischen Teilanstalt der Justizvollzugsanstalt gekommen. Der 27-Jährige soll den 41-jährigen Mithäftling laut Anklage in einer Dusche mit der Faust geschlagen, gegen eine Wand geschleudert und mehrfach getreten haben. Einem mitangeklagten Häftling wird vorgeworfen, während des mutmaßlichen Angriffs die Tür zum Duschraum zugehalten zu haben.

Hauptangeklagter beschuldigt Mithäftling

Der Hauptangeklagte erklärte über seinen Verteidiger, mit dem 41-Jährigen habe es an der Essensausgabe Streit gegeben. Kurz darauf habe ihn der Ältere aufgefordert, mit in die Dusche zu gehen. „Alle Gefangenen wissen, dass man dort den Streit mit Fäusten austrägt“, erklärte der 27-Jährige. Der erste Schlag sei von dem 41-Jährigen ausgegangen. „Ich wehrte mich, wir schlugen uns dann wechselseitig.“

Mithäftling beschuldigt Hauptangeklagten

Der 41-Jährige widersprach vor Gericht den Angaben des 27-Jährigen. Dieser habe plötzlich mit der Faust zugeschlagen und ihn zu Boden gebracht. Die Gewalt sei ausschließlich von dem Angeklagten ausgegangen.

Ulrikes schneebedecktes Fahrrad war in Eberswalde gefunden worden. Quelle: Polizeipräsidium Potsdam

Der Mörder von Ulrike (12) aus Eberswalde

Der 41-Jährige ist in Brandenburg kein Unbekannter: Im Februar 2001 hat der damals 25-jährige Stefan J. die zwölfjährige Ulrike Brandt aus Eberswalde (Barnim) entführt, vergewaltigt und erdrosselt. Ulrikes Fahrrad war im Schnee gefunden worden. Mehr als zwei Wochen lang suchte die Polizei nach dem Mädchen. Sogar Tornado-Jets der Bundeswehr mit Infrarotkameras waren im Einsatz. Erst am 8. März entdeckte ein Spaziergänger nahe dem Flugplatz Werneuchen Ulrikes Leiche, daneben eine Bierflasche mit dem Fingerabdruck des Täters. Den entscheidenden Hinweis gab eine Bewährungshelferin, die den vorbestraften Autodieb betreute. Am 28. März 2001 konnte Stefan J. festgenommen werden. Er ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Schon mehrmals Gewalt während der Haft

Der 27-jährige Angeklagte, der 2006 wegen Mordes zur damals höchstmöglichen Jugendstrafe von zehn Jahren verurteilt worden war, wurde bereits in früheren Verfahren wegen Gewalt in der Haft verurteilt. Einmal erhielt er sechs Monate Haft, zuletzt kam 2013 ein Jahr hinzu. Alle bisherigen Strafen hätte der Kindermörder Ende Februar 2017 verbüßt.

Sollte der Angeklagte nun wegen gefährlicher Körperverletzung zu mindestens zwei Jahren Haft verurteilt werden, wären die formalen Voraussetzungen für die Verhängung von Sicherungsverwahrung erfüllt, bestätigte der Verteidiger. Der Prozess geht am 22. November weiter.

Von dpa

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