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Brandenburg Mord an Alyssa – Gericht berät über Revision
Brandenburg Mord an Alyssa – Gericht berät über Revision
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15:24 19.06.2016
Der Maurice M. bei einem der Prozesstage in Cottbus. Quelle: dpa-Zentralbild
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Eichwalde

Rund ein Jahr nach der Verurteilung eines jungen Mann wegen Mordes an seiner Chat-Freundin durch 78 Messerstiche beschäftigt sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall. Der 5. Strafsenat mit Sitz in Leipzig verhandelt am kommenden Mittwoch (22. Juni, 10.30 Uhr) über den Revisionsantrag des Verurteilten, wie das Karlsruher Gericht ankündigte. Ob es an diesem Tag bereits eine Entscheidung geben wird, ist unklar.

– Einen ausführlichen Rückblick auf den Fall und Prozess haben wir unter www.MAZ-online.de/alyssa zusammengestellt

An der Stelle, an der Alyssa im November 2013 ermordet wurde, erinnert nun ein Gedenkstein an die 14-Jährige. Quelle: Gerlinde Irmscher

Das Landgericht Cottbus hatte den damals 21-jährigen Maurice M. Ende April 2015 zu 13 Jahren und 6 Monaten Haft nach Jugendstrafrecht verurteilt. Die Richter hatten es als erwiesen angesehen, dass er der 14-jährigen Alyssa Ende 2013 in ihrem Wohnort Eichwalde bei Berlin aufgelauert und sie auf der Straße erstochen hatte, weil er es nicht akzeptierte, dass sie keine Liebesbeziehung mit ihm wollte. Die beiden hatten sich über das Internet kennengelernt, ihre gemeinsame Leidenschaft waren Mangas, asiatische Comics.

Darum gab es dieses Urteil

Maurice M. ist wegen Mordes und Körperverletzung zu einer Jugendhaftstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Er hat Alyssa mit 78 Messerstichen umgebracht und ihren Schulfreund Willy H. verletzt, der dem Mädchen helfen wollte.

M. wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt, weil er auf dem Entwicklungsstand eines Jugendlichen ist.

Für Jugendliche gibt es bei Mord eine Höchststrafe von 10 Jahren. Bei besonderer Schwere der Tat können 15 Jahre verhängt werden. In M.’s Fall wurde die besondere Schwere festgestellt.

Für M. wirkte sich ein Eingestehen der Tat etwas strafmildernd aus.

Er ist außerdem zu einem Schmerzensgeld verurteilt worden. Eine Höhe legte das Gericht nicht, es sprach von einer angemessenen Höhe.

Im Prozess hatte der Angeklagte die Tat eingeräumt, gegen das Urteil legte er dann Revision ein. Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert, sie sah unter anderem das Mordmerkmal Heimtücke nicht erfüllt. Der Bundesgerichtshof prüft nun, ob es Rechts- oder Verfahrensfehler in dem Prozess gab.

Die Tat und der Prozess hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Richter sprach in seinem Urteil von einer der grausigsten Taten, die ihm in seiner Zeit als Richter untergekommen sei. Der Anwalt von Alyssas Eltern, die als Nebenkläger auftraten, sprach von einem Ausnahmefall.

Von MAZonline mit dpa

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