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Todes-Mutter wieder auf freiem Fuß

Staatsanwalt wollte Freilassung verhindern Todes-Mutter wieder auf freiem Fuß

Sabine H. hat ihre Babys kurz nach der Geburt getötet und in verschiedenen Gefäßen versteckt. Nun ist sie am Dienstag freigelassen worden. Über die Freilassung hatte die MAZ bereits Ende August berichtet. Nun kommt raus, dass die Staatsanwaltschaft die Freilassung bis zuletzt verhindern wollte – aus gutem Grund.

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Die verurteilte Sabine H. mit ihrem Anwalt.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Mutter der neun getöteten Babys aus Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree), Sabine H., ist am Dienstag vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Das hat ihr Anwalt Matthias Schöneburg der MAZ bestätigt. „Sie wird es schwer haben im Leben. Denn sie muss mit der Schuld leben“, sagte er. Schöneburg hatte die Freilassung bereits Ende August beantragt, die MAZ hatte darüber berichtet.

Sabine H. ist am Dienstag von Familienangehörigen abgeholt worden. Sie muss sich künftig an bestimmte Auflagen halten. Der Polizei muss sie Umzüge melden, außerdem muss sie sich einer Therapie unterziehen.

Staatsanwalt: Verurteilte hat Therapie abgelehnt

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hatte gegen die vorzeitige Entlassung Sabine H.s votiert. Die Verurteilte habe während ihrer Haftzeit die ihr vielfältig angebotenen therapeutischen Möglichkeiten nicht genutzt, heißt es in einer Stellungnahme der Staatsanwaltschaft. Darin sehe die Anklagebehörde „eine ungenügende Vorbereitung auf ein Leben in Freiheit“. Man hätte es daher für wünschenswert erachtet, wenn „die Verurteilte in einem weitaus vertiefterem Maß auf das nunmehr anstehende Leben in Freiheit vorbereitet gewesen wäre“, so Sprecherin Dorina Dubrau.

Da das Landgericht Cottbus in seinem Beschluss der Verurteilten jedoch zahlreiche Weisungen erteilt habe, die der „befürchteten Gefahr“ entgegenwirken könnten, habe die Staatsanwaltschaft von der Durchführung des Rechtsmittelverfahrens abgesehen. Tragender Grund für den positiven Beschluss des Landgerichts war die auch in einem Sachverständigengutachten festgestellte günstige Sozialprognose von Sabine H., welche weitere vergleichbare Straftaten nicht erwarten lasse. Nach Angaben ihres Anwalts Matthias Schöneburg kann die inzwischen 50-Jährige gar keine Kinder mehr bekommen. Ein entsprechendes therapeutisches Angebot zur Aufarbeitung der Taten habe es in der JVA nicht gegeben.

Frau soll unverzüglich entlassen werden

Das Landgericht Cottbus hatte bereits vor einer Woche den Beschluss zur vorzeitigen Haftentlassung erlassen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) habe darauf verzichtet, dagegen Rechtsmittel einzulegen, sagte Behördensprecher Ulrich Scherding.

Sabine H. hat zwei Drittel ihrer Haftzeit abgesessen

Die Zahnarzthelferin war im Juni 2006 zu 15 Jahren wegen Totschlags verurteilt worden. Bereits Anfang August war die Zwei-Drittel-Frist abgelaufen. Laut Urteil hatte sie zwischen 1992 und 1998 ihre acht lebend geborenen Säuglinge unversorgt sterben lassen. Ein Fall war verjährt. Die toten Kinder hatte sie in Plastiktüten gewickelt und in Gefäßen verborgen. Bei Umzügen nahm sie die mit. Bei Aufräumarbeiten auf dem elterlichen Grundstück wurden die Skelette gefunden.

Von Marion Kaufmann

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