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NPD-Funktionär mit Nazi-Tattoo muss in Haft

Urteil im Prozess in Neuruppin NPD-Funktionär mit Nazi-Tattoo muss in Haft

Überraschung im Prozess gegen den NPD-Funktionär Marcel Zech: Der Mann, der im Spaßbad Oranienburg ein KZ-Tattoo zur Schau gestellt hatte, muss ins Gefängnis. Damit fällt das Urteil weitaus härter aus als in der ersten Instanz. Der Richter setzt damit ein Zeichen.

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Marcel Zech mit seinem Anwalt.

Quelle: dpa

Neuruppin. Überraschung im Prozess gegen den NPD-Funktionär Marcel Zech: Der Mann, der im Spaßbad Oranienburg ein KZ-Tattoo zur Schau gestellt hatte, muss ins Gefängnis. Das urteilte das Landgericht Neuruppin am Montagmittag. Der Spruch lautet auf acht Monate Haft.

Richter: Rechtsradikalismus erfordert entschlossene Reaktion

Zur Bewährung wurde die Strafe nicht ausgesetzt, da laut dem Vorsitzenden Richter die Zunahme des Rechtsradikalismus in Deutschland eine entschlossene Reaktion erfordere. Ein milderes Urteil würde, so der Richter, von der Öffentlichkeit als Zurückweichen des Staates vor der rechtsradikalen Bedrohung gewertet.

Im ersten Verfahren: 6 Monate auf Bewährung

Im ersten Verfahren war der mehrfach vorbestrafte Zech zu sechs Monaten Haft verurteilt worden, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt worden war.

Staatsanwalt reduziert sein gefordertes Strafmaß

Die Staatsanwaltschaft reduzierte in ihrem Plädoyer die im erstinstanzlichen Verfahren vor dem Amtsgericht Oranienburg geäußerte Forderung von zehn Monaten Freiheitsstrafe auf acht Monate. Die Strafe könne allerdings nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, weil die Verteidigung die Rechtsordnung zu gewährleisten habe, hatte der Prozessvertreter der Anklagebehörde gefordert.

Verteidigung fordert Freispruch

Der Anwalt des Angeklagten forderte wie schon in der ersten Verhandlung vor dem Amtsgericht Oranienburg Freispruch für seinen Mandanten.

Ausschlaggebend für die leichte Änderung der Position der Staatsanwaltschaft ist die Tatsache, dass der Angeklagte die Tätowierung zurzeit verändern lässt. Bilder von den Retuschen an den Abbildungen, die einen stilisierten KZ-Turm zeigen, unter dem der Schriftzug „Jedem das Seine“ prangt, zeigte der Anwalt den Prozessbeteiligten. Dieser Spruch ist im Konzentrationslager Buchenwald über einem Tor angebracht.

Angeklagter lässt das Tattoo ändern

Der Angeklagte hatte den Richtern und dem Staatsanwalt außerdem auf seinem Handy Abbildungen gezeigt, wie das Tattoo aussehen soll, wenn es fertig ist. Dem Angeklagten zufolge wird es noch zwei Sitzungen dauern, bis der Endzustand erreicht ist. Das neue Bild auf dem Rücken zeige - wie Prozessbeteiligte bestätigten - die Wilhelm-Busch-Figuren Max und Moritz, wie sie gemeinsam in einer Art Boot oder Wanne sitzen. Von dem eigentlichen Konzentrationslager-Bild soll praktisch nichts mehr zu sehen sein.

Angezeigt hatte ein Journalist den Mann aus dem Landkreis Barnim, der für die NPD im Kreistag sitzt und in seiner Heimatgemeinde Panketal in der Gemeindevertretung. Zech und der Zeuge waren beide mit ihren Kindern im Dezember 2015 schwimmen gewesen. Der Zeuge hatte den Rücken mit dem Schriftzug fotografiert und später bei Facebook eingestellt. Im Bad selbst benachrichtigte er einen Bademeister, der aber laut Gericht angab, nichts tun zu können. Daraufhin wandte sich der Zeuge an zwei weitere Bademeister. Die sollen dann Marcel Zech angesprochen haben, er möge entweder ein T-Shirt anziehen oder das Bad verlassen. Zech beendete daraufhin seinen Schwimmbadbesuch.

Von Ulrich Wangemann

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