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NPD-Mann muss wegen KZ-Tattoos vor Gericht

„Jedem das Seine“ tätowiert NPD-Mann muss wegen KZ-Tattoos vor Gericht

Das KZ-Tattoo auf der Hüfte eines NPD-Politikers hat ein juristisches Nachspiel. Der NPD-Politiker Marcel Zech muss sich vor Gericht verantworten. Es geht um den Vorwurf der Volksverhetzung. Schon jetzt steht aber fest, dass der Rechtsextreme glimpflich davon kommen wird.

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Wegen dieses Tattoos flog Marcel Zech aus dem Schwimmbad.

Quelle: Facebook

Oranienburg. Der Prozess gegen den NPD-Mann Marcel Zech, der im Oranienburger Turm-Spaßbad mit KZ-Tattoo erwischt wurde, beginnt am kommenden Dienstag, 22. Dezember, um 9.30 Uhr vor dem Amtsgericht Oranienburg. Erstmals bestätigte eine Mitarbeiterin des Gerichtes gestern den Namen des Mannes. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hatte die Ermittlungen gegen den 27-jährigen Barnimer, der für die NPD im dortigen Kreistag sitzt, abgeschlossen. Man habe ein beschleunigtes Verfahren beantragt, erklärte Oberstaatsanwältin Lolita Lodenkämper gegenüber der MAZ. Das beschleunigte Verfahren wird in Fällen zulässig, in denen der Sachverhalt einfach gelagert ist und eine klare Beweislage besteht – in diesem Fall das recht eindeutige Tattoo auf dem Rücken. Ein beschleunigtes Verfahren bedeutet allerdings auch, dass das Urteil eine Haftstrafe von einem Jahr nicht übersteigen darf. Marcel Zech dürfte also glimpflich davon kommen: In einem normalen Prozess drohen bei Volksverhetzung laut Gesetz bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Verteidiger von Zech ist auch im NSU-Prozess aktiv

Vertreten wird der Angeklagte vor dem Oranienburger Amtsgericht von Anwalt Wolfram Nahrath, der in der rechtsextremen Szene bekannt ist und aktuell auch NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben in München verteidigt. Sein Auftritt in Oranienburg dürfte nicht lange dauern: „Wenn der Prozess am 22. Dezember stattfinden kann, ist von einem Urteil noch in diesem Jahr auszugehen“, erklärte eine Mitarbeiterin des Amtsgerichtes.

Zech hat bereits rechtsextreme Propaganda in Oranienburg betrieben

In Oranienburg ist Marcel Zech kein Unbekannter. Laut Medienberichten soll er mit mehreren Barnimer Neonazis im Juli 2014 bei einer Propagandaaktion schwarze Holzkreuze mit Zetteln aufgestellt haben, als Erinnerung an Deutsche, die von Ausländern getötet worden sein sollen. In Sachsenhausen posierten sie mit dem Kreuz symbolträchtig vor der KZ-Gedenkstätte.

Kay Duberow, Chef der Oranienburger Turm-Erlebnis-City, will dem NPD-Mann per Brief ein unbefristetes Hausverbot für das Spaßbad erteilen. In der Turm-Erlebniscity kehrt nach Tagen mit etlichen Presseanfragen nun langsam wieder Ruhe ein. Eine Anfrage der MAZ, wie die Barnimer NPD den Fall einschätzt, bleibt seit Wochen unbeantwortet.

Der Rechtsextremist Zech sitzt für die NPD im Kreistag von Barnim

Der Rechtsextremist Zech sitzt für die NPD im Kreistag von Barnim.

Quelle: MAZ

Geschichte begann auf Facebook und erregte bundesweite Aufmerksamkeit

Der NPD-Politiker war wegen seines geschmacklosen Tattoos Ende November aus dem Oranienburger Schwimmbad „Turm“ geflogen. Das Tattoo zeigt die Silhouette eines Konzentrationslagers samt des zynischen Nazispruches „Jedem das Seine“. Zunächst war ein Foto des Tattoos auf Facebook aufgetaucht, die Geschichte entwickelte so schnell ihre Eigendynamik und erzielte bundesweite Aufmerksamkeit.

Weiterer NPD-Abgeordneter vor Gericht

Zech ist nicht der einzige NPD-Mann, der sich in dieser Zeit vor Gericht verantworten muss. Auch Michel Müller, NPD-Abgeordneter im Kreistag Havelland, steht Gericht. Dem einschlägig vorbestraften Müller wird Körperverletzung vorgeworfen.

Michel Müller steht derzeit vor Gericht

Michel Müller steht derzeit vor Gericht.

Quelle: NPD Brandenburg

Von Marco Paetzel und MAZonline

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