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Brandenburg Nach Attacken: Cottbus will Waffenverbotszone
Brandenburg Nach Attacken: Cottbus will Waffenverbotszone
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15:43 14.06.2018
In Teilen von Cottbus sollen Waffen generell verboten werden. Quelle: dpa
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Cottbus

Nach der Massenschlägerei unter Asylbewerbern will Cottbus in Teilen der Stadt Waffenverbotszonen einführen. „Wir sind dazu in Abstimmungen mit dem Innenministerium und der Polizei“, sagte Oberbürgermeister Holger Kelch. „Wir wollen eine oder mehrere solcher Zonen schnellstmöglich einführen.“ Es werde geprüft, wie viele dieser Zonen es geben kann.

In solchen Verbotszonen ist das mitführen von legalen Waffen verboten, selbst wenn die Träger eine Waffenbesitzkarte haben. Darunter fallen auch Schreckschusspistolen, Reizgasdosen oder Messer. Waffenähnliche Gegenstände wie etwa Holzlatten sollen in diesen Arealen ebenfalls verboten werden. Polizei und Ordnungsamt können in diesen Zonen gezielt Personen durchsuchen und Sanktionen wie Platzverweise aussprechen.

Cottbus will sich in Hamburg informieren

Vorbild ist Hamburg, das 2007 als erstes Bundesland eine Waffenverbotszone entlang der Reeperbahn eingeführt hat. Wer dort dennoch mit Pistolen oder Messern erwischt wird, dem droht ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro, teilt die Hamburger Polizei mit. Vertreter der Cottbuser Stadtverwaltung wollen sich demnächst in Hamburg über das Verbot informieren, hieß es. „Wir wollen deutlich machen: Der Rechtsstaat funktioniert“, sagte Kelch.

Nach den Auseinandersetzungen hatte die Polizei die Cotbusser Unterkunft durchsucht. Quelle: dpa

Die Stadt sorgt sich außerdem um die Sicherheit des Stadtfestes an diesem Wochenende. Das Sicherheitskonzept sieht vor, das auf dem von Freitag bis Sonntag geöffneten Festareal ebenfalls ein Waffenverbot gilt.

Am Dienstag war es in Cottbus gehäuft zu Angriffen unter Asylbewerbern gekommen. Mehrere Männer wurden verletzt. Die Polizei nahm 26 Tschetschenen und einen Afghanen vorübergehend fest.

Die Landesgruppe der AfD-Bundestagsfraktion kündigte die Eröffnung eines Bürgerbüros in der Innenstadt sowie verstärkte Protestaktionen in Cottbus und Südbrandenburg an. Das Bündnis „Cottbus nazifrei“ sprach von einem „Hetzbüro“.

Von Torsten Gellner

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