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Brandenburg Nach Barca-Kritik: Wie schäbig ist Schönefeld?
Brandenburg Nach Barca-Kritik: Wie schäbig ist Schönefeld?
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00:29 11.06.2015
Tausende Fans des FC Barcelona warteten am frühen Sonntagmorgen im Hangar des Selchower Messegeländes auf ihren Rückflug. Quelle: Twitter
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Schönefeld

Kein fließendes Wasser, zu wenige Sitzgelegenheiten, kaum Auskünfte – dies bemängelten die rund 5000 Fußballfans, die in der Nacht vom Samstag zum Sonntag nach dem Champions- League-Finale vom Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald) zurück in ihre Heimat reisten. Daraufhin beschwerte sich der Club FC Barcelona beim europäischen Fußballverband Uefa. In der Klage hieß es auch, dass zu wenige Busse zur Verfügung standen, um die Anhänger zum Airport zu bringen. Erst nach einer Beschwerde seien weitere Busse eingesetzt worden, deren Fahrer sich aber nicht so recht ausgekannt hätten.

Was ist dran an diesem Schönefeld-Bashing? Am Montag, als das Gros der Fans bereits abgereist ist, sah sich die MAZ vor Ort um: Die Flughafenhalle ist hell erleuchtet, die Toiletten sauber, das Wasser läuft. Die Schlangen am Check-In sind nicht länger als gewöhnlich. Ein Security-Mitarbeiter, der seinen Namen nicht nennen möchte, kann sich gut vorstellen, dass das Wasser im Terminal nach dem Champions-League-Spiel abgestellt wurde. „Da machen die dann wieder einen Riesengewinn. Aber das meiste hier ist outgesourct. Und die Leute beschweren sich immer.“

Hannah Isbell: Es ist hier ein bisschen unübersichtlich. Aber sauber finde ich es schon. Bei günstigsten Airlines ist doch klar, dass man keinen perfekten Flughafen erwarten kann. Quelle: MAZ

Die wenigen Sitzplätze werden einer großen Menge an Reisenden hingegen nicht gerecht. „Klar, es ist unübersichtlich hier. Noch dazu sind die Mitarbeiter oft unfreundlich“, sagt Madeleine Hamel, die sich in Ermangelung eines freien Sitzplatzes auf die Fensterbank gegenüber des EasyJet-Check-In gesetzt hat.

Die 20 Jahre alte Studentin aus Berlin fliegt oft von Berlin-Schönefeld aus – ihre Eltern wohnen in der Schweiz, die Freunde in England. „Aber für einen Flughafen ist das doch normal.“

Bart Kizzyzaniak: Es ist alles perfekt hier und auch nicht zu teuer. Sauber ist es auch. Ich weiß nicht, warum sich die Fans beschweren – wahrscheinlich sind es Snobs. Quelle: MAZ

Andere Fluggäste sind weniger genügsam. „Es ist spartanisch und nicht hauptstadtwürdig“, berichtet ein Passagier, der schon oft von Schönefeld flog und seinen Namen lieber nicht in der Zeitung sehen will. Schon der Weg zum Flugzeug sei vollkommen inakzeptabel. „Schmale Gänge, man kriegt regelrecht Platzangst“, sagt der 31-Jährige. Im Flughafen Tegel sei dies besser organisiert. Die vielen Reisenden säßen größtenteils auf dem Boden, da es bei Weitem nicht genug Sitzplätze gebe. Auch an Verpflegung gebe es nicht viel Auswahl: „Ein Burger King, ein Bäcker, ein Irish Pub und ein Kiosk“, zählt der Reisende aus Berlin auf.

Bei der Flughafengesellschaft ist man ziemlich verärgert über die Kritik des FC Barcelona, da die Kollegen in der Sonderschicht einen guten Job gemacht hätten, um alle Fans rechtzeitig abzufertigen. „Die Vorwürfe einer miserablen Organisation weisen wir strikt zurück“, sagte Flughafensprecher Lars Wagner. „Für die Abfertigung der vielen Maschinen wie gewünscht muss den Kollegen ein Lob ausgesprochen werden.“ Für eine Beschwerde bei der Uefa sieht das Unternehmen gar keinen Anlass: Zwischen halb eins und sechs Uhr in der Früh sind die 80 Sondermaschinen, für die das Nachtflugverbot aufgehoben worden war, abgefertigt worden. „Das waren die Uefa-Vorgaben und die haben wir auch erfüllt“, sagte Wagner.

Susann Augsten: Wenn es voll wird, findet man vielleicht keinen Platz. Aber wenn viele kommen, ist es klar, dass es mal schmutzig wird. Das Wasser läuft immer. Quelle: MAZ

Die Barça-Fans waren aus Sicherheitsgründen von den Juve-Anhängern getrennt worden: Die Italiener checkten im alten Schönefelder Terminal ein, die Spanier in einem Hangar des benachbarten Selchower Messegeländes. Dort wurden die mehreren Tausend Passagiere über 15 Sicherheitslinien abgefertigt. Es seien Toiletten sowie Essens- und Getränkestände aufgestellt worden, Mitarbeiter hätten sich um körperbehinderte Fans gekümmert. Auch den Vorwurf, dass nur vier Busse im Einsatz gewesen seien und erst nach massiven Protesten weitere Fahrzeuge herangeschafft wurden, wies Wagner energisch zurück. „Ich weiß nicht, wer diese Zahl in die Welt gesetzt hat“, sagte er. Es seien mehr als 25 Busse im Einsatz gewesen, und zwar von Anfang an.

Drts Mohamed: Ich finde den Flughafen okay. Er ist zwar klein, aber sauber. Die Preise sind normal – ich hatte einen Cappuccino. Ich habe mich jedenfalls nicht beschwert. Quelle: MAZ

Von Anne-Kathrin Fischer und Torsten Gellner

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