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Brandenburg Nach Giffey auch Ernst: Mehr Geld für Erzieher
Brandenburg Nach Giffey auch Ernst: Mehr Geld für Erzieher
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02:17 29.03.2018
Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) unterstützt den Vorstoß der neuen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), dass Erzieher künftig so viel verdienen sollten wie Lehrer. „Der Beruf der Erzieherin und des Erziehers ist sehr wichtig und verdient hohe Wertschätzung. Das muss sich perspektivisch auch in einer höheren Bezahlung ausdrücken“, sagte Ernst der MAZ. Wie eine Finanzierung in Brandenburg aussehen könnte, ließ die Ministerin offen. Der erste Schritt sei der geplante Einstieg in die beitragsfreie Kita.

Giffey: Bei Finanzierung seien alle gefragt

Die neue Bundesfamilienministerin Giffey hatte Bund und Länder aufgefordert, die Bezahlung von Erziehern auf das Niveau von Grundschullehrern anzuheben. Konkrete Aussagen, wo das Geld für die Anhebung des Lohnniveaus herkommen soll, machte die SPD-Politikerin nicht. Bei der Finanzierung seien „alle gefragt, Bund und Länder“, sagte die Familienministerin.

Kommunen fürchten steigende Kosten

Die Kommunen befürchten nun steigende Kosten. „Wir erwarten, dass der Grundsatz vollständig beachtet wird: „Wer die Musik bestellt, soll sie auch bezahlen“, sagt Jens Graf, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg. Aus seiner Sicht sei der Bund in der Sache nicht handlungsbefugt. Die Vergütungen würden vielmehr von den Tarifvertragsparteien ausgehandelt. Für die Kindertagesstätten der Städte und Gemeinden seien dies der Kommunale Arbeitgeberverband und die Gewerkschaften. „Die Bundespolitik sollte sich aus den Tarifverhandlungen heraushalten“, so Graf.

Verdi begrüßt Giffeys Vorschlag

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Berlin-Brandenburg begrüßt hingegen den Vorschlag aus Berlin. „Wir finden, dass die Erzieherausbildung sehr hochwertig ist und fordern seit Langem, dass das Gehalt von Erziehern an das von Grundschullehrer angeglichen wird“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Dieter Korte.

Volkssolidarität: Es darf nicht allein ums Geld gehen

Ines Große, Vorstandsvorsitzende der Volkssolidarität Brandenburg, hält die Forderung nach einer besseren Bezahlung für richtig, damit sich wieder mehr junge Menschen für den Beruf entscheiden. Jedoch dürfe es in der Debatte nicht allein um die Geldfrage gehen. Als Träger von 16 Einrichtungen mit 2000 Kindern im Land setzt sich der Sozial- und Wohlfahrtsverband vor allem für bessere Rahmenbedingungen für die Erzieher ein. „Wir müssen mehr über Aufgaben und Anforderungen reden.“ So sei das Personal in den Brandenburger Kitas noch immer knapp. „Die Politik hat nicht rechtzeitig darauf reagiert, dass der Bedarf an Kita-Plätzen mit Hinblick auf steigende Geburtenzahlen wächst.“

CDU hält Angleichung für problematisch

In der Brandenburger Politik stößt der Vorschlag der Familienministerin auf Zurückhaltung und Zustimmung. „Erzieher leisten eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe, aber sie per se in der Besoldung gleichzustellen mit Lehrern, halte ich für problematisch“, sagt der CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann. Wenn das Gehalt von Erziehern an das von Grundschullehrern angeglichen wird, werde nicht berücksichtigt, dass Lehrer ein „anspruchsvolles Hochschulstudium und Referendariat absolviert haben.“ Gleichwohl sei es wichtig, auf den akuten Fachkräftemangel mit besserer Bezahlung zu reagieren.

Linke warnt vor Neiddebatte

Die bildungspolitische Sprecherin der Linken Kathrin Dannenberg hält die Forderung der Familienministerin für sinnvoll und warnt vor einer „Neiddebatte“ zwischen Lehrern und Erziehern. „Es muss um eine faire Bezahlung gehen.“

Reaktionen der MAZ-Leser

Der Vorschlag von Franziska Giffey hat auf der MAZ-Facebook-Seite für viele Kommentare gesorgt. Viele Leser fordern mehr Geld für Erzieher, aber auch für Lehrer. Hier eine Zusammenfassung der Reaktionen.

Von Diana Bade

Brandenburg MAZ-Leser über Aussage Franziska Giffeys - Bessere Bezahlung für Erzieher aber mehr Geld für Lehrer

Die Familienministerin Franziska Giffey forderte, dass Erzieher genau so viel verdienen sollen wie Pädagogen. Wie prekär das Thema zu sein scheint, zeigt die Kommentarfunktion auf der MAZ-Facebookseite. Wir fassen die Reaktionen zusammen.

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