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Brandenburg Nach Kritik: Weg zum Abitur wird reformiert
Brandenburg Nach Kritik: Weg zum Abitur wird reformiert
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18:13 23.03.2017
Der Weg zum Abi in Brandenburg soll wieder übersichtlicher werden. Quelle: dpa
Potsdam

Rolle Rückwärts in der Bildungspolitik: Brandenburgs Oberstufenschüler müssen künftig nur noch zwei statt fünf Leistungskurse auf dem Weg zum Abitur belegen. Das kündigte Bildungsminister Günter Baaske (SPD) am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags an. Hauptargument für die Rückkehr zu dem Zwei-Kurs-System sei die „fachliche Fokussierung und intensivere Wissensvermittlung“ gewesen, erklärte der Minister. Die Änderung wird nach der Vereinbarung erstmals in der gymnasialen Einführungsphase für das Schuljahr 2018/19 wirksam.

Angleichung an Berlin

Damit gleicht Brandenburg den Weg zum Abitur wieder an Berlin an, wo es ebenfalls zwei Leistungskurse à fünf Stunden gibt. 2010 hatten die beiden Länder sich auf gemeinsame Abiturprüfungen geeinigt. Nach Protesten war Brandenburg jedoch aus der gemeinsamen Hochschulreife ausgeschert. Denn die fünf märkischen Leistungskurse wurden mit jeweils nur vier Wochenstunden gelehrt, weshalb für die Vermittlung des Abistoffs deutlich weniger Zeit blieb. Jetzt sollen die Schwerpunktfächer für die Abiturprüfung wieder mit fünf Wochenstunden gelehrt werden, erklärte Baaske.

KMK-Beschluss zwang Brandenburg zum Handeln

Ausschlaggebend für die jetzige Reform war ein Entschluss der Kultusministerkonferenz der Länder, der den Rahmen der Leistungskurse von zwei bis maximal vier festlegt. Damit soll eine bessere Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse erreicht werden. Daraufhin hatten Elternvertreter, der Landesschülerrat und schließlich auch die Vereinigung der Gymnasiallehrer eine Verringerung der Leistungskurszahl gefordert. Baaske hatte in den vergangenen Wochen mehrere Fachgespräche mit den Betroffenen geführt. „Das Votum für zwei Kurse war nahezu einhellig“, so Baaske. „So haben wir eine gute und praktikable Lösung gefunden.“

Elternsprecher begrüßt Reform der Reform

Auch Wolfgang Seelbach, Sprecher des Landeselternrats, war bei den Gesprächen dabei. Er begrüßte die Novelle. „Das ist ein Signal der Vernunft“, sagte er der MAZ. „Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, wenn sich Schüler auf zwei Schwerpunkte konzentrieren.“ Die Ausweitung auf fünf Leistungskurse habe dazu geführt, dass manche Schüler angesichts der Stofffülle, die in kurzer Zeit durchgenommen wurde, demotiviert worden seien.

Schulen sollen sich stärker profilieren

Unklar sind noch die Details der Reform, so etwa, ob Schüler künftig ihre Leistungskurse frei wählen können oder ob es Vorgaben geben wird, wonach mindestens ein Leistungskurs in einem der Kernfächer Deutsch, Mathematik oder Englisch verlangt wird. Bislang mussten Abiturienten zwingend Deutsch und Mathe belegen, dazu eine Fremdsprache und ein naturwissenschaftliches Fach. Lediglich den fünften Abi-Vorbereitungskurs konnten sie frei wählen. Mit dem neuen Kurssystem könnten sich Schulen laut Baaske stärker profilieren, etwa als sprachliches oder naturwissenschaftliches Gymnasium.

Der CDU-Bildungspolitiker Gordon Hoffmann befürwortet die angekündigte Fächerkonzentration, warnte aber vor Nachteilen für Schüler an kleineren Gymnasien. „Wir müssen aufpassen, dass wir an kleinen gymnasialen Oberstufen weiterhin ein vielfältiges Kursangebot anbieten.“ Er regte einen finanziellen Bonus für kleinere Schulen an. Diesen soll es laut Baaske auch geben. „Wir werden etwas dazu geben, das ist bereits vereinbart“, sagte er.

Von Torsten Gellner

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