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Nach Unwetter: Schäden werden immer mehr

Starkregen in Brandenburg Nach Unwetter: Schäden werden immer mehr

Der Regen wütete heftig in Brandenburg. Seit Freitagmorgen pumpten Einsatzkräfte in Oberhavel Wasser, einige Veranstaltungen in Brandenburg sind abgesagt. In Potsdam aber findet der Klassikabend statt. In der Prignitz sind Bauern gewarnt. Ein Überblick.

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Der Sportplatz steht am Freitag in Leegebruch (Oberhavel) unter Wasser.

Quelle: Paul Zinken/dpa

Potsdam. Keller voller Wasser, Riesenpfützen auf Straßen, überfüllte Kanalisationen und witterungsbedingte Unfälle: Der Starkregen über Brandenburg hat den Kameraden von Feuerwehr und THW bis weit in den Freitag hinein hunderte Einsätze beschert. Nach zahlreichen Einsätzen wegen Dauerregens am Donnerstag hat sich die Lage in Brandenburg in der Nacht größtenteils beruhigt. Am Freitagmittag ebbte laut Regionalleitstellen die Zahl der Einsätze teilweise ab.

Kreisverwaltung zu – Motto in Oberhavel: pumpen, pumpen, pumpen


Besonders heftig traf es am Donnerstag den Raum rund um Oranienburg
sowie den Süden. Mit bis zu 600 Einsatzkräften in Spitzenzeiten war die Feuerwehr dort unterwegs, teilweise auch noch in der Nacht. Am Morgen ging es direkt weiter, wie die Kollegen live vor Ort berichten.

Böschung an der Anschlussstelle Oranienburg-Süd/B96 in Oranienburg, nördlich von Berlin, ist  auf einer Länge von etwa 250 Metern nach den st

Böschung an der Anschlussstelle Oranienburg-Süd/B96 in Oranienburg, nördlich von Berlin, ist auf einer Länge von etwa 250 Metern nach den starken Regenfällen abgerutscht. Örtlich fiel binnen weniger als 24 Stunden mehr als doppelt so viel Regen wie normalerweise im ganzen Juni.

Quelle: Christian Pörschmann/dpa

In Leegebruch wird „weiter gepumpt, was möglich ist“, sagt Kreissprecher Ronny Wappler. Am Freitagnachmittag waren in Oranienburg noch 120 Kameraden im Einsatz, in Leegebruch 90. Wegen des Unwetters hat die Kreisverwaltung am Freitag geschlossen, auch Kitas und Schulen blieben zu. Einige Veranstaltungen in Oberhavel wurden inzwischen wetterbedingt abgesagt.

Trotz aufgeweichten Bodens fällt Klassikabend nicht aus

In der Landeshauptstadt waren Donnerstag Hauptverkehrsstraßen überflutet. In Potsdam-West wurde ein Stehpaddler gesichtet. Ernsthaft Verletzte gab es nach Angaben mehrerer Leitstellen bis zum frühen Morgen nicht.

Die Zeppelinstraße war in Potsdam überflutet

Die Zeppelinstraße war in Potsdam überflutet.

Quelle: Hajo von Coelln

Am Freitagnachmittag wurde bestätigt, dass der Klassikabend trotz des aufgeweichten Bodens im Lustgarten stattfindet, allerdings unbestuhlt. Zunächst war gebangt worden, ob das Stadtwerkefest wie jedes Jahr mit dem Klassikkonzert eröffnet werden kann. Besucher sollten dennoch einiges beachten.

Der Lustgarten am Freitag unter Wasser

Der Lustgarten am Freitag unter Wasser: Dort soll am Wochenende das dreitägige Stadtwerkefest stattfinden.

Quelle: Stadtwerke Potsdam

Nach dem starken Regen ist die Autobahn 14 bei Perleberg (Prignitz) am Freitag wegen einer abrutschenden Böschung gesperrt worden. Der Hang sei auf einer Länge von mehreren hundert Metern abgestürzt, teilte die Polizei in Neuruppin mit. Für die Prignitz gibt es eine Hochwasserwarnung. Landwirte sind aufgefordert, ihr Vieh von den Niederungen auf hochwassersichere Weiden zu bringen.

In der Region um Wittstock in Ostprignitz-Ruppin gab es vergleichsweise wenige Schäden. Dennoch krachte ein Baum in eine Kleingartenanlage, das Mittsommernachtsshopping in Wittstock wurde abgesagt. Auch Neuruppin und Rheinsberg kamen relativ glimpflich davon, doch um Fehrbellin war Land unter.

In den Kreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark hatte die Feuerwehr gegen kurz nach 2.00 Uhr am frühen Freitagmorgen den vorläufig letzten Einsatz. Bis dahin war sie mehr als 200 Mal ausgerückt. Das Technische Hilfswerk unterstützte sie dabei, eine vollgelaufene Werkstatt von den Wassermassen zu befreien. „Wir gehen davon aus, dass sich das Aufkommen am Morgen wieder erhöht, wenn die Menschen aufwachen und ihre vollgelaufenen Keller entdecken“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

In Potsdam hat der andauernde Starkregen vor allem in den Parks und Gärten der Schlösserstiftung erhebliche Schäden hinterlassen, Wege aufgeweicht und alte Bäume ruiniert.

Donnerstag standen Pferde bis zum Bauch im Wasser

Immer wieder musste auch das Technische Hilfswerk am späten Donnerstagabend mithelfen, um Häuser, Straßen und ganze Firmen von den Wassermassen freizupumpen. Es kam zu mehreren Unfällen mit Leichtverletzten. Die Feuerwehr hatte die Bevölkerung bereits am späten Nachmittag aufgefordert, vor allem von mehrfachen Notrufen abzusehen, da die Leitungen zeitweise blockiert waren.

Für die Regionalleitstelle Lausitz war ein Schwerpunkt der berlinnahe Raum. So standen am Donnerstag auf Koppeln in und um Schönefeld und Königs Wusterhausen vereinzelt Pferde bis zum Bauch im Wasser, wie ein Sprecher am Abend berichtete. In Wildau war überdies die Zufahrtsstraße zum A10-Center überschwemmt, so dass sie für den Verkehr voll gesperrt wurde.

Jahrhundertregen in Dahmeland-Fläming

In einem Tunnel in Wildau

In einem Tunnel in Wildau

Quelle: aireye

Unwetter-Unfälle auf den Autobahnen

Auf den Autobahnen im Bereich der Polizeidirektion West kam es am Donnerstagabend zu drei Unfällen aufgrund von Aquaplaning:

– Gegen 18.40 Uhr geriet auf der A 9 zwischen den Anschlussstellen Beelitz-Heilstätten und Beelitz (Richtung Leipzig) ein Mercedes Benz aus dem Saalekreis ins Schleudern und prallte in die linke Leitplanke. Der 61-jährige Autofahrer blieb unverletzt und konnte nach der Unfallaufnahme seine Fahrt fortsetzen. Der Sachschaden am Auto wird auf 5.000 Euro geschätzt.

– Ähnlich ging es gegen 20.30 Uhr zwischen Netzen und Brandenburg auf der A 2 zu. Hier kam ein Mercedes Benz aus Leipzig ins Schleudern und fuhr frontal in die Seitenleitplanke. Die Fahrzeuginsassen konnten nach ambulanter Behandlung vor Ort wieder entlassen werden. Der Sachschaden beläuft sich in diesem Fall auf 8.000 Euro.

– Zwischen den Anschlussstellen Genshagen und Rangsdorf, auf dem südlichen Berliner Ring (A10), drehte sich gegen 20.53 Uhr ein VW-Passat und stieß dann auf einer Länge von 20 Metern gegen die Seitenleitplanke. Verletzt wurde dabei niemand, der Sachschaden allerdings beträgt 10.000 Euro. Das nicht mehr fahrbereite Fahrzeug musste abgeschleppt werden.

Von MAZonline

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