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Brandenburg Ministerium sieht keinen Bedarf an Löschflugzeugen
Brandenburg Ministerium sieht keinen Bedarf an Löschflugzeugen
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01:15 12.10.2018
Ein Löschflugzeug beim Waldbrand nahe Lissabon. Brandenburgs Landesregierung hält die Technik für verzichtbar. Quelle: Armando Franca/dpa
Potsdam

Die Landesregierung sieht trotz der verheerenden Waldbrände in diesem Sommer „derzeit keinen Bedarf zur Anschaffung von Löschflugzeugen“. Das teilte das Innenministerium auf eine parlamentarische Anfrage des Landtagsabgeordneten Péter Vida (fraktionslos) mit.

Löschhubschrauber der Bundeswehr bei Bränden schnell im Einsatz

Laut Ministerium sind die Löschhubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei „bei dringender Erforderlichkeit immer kurzfristig zur Verfügung gestellt worden“. Verbesserungsbedarf sieht das Ministerium nicht.

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Im Jahr 2018 haben nach jetzigem Stand rund 1350 Hektar Wald gebrannt. Die Brände bei Beelitz-Heilstätten und Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) waren besonders besorgniserregend, weil sie Siedlungen gefährlich nahe gekommen waren und der Rauch teils noch im Berliner Stadtgebiet Alarm auslöste.

Kameraden mussten Löschpanzer bei Brand einsetzen

Der Ruf nach einer fliegerischen Aufrüstung der Brandbekämpfer war seitens der Grünen und der CDU laut geworden, weil die Rettungskräfte wegen des munitionsverseuchten Bodens vielerorts nicht an die Brandstellen heran kamen. Sie mussten teilweise Löschpanzer einsetzen.

Wegen eines Waldbrandes bei Potsdam mussten mehrere Autobahnen gesperrt werden. Auch eine Evakuierung des Ortsteils Fichtenwalde war im Gespräch.

Andere europäische Länder setzen seit Jahrzehnten Löschflugzeuge ein, etwa Frankreich und Italien. Allerdings finden deren Einsätze oft in unwegsamem, bergigem Gelände statt.

Zahl der Brandstifter soll zurückgegangen sein

Das Ministerium hat außerdem Zahlen herausgegeben, die einen deutlichen Rückgang von Brandstiftungen gegenüber dem Beginn des Jahrtausends erkennen lassen. 2003 lag die Zahl landesweit bei 583 Fällen von absichtlich gelegtem Feuer oder dem „Herbeiführen einer Brandgefahr“.

38 Prozent der Taten konnten von der Polizei aufgeklärt werden. Dagegen verzeichnete die Polizei 2017 einen absoluten Niedrigwert von 112 Fällen. Von denen wurden aber lediglich 18 Prozent aufgeklärt.

Berufsfeuerwehren werden verstärkt

Deutlich erkennbar ist auch der Trend hin zur Stärkung von hauptamtlicher Tätigkeit in Wehren. So haben vier der fünf Berufsfeuerwehren im Land – Potsdam, Brandenburg/Havel, Frankfurt (Oder), Cottbus und Eberswalde (Barnim) – ihre Personalstärke seit dem Jahr 2000 hochgefahren.

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Die Personalstärke bei den Kameraden der Berufsfeuerwehren stieg seit der Jahrtausendwende von 520 auf 964. Nur in Eberswalde liegt laut Innenministerium der Personalbestand niedriger als damals.

Seit Donnerstag kämpfen Feuerwehrleute gegen den Großbrand, der die Ortschaften Klausdorf, Frohnsdorf und Tiefenbrunnen bedrohte.

Zu erkennen ist in den Daten auch der Trend hin zur Festanstellung von Feuerwehrleuten im Rahmen von formell freiwilligen Wehren. Im Jahr 2003 taten 198 Hauptberufler in Freiwilligen Feuerwehren Dienst, heute sind es 252. Zugleich schrumpfen die Belegschaften im ehrenamtlichen Feuerwehrwesen.

Von Ulrich Wangeman

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