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Brandenburg So schützt Brandenburg seine Denkmäler
Brandenburg So schützt Brandenburg seine Denkmäler
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17:30 16.04.2019
Eines der bekanntesten Kulturdenkmäler Brandenburgs: Schloss Sanssouci in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Ein Brand wie in der Kirche Notre Dame in Paris wäre auch für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg der Gau. „Unsere Anlagen sind von so einer Katastrophe bislang zum Glück verschont geblieben“, sagt Stiftungssprecher Frank Kallensee. Doch er weiß auch: „Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie“.

Das weiß auch der Rüdiger von Schnurbein, der Direktor des Dom-Museums in Brandenburg/Havel. Schon aus technischen Gründen sei es zum Beispiel unmöglich, den Brandenburger Dom mit Rauchmeldern auszurüsten. In dem 600 Jahrew alten Dachstuhl des Wahrzeichens der Stadt, könnte auch keine Sprinker-Anlage installiert werden. „Das Holz ist sehr trocken, da oben ist es sehr staubig, es kann natürlich zum Brand kommen“, weiß von Schnurbein. Man dürfe den Dachstuhl deshalb nicht einmal mit einer Taschenlampe betreten.

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Einzige Möglichkeit, um den Dom zu schützen: Vorbeugende Brandschutzmaßnahmen. So wurden zum Beispiel im Friedgarten schweren Herzens die schönen Holztüren ausgebaut und durch Brandschutztüren ersetzt. Und wenn etwas repariert werden muss, werden die Teile möglichst vorher ausgebaut und jenseits des alten Gebäudes bearbeitet.

Brandschutz ist immer Thema Nummer eins

Brandschutz hat auch bei der Schlösserstiftung oberste Priorität. Bei Sanierungsarbeiten, was bei den denkmalgeschützten Gebäuden der Stiftung zum alltäglichen Geschäft gehört, werden die Gebäude in Brandabschnitte unterteilt und von anderen Bereichen abgeschottet, damit im Fall der Fälle ein Feuer nicht auf andere Gebäudeteile übergreifen kann, sagt Sprecher Kallensee. So werde derzeit auch bei der Sanierung des Schlosstheaters am Neuen Palais in Potsdam gearbeitet.

Die Schlösserstiftung verwaltet in Berlin und Brandenburg insgesamt 30 Museumsschlösser, darunter das Schloss Sanssouci in Potsdam und Schloss Rheinsberg. Neben zahlreichen Parkanlagen ist die Stiftung für rund 100 000 hochwertige Kunstwerke verantwortlich. Sollte es einmal zu einer Brandkatastrophe wie in Paris kommen, würden nicht ersetzbare Werte zerstört – Kulturgüter, die sich auch nicht versichern lassen.

Brandwachen sehen nach dem Rechten

Für alle Schlösser und Gebäude gebe es deshalb spezielle Brandschutzpläne, sagt Kallensee. Die Feuerwehr kennt sich vor Ort aus und weiß, worauf sie im Brandfall achten muss. In allen Bauwerken würden derzeit die demnächst gesetzlich vorgeschriebenen Brandmelder eingebaut.

Und wo spezielle Brandschutzmaßnahmen wie Stahltüren aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich sind, gebe es spezielle Brandwachen, die nach dem Rechten sehen. Zudem wurde ein großer Teil der Kunstwerke, die lange Zeit im Neuen Palais lagerten, in das neue Depot an der Potsdamer Friedrich-Ebert-Straße verlegt. Dort können sie unter modernsten Bedingungen aufbewahrt werden.

Gebrannt hat es bei der Schlösserstiftung kürzlich trotzdem – aber in einem Neubau. Anfang Februar loderte Flammen in einem Trafohaus des Wissenschafts- und Restaurierungszentrum in der Potsdamer Zimmerstraße. Die Feuerwehr war sofort da. Der Schaden hielt sich mit rund 30 000 Euro in Grenzen.

Jüterboger Stadtwehrführer ist skeptisch

Bleibt also nur zu hoffen, dass auf Brandenburgs Kulturdenkmäler nichts Schlimmeres zukommt. „Ab einer betimmten Höhe kann man eben von außen nicht mehr viel löschen“, sagt Jüterbogs amtierender Stadtwehrführer Michael Rinderle. Und das treibt auch den Pfarrer der dortigen Nikolaikirche Tileman Wiarda um. „Über die Frage, was wir wohl bei einem Brand in der Nikolaikirche machen würden, habe ich die ganze Nacht nachgedacht“, sagte er am Dienstag: „Es wäre wohl eine riesige Katastrophe.“

Kulturministerin Martina Münch ruft zu Spenden auf

Derweil hat Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) zu Spenden für den Wiederaufbau von Notre Dame aufgerufen. „Die Kathedrale Notre Dame ist ein wertvoller und unverzichtbarer Teil des kulturellen Erbes der Menschheit, insofern trifft uns diese schreckliche Katastrophe alle“, so Münch. Brandenburg werde symbolisch einen Eichenstamm aus dem Forst der Stiftung Stift Neuzelle für den Wiederaufbau des Dachstuhls bereitstellen. „Das DNK wird mit seinem umfangreichen Engagement und der Expertise seiner Mitglieder die Begrenzung des Schadens und die Rekonstruktion dieses Schlüsselwerks der Geschichte unterstützen“, sagte Münch.

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