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Brandenburg Nach den Perseiden ist vor den Geminiden
Brandenburg Nach den Perseiden ist vor den Geminiden
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16:47 12.08.2015
Sternschnuppenschauer am Mittwochabend erwartet.. Quelle: dpa
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Potsdam

Wer heute besonders aufmerksam nach oben schaut, kann sich bis zu 30 Mal in der Stunde etwas wünschen: In den nächsten Tagen regnet es Sternschnuppen vom Himmel. Der Höhepunkt ist aber in der Nacht zum Donnerstag zu erwarten, wie Astronomen ankündigen. Grund für das Phänomen ist der Meteorstrom der Perseiden. Das sind abgelöste Stückchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle.

Sternschnuppen von vorn

“Der Sternschnuppenschauer kommt dadurch, dass die Erde durch die Flugbahn des Kometen hindurchfliegt“, erklärt Astronom Michael Hänel, der das Planetarium in Osnabrück leitet. Der Komet verliere auf seiner Bahn Staubkörner, die dann in der Erdatmosphäre verglühten. Astronomen sprechen von Perseiden, weil die Sternschnuppen dem Sternbild Perseus zu entströmen scheinen.

In dessen Richtung müssen Nachtschwärmer deswegen aber nicht unbedingt schauen: “Die sind am ganzen Himmel zu sehen“, sagte Hänel. “Am besten sieht man sie in der zweiten Nachthälfte, weil Europa dann in die Flugrichtung der Erde schaut.“ Der Effekt: Die Sternschnuppen kommen quasi von vorne. 20 bis 30 Stück pro Stunde können Laien dem Experten zufolge sehen - tatsächlich dürften etwa 60 unterwegs sein.

Der Mond stört nicht

Wie viele Sternschnuppen Beobachter sichten, hängt aber nicht nur von der Aufmerksamkeit ab: Wolken am Himmel oder ein voller, heller Mond könnten Himmelsgucker stören. In diesem herrschen allerdings günstige Bedingungen, denn am 14. August ist Neumond. “Der Mond stört diesmal so gut wie gar nicht“, sagt Hänel.

Gute Wetteraussichten

Beobachter des Perseiden-Stroms haben gute Aussichten: Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes soll es weitgehend trocken und klar sein. Nur im Südwesten und Teilen Ostdeutschlands könnten Wolken die Sicht stören.

Ein Ort eigent sich besonders gut

Tatsächlich hängt aber nicht alles von dieser einen Nacht ab: Schon in den Nächten drumherum seien Sternschnuppen zu sehen, sagt Astronom Hänel. Und wie schaut es sich am besten? “Man sollte sich einen dunklen Ort suchen“, rät er.

Regional gibt es allerdings besonders geeignete Stellen: Vor Jahren entdeckte Hänel beispielsweise den kleinen Ort Gülpe im Havelland 70 Kilometer westlich von Berlin als einen der dunkelsten Orte Deutschlands. Der Naturpark Westhavelland wurde im Februar 2014 von der International Dark Sky Association (IDA) zum ersten deutschen Sternenpark ernannt.

Gülpe gilt als der Ort in Deutschland mit der geringsten nächtlichen Lichtverschmutzung. Diese geringe Lichtverschmutzung war die Voraussetzung dafür, dass Gülpe und der Naturpark Westhavelland Anfang dieses Jahres als erster deutscher Sternenpark ausgewiesen wurde.

Mit bloßem Auge kann man von Gülpe aus die Milchstraße ohne Streulicht erkennen. Bessere Bedingungen als dort gibt es nach Auskunft des Astronomen Andreas Hänel vom Planetarium Osnabrück nur noch im afrikanischen Namibia oder in der Höhe Chiles.

Es kommen die Geminiden

Wer die Perseiden trotzdem verpasst, hat dieses Jahr aber nochmal die Chance auf ein Himmelsspektakel. “Es ist nicht der intensivste Sternschnuppenschauer“, sagt Astronom Hänel. “Den haben wir mit den Geminiden am 14. Dezember.“ Die hätten allerdings einen Haken: “Da legt sich niemand so gern raus.“

Die Tränen des Märtyrers

Laut einer Sage handelt es sich bei den Perseiden um Laurentiustränen. Die Sage stammt aus dem 3. jahrhundert nach Christus. Demnach soll der römische Kaiser Valerian veranlassten grausamen Hinrichtung des Heiligen Laurentius. Noch vor Beginn des Mittelalters entstand ihm zu Ehren ein Fest, welches an seinem Namens- und Todestag, dem 10. August, gefeiert wurde. Da man genau in dieser Zeit stets viele Sternschnuppen beobachtete, entstand der Volksglaube, dass diese Sternschnuppen, die Tränen des Märtyrers seien.

INFO: Sternenhimmel über Brandenburg im August 2015

Von MAZonline

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