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Nachfrage nach Privatschulen in Brandenburg steigt

Bildung Nachfrage nach Privatschulen in Brandenburg steigt

Trotz gekürzter Zuschüsse ist es in Brandenburg nicht zum Sterben der Privatschulen gekommen. Im Gegenteil: Schulen in freier Trägerschaft erfreuen sich steigender Nachfrage. Im neuen Schuljahr wird es neue Privatschulen geben. Die evangelische Kirche profitiert besonders.

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Die evangelische Schule in Neuruppin gewann 2012 den Deutschen Schulpreis.

Quelle: Peter Geisler

Potsdam. Trotz gekürzter Zuschüsse ist es in Brandenburg nicht zu einem Privatschulsterben gekommen. Im Gegenteil: Schulen in freier Trägerschaft erfreuen sich einer steigenden Nachfrage. Jedes vierte Gymnasium ist inzwischen in privater Hand. Bei den integrierten Gesamtschulen ist es jede dritte. Insgesamt werden 29 600 märkische Kinder an einer Schule in freier Trägerschaft unterrichtet, das entspricht einer Quote von 10,5 Prozent. Der Bundesschnitt liegt bei rund 8,9 Prozent.

Die Zahl der freien Schulen wird sich im kommenden Schuljahr nach MAZ-Informationen leicht erhöhen. Genaue Zahlen liegen laut Bildungsministerium jedoch noch nicht vor, da die Genehmigungsverfahren noch laufen. Auch die evangelische Kirche, der größte private Träger der Region, berichtet von einer steigenden Nachfrage. In Brandenburg verdreifachte sich die Zahl der Schüler, die eine evangelische Schule besuchten, in den vergangenen zehn Jahren auf 3131.

„Der Erfolg gibt uns recht“

Im kommenden Schuljahr werden 202 zusätzliche Schüler erwartet, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Donnerstag mit. Dass sich die konfessionellen Schulen im eher säkular geprägten Brandenburg etabliert haben, führt Frank Olie, Vorstand der EKBO-Schulstiftung, darauf zurück, dass Eltern eine werteorientierte Pädagogik für ihre Kinder wünschen. „Unsere Schulen zeigen durchweg gute Leistungen, auch das spricht sich herum“, sagte Olie. Außerdem hätten freie Schulen Lücken besetzt, die durch die Schließung staatlicher Schulen aufgrund rückläufiger Schülerzahlen entstanden sind. Das Engagement habe sich gelohnt, so Olie. „Der Erfolg gibt uns recht“, sagte er.

Kürzungen durch Rot-Rot gut verkraftet

„Eine gute Schule ist nicht abhängig von der Trägerschaft“, sagt Tilo Steinbach, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft freie Schulen im Land Brandenburg. Es gebe mehrere Gründe, warum sich Eltern für eine freie Schule entscheiden. „Als freier Träger hat man die Personalhoheit, bekommt keine Lehrer zugewiesen. So lassen sich pädagogische Konzepte stringenter umsetzen“, sagt er.

Nachdem die rot-rote Landesregierung 2011 Einschnitte bei der Finanzierung freier Schulen beschlossen und das Verfassungsgericht dies bestätigt hatte, befürchteten die freien Träger ein Ende des Privatschulbooms, der seit den 1990er- Jahren steil bergauf ging. „Das Privatschulsterben ist ausgeblieben“, räumte Steinbach ein. „Die Kürzungen haben nicht ganz so dramatisch eingeschlagen. Aber gerade für kleinere Schulen ist die Situation schwieriger geworden.“

Bedarf an Neugründungen vorhanden

Das bestätigt auch Frank Olie von der EKBO: Der Bedarf an Neugründungen wäre durchaus vorhanden, aber unter den derzeitigen Bedingungen halte sich die evangelische Kirche lieber zurück, erklärte er. Für andere freie Träger gilt das jedoch nicht: Nach der Mittelkürzung habe das Gründungsgeschehen zwar stagniert, so Tilo Steinbach. Seit anderthalb Jahren führe der Verband aber wieder verstärkt Gründungsgespräche mit freien Trägern und Schulinitiativen.

Freie Schulen erhalten in diesem Jahr eine Nachzahlung vom Land in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Die Summe ist die Folge eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts vom vergangenen Dezember. Es hatte entschieden, dass das Land bei den Betriebskostenzuschüssen unter anderem auch Beiträge zur Unfallversicherung berücksichtigen muss.

Von Torsten Gellner

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